VKI-Test Sportshirts: Großteils sportliches Ergebnis

Überwiegend gute Resultate – vereinzelt Probleme mit Schadstoffen und Mikrofasern

Sportshirts sollen Schweiß nach außen transportieren, schnell trocknen und viele Trainingskilometer mitmachen. Doch was steckt in den Stoffen, die oft stundenlang direkt auf der Haut liegen? Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat im Rahmen des EU-geförderten Projekts „ToxFree LIFE for all“ gemeinsam mit europäischen Verbraucherorganisationen Sportshirts auf Herz und Nieren getestet. Das Ergebnis ist positiv: Nur für 3 von 16 in Österreich erhältlichen Shirts gab es die Bewertung „weniger zufriedenstellend“. Der Rest schnitt „sehr gut“ und „gut“ ab. Die Details zur Untersuchung gibt es auf www.vki.at/sportshirts-2026.

Getestet wurden Erwachsenen-Sport- und Laufshirts, die überwiegend aus Kunstfasern bestehen. Untersucht wurden unter anderem unerwünschte Chemikalien, die Freisetzung von Mikrofasern, textile Eigenschaften sowie die Kennzeichnung. Insgesamt wurden 10 „sehr gut“, 3 „gut“ sowie 3 „weniger zufriedenstellend“ vergeben. Bei Letzteren handelt es sich um das „Velocity Laufshirt“ von Puma, das „Schnelltrocknende Laufshirt für Herren“ von 4F und das „UA Vanish Seamless Short Sleeves“ von Under Armour. Insgesamt fiel dieser Test damit deutlich besser aus als eine im Mai vom VKI publizierte Untersuchung zu UV-Shirts für Kinder www.vki.at/kinder-uvshirts-2026.

Schadstoffgehalt – 3 Shirts überzeugen nicht

Weder Formaldehyd noch Azo- oder andere untersuchte verbotene Farbstoffe konnten in den getesteten Sportshirts nachgewiesen werden. In 5 von 18 Proben wurden allerdings Bisphenole gefunden. Konkret nachgewiesen wurden BPA, BPF und BPS. Die höchste gemessene Bisphenolmenge (BPF) wurde im Shirt von Under Armour gefunden. Es fiel, wie auch das Shirt von 4F, beim Punkt Schadstoffe durch.

„Ein Zusammenhang zwischen Marke, Preis oder Materialzusammensetzung lässt sich hier nicht erkennen“, kommentiert VKI-Chemikalienexpertin Birgit Schiller das Ergebnis. „Bisphenole wurden sowohl in Polyesterprodukten als auch in Mischgeweben gefunden. Von keinem der belasteten Produkte geht aber eine unmittelbare Gefahr aus.“

Freisetzung von Mikrofasern – deutliche Unterschiede

In einem weiteren Teil der Untersuchung wurde die Freisetzung von Mikrofasern beim Waschen analysiert. „Kleidung kann beim Tragen, Waschen und Altern Fasern verlieren. Diese Fasern können ins Abwasser und dadurch in Gewässer gelangen. Viele Studien belegen, dass Textilfasern als eine bedeutende Quelle für Mikroplastik in der Umwelt gelten“, erläutert Projektleiterin Birgit Schiller. Gemessen wurde die Faserfreisetzung nach fünf Waschgängen. 

Den mit Abstand höchsten Wert erzielte das „Velocity Laufshirt“ von Puma. Es setzte etwa viermal so viele Mikrofasern frei wie der Durchschnitt der untersuchten Sportshirts. Dadurch – und aufgrund der Bisphenolbelastung – erhielt das Markenprodukt letztlich nur eine „weniger zufriedenstellende“ Gesamtbewertung. Wenig überzeugend waren in diesem Prüfpunkt zudem das „Adidas Runners T-Shirt Genderneutral“, das „Decathlon Kiprun Run 500“ und das „Nike Stride“.

SERVICE: Die ausführlichen Testergebnisse gibt es auf www.vki.at/sportshirts-2026. Eine aktuelle Umfrage des VKI untersucht zudem, wie gut Verbraucher:innen über Schadstoffe in Alltagsprodukten informiert sind und wie sich dieses Wissen auf ihr Konsumverhalten auswirkt. Jetzt anonym teilnehmen: www.vki.at/umfrage/toxfree2026.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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