Alarmierung Do 23.Juli 2026 um 21h50.
Ein 18 jähriger Ungar ist vom Almsee über den Sepp-Huber-Steig aufgestiegen und wollte über das Hochplateau des Toten Gebirges zur Welserhütte und von dort wieder ins Tal.
Noch ist unklar wann er genau startete, jedoch hat er die Weglänge unterschätzt und wollte westlich vom Schermberg über das Schneetal ins Büchsenkar abkürzen. Ob von einer App oder Plattform fehlgeleitet, ist ebenso noch unklar. Doch ist in diesem Bereich kein Weg höchstens ein selten begangener Steig mit einer Schlüsselstelle über Felswände bzw. durch eine Schlucht mit Dolinen. Oberhalb dieser bzw. fast im Bereich des Notbiwaks der langen Schlossgespenst Klettertour durch die Schermberg Nordwand in einer Höhe von 1760 m fand er den Abstieg nicht und wählte den Notruf 140. Die Telefonverbindung war schlecht. Automatische Koordinatenübermittlung AML hatte nicht funktioniert. Er konnte jedoch in englisch, schwierige Sprachverständigung, die Koordinaten durchgeben. Er sei aber unverletzt.
Die Bergrettung Grünau begann sofort mit dem Aufstieg da die Gipfeln in Wolken waren, nach Rücksprache mit dem Hüttenwirt der Welserhütte, die Welserhütte liegt in etwa 2 km Luftlinie entfernt, herrschen auf 1800 Hm Wind um 40 kmh Wind und nur 5 °C – Stand 22:30.
Nachdem der Verirrte telefonisch nicht mehr errreichbar war wurde der FLIR Polizeihubschrauber aus Salzburg zur Verifizierung des Standorts angefordert.
Kurz vor 23h30 konnte die Person mit der Wärmebildkamera passend zu den angegebenen Koordinaten lokalisiert werden. Zuvor hatte man bereits den Notarzthubschrauber C14 über mögliche Bergung informiert, C14 flog jedoch zwischenzeitlich einen anderen Nachteinsatz. Um 01h19 kann auch der Stoßtrupp der Bergrettung den Verirrten auffinden. Dieser ist nur mit einer kurzen Hose und einem kurzen Shirt bekleidet und ordentlich unterkühlt. Beginn mit Wärmemanagement sowie Verpflegung.
Anforderung Notartzhubschrauber NAH C14 aus Niederöblarn. Der Pilot weist darauf hin dass bei zu viel Wind keine Taubergung möglich sein wird. Die Bergrettung erkundet einen Platz wo mitunter aufsetzen mit einer Kuve und direktes Einsteigen möglich ist. Um 02h00 erreicht C14 das Einsatzgebiet muß aber nach einigen Versuchen aufgrund zu starkem Wind abbrechen.
Mittlerweile ist allen kalt, man beginnt um 02h26 mit dem Abstieg. Auch für die Bergrettung im felsigen Gelände mit Latschen eine Wegsuche. Die zu bergende Person am gesicherten Seil. Nach einer Pause um 03:56 auf 1550 m weiterer Abstieg. Man hofft um 6 Uhr das Tal zu erreichen.



Fotos: Bergrettung Grünau







