Mit Beginn der Sommerreisezeit sind viele Menschen in verschiedenen Ländern unterwegs. Oft werden dabei regionale Spezialitäten wie Fleischwaren, Käse oder andere tierische Produkte oder aber „gerettete“ Tiere aus dem Urlaub mitgebracht. Vielen Reisenden ist jedoch nicht bewusst, dass dadurch gefährliche Tierseuchen nach Österreich eingeschleppt werden können.
Bei Mitbringseln tierischer Herkunft ist Vorsicht geboten, denn derzeit treten in mehreren beliebten Urlaubsländern Europas hochansteckende Tierkrankheiten auf. Besonders betroffen sind Nutztiere wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Geflügel.
Für den Menschen sind diese Krankheiten meist unbedenklich, eine Einschleppung hätte jedoch schwerwiegende Folgen für die österreichische Landwirtschaft und kann umfangreiche Bekämpfungsmaßnahmen erforderlich machen.
Ein leider stark unterschätztes Risiko für den Menschen ist die Tollwut (v.a. bei Hund und Katze), die in einigen Ländern auch innerhalb Europas und angrenzender Regionen noch verbreitet ist.
Besondere Vorsicht ist aktuell bezüglich der Maul- und Klauenseuche (MKS) geboten. Diese hochansteckende Viruserkrankung betrifft hauptsächlich Rinder, Schafe und Ziegen, sowie Schweine. Zuletzt wurden etliche Fälle auf Zypern und der beliebten griechischen Ferieninsel Lesbos festgestellt. Die Krankheit verbreitet sich sehr leicht – nicht nur durch Tiere, sondern auch über Lebensmittel, Kleidung, Schuhe oder Fahrzeuge.
Zusätzlich treten derzeit in Südosteuropa die Pest der kleinen Wiederkäuer (PPR) sowie Schaf- und Ziegenpocken auf. Betroffen ist v.a. Griechenland als beliebtes Sommerreiseziel. Diese Krankheiten können viel Tierleid und erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Die Erreger können über den Transport infizierter Tiere oder tierischer Produkte weiterverbreitet werden.
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) breitet sich in Teilen Europas weiterhin aus. Betroffen sind sowohl Wildschweine als auch Hausschweine. Zuletzt wurden in mehreren Ländern Mittel- und Osteuropas Fälle nachgewiesen. Für Menschen ist die Krankheit ungefährlich, für Schweinebestände jedoch verheerend. Bereits kleine Mengen kontaminierter Fleischprodukte oder Speisereste können zur raschen Verbreitung beitragen.
Beim Geflügel wurden in mehreren europäischen Ländern zuletzt Fälle der Newcastle Disease (NCD) festgestellt. Diese Geflügelseuche betrifft Hühner, Puten und andere Vogelarten und kann sich sehr schnell in Geflügelbeständen ausbreiten. Eine Einschleppung kann unter anderem über lebende Tiere, Geflügelprodukte oder Gegenstände (Schuhe, Autoreifen etc.) erfolgen.
Große Vorsicht ist außerdem beim Kontakt mit streunenden Hunden und Katzen im Ausland geboten. In mehreren Ländern Osteuropas (Rumänien, Polen) und außerhalb der EU (z.B. Türkei, Marokko, Tunesien, Belarus etc.) kommt die Tollwut weiterhin vor. Die Krankheit wird durch den Biss infizierter Tiere übertragen und verläuft beim Menschen ohne rasche und langwierige Behandlung tödlich. Die spontane Übernahme oder „Rettung“ von Streunertieren kann daher schlimme Folgen haben, wie der Fall eines illegal importierten Hundes nach Deutschland Anfang des Jahres gezeigt hat.
Die Einfuhr von Tieren aus dem Ausland darf nur unter Einhaltung der geltenden veterinärrechtlichen Bestimmungen und mit den erforderlichen Gesundheitsdokumenten erfolgen.
Auch bei tierischen Lebensmitteln ist Zurückhaltung wichtig. Fleisch, Rohwürste, Rohmilchprodukte, Eier oder andere tierische Erzeugnisse können Krankheitserreger enthalten. Reisende sollten daher keine tierischen Produkte aus betroffenen Regionen nach Österreich mitbringen und Speisereste keinesfalls an Tiere verfüttern.
Es empfiehlt sich, rechtzeitig vor Reiseantritt Informationen über die aktuellen Einreise- und Mitnahmebestimmungen einzuholen und auf die Mitnahme lebender Tiere oder tierischer Produkte zu verzichten.
Damit leisten Reisende einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Tiergesundheit in Österreich.
Nähere Informationen:
https://www.verbrauchergesundheit.gv.at/
https://www.ages.at/tier/tiergesundheit/tierseuchenradar







