Frühlings-Check im Garten: Werden Sie zum Natur-Forscher für BIODIVERCITI!

Wenn die Apfelbäume in voller Blüte stehen und man den Kuckuck erstmals rufen hört, ist der Vollfrühling da: Die dritte von zehn phänologischen Jahreszeiten markiert den Höhepunkt des Frühlings, beginnt Mitte bis Ende April und reicht bis in den Mai hinein. Der Naturschutzbund ruft alle Gartler*innen dazu auf, beim BIODIVERCITI-Projekt mitzumachen, Gartenarten zu melden und die Biodiversität vor der eigenen Haustüre zu erforschen und zu fördern.

Apfelbäume, die in voller Blüte stehen und die typischen Rufe des Kuckucks läuten den Vollfrühling, den Höhepunkt des Frühlings, ein. 
© Pixabay

Das klassische Zeichen für den Beginn des Vollfrühlings ist die Blüte des Kulturapfels (Malus domestica). Mit seinen zarten, weißen bis rosafarbenen Blüten prägt er nicht nur Gärten und Streuobstwiesen, sondern dient auch als verlässlicher phänologischer „Zeiger“. Doch nicht nur Obstbäume stehen gerade in voller Pracht: In den Auwäldern überzieht der Bärlauch (Allium ursinum) den Boden mit einem dichten Teppich aus weißen Sternblüten. An Waldrändern und entlang von Bächen leuchtet die Rote Lichtnelke (Silene dioica) in kräftigem Rosa und lockt zahlreiche Bestäuber an. Auf Wiesen erscheinen die ersten Margeriten (Leucanthemum ircutianum), während Stiel-Eiche (Quercus robur) und Hainbuche (Carpinus betulus) ihre frischen Blätter entfalten.

Aber nicht nur die Pflanzen stehen in vollem Saft, auch in der Tierwelt herrscht reges Treiben: Die Haselmaus (Muscardinus avellanarius) und der Siebenschläfer (Glis glis) beenden ihren Winterschlaf. Igel sind wieder unterwegs. Eine Vielzahl an Bestäubern schwirrt umher: Hummelköniginnen beginnen mit der Heranzucht ihrer Völker und auch alle anderen Wildbienen sind wieder aktiv. Ebenso typisch für den Vollfrühling ist der markante Ruf des Kuckucks (Cuculus canorus). Nach seiner Rückkehr aus den südlichen Überwinterungsgebieten, vor allem aus Zentralafrika, machen die Tiere bereits sehr früh auf sich aufmerksam, um sich rechtzeitig paaren und ihre „Kuckucks-Eier“ in die von ihnen ausgewählten Fremdnester legen zu können. Dabei sind sie stark von der Entwicklung ihrer „Wirtsvögel“, wie Teichrohrsänger und Mönchsgrasmücke, abhängig. Seit Jahrhunderten gilt der Ruf des Kuckucks als verlässlicher Hinweis darauf, dass der Winter endgültig überwunden ist.

Die Phänologie beschreibt regelmäßig wiederkehrende Erscheinungen in der Natur oder alljährlich zu beobachtende Entwicklungen in unserer Umwelt. Der Blühbeginn von Pflanzen, die Aktivitätsmuster von Tieren, das Ausbilden von Samen und der Beginn der Winterruhe – all das gehorcht einem mehr oder weniger strengen phänologischen Rhythmus. Dieser hängt eng mit Witterung, Klima, aber auch der Tageslänge zusammen. Anders als die vier klassischen Jahreszeiten unterteilt die Phänologie das Jahr in zehn Abschnitte, die sich unmittelbar an den Veränderungen in der Natur orientieren. Dadurch macht sie ökologische Prozesse sichtbar und erlaubt Rückschlüsse auf klimatische Entwicklungen.

BIODIVERCITI – Biodiversität vor der eigenen Haustür fördern
Der Blick auf die phänologischen Veränderungen beginnt oft direkt vor der eigenen Haustür – im Garten, auf dem Balkon oder im nahen Grünraum. Genau hier setzt das Citizen-Science-Projekt BIODIVERCITI vom Joanneum Research in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund an: Im Projekt wird untersucht, welchen Beitrag Menschen im eigenen Garten zur Bewältigung der Biodiversitäts- und Klimakrise leisten können. Über einen Zeitraum von zwei Jahren werden Teilnehmende wissenschaftlich unterstützt und begleitet, ihre Gärten naturnah und biodiversitätsfördernd zu gestalten. Gleichzeitig liefern die fotografisch dokumentierten Beobachtungen von Gartenarten wertvolle Daten zu deren Vorkommen, jahreszeitlichen Entwicklungen und ökologischen Zusammenhängen.

Jetzt bei BIODIVERCITI anmelden!
Herzstück von BIODIVERCITI ist das Beobachten und Melden von Tier- und Pflanzenarten – darunter auch typische „Zeigerarten“ der phänologischen Jahreszeiten. Ob blühende Apfelbäume, erste Margeriten oder frühe Vögel wie der Kuckuck: Die geteilten Beobachtungen helfen, den Rhythmus der Natur besser zu verstehen und Veränderungen sichtbar zu machen. Der Naturschutzbund freut sich über jede und jeden einzelnen, der ausschwärmt und Fotos von Gartenarten macht – jedes Foto zählt! 

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Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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