Generalsanierung der historischen Hallstätterseeklause – Ein chirurgischer Eingriff am offenen Herzen des Salzkammerguts

Die Hallstätterseeklause ist mehr als ein altes Bauwerk: Seit über 500 Jahren hilft sie, den Wasserstand des Hallstättersees und den Abfluss in die Traun zu regeln. Jetzt ist ihre Standfestigkeit akut gefährdet. Beim Lokalaugenschein zeigt Umwelt- und Klima- Landesrat Stefan Kaineder, warum die Sanierung rasch, sorgsam und mit Blick auf Menschen, Natur und Kulturerbe läuft.

„Die Hallstätterseeklause schützt Häuser, Wege, Betriebe und ist ein Stück Identität im Inneren Salzkammergut. Wenn ein 500 Jahre altes Bauwerk wackelt, darf nicht abgewartet werden“, verweist Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder auf die Gefahren, die durch eine defekte Seeklause entstehen könnten und Sofortmaßnahmen notwendig machten.

Die Hallstätterseeklause steht unter Denkmalschutz, erste Aufzeichnungen reichen bis 1523 zurück. Heute regelt sie den Wasserstand des Hallstättersees und den Abfluss in die Obere Traun. Gutachten zeigen: Die Standfestigkeit ist massiv gefährdet, ein Totalausfall muss verhindert werden. Deshalb läuft nun eine Generalsanierung in sechs Bauphasen.

In jeder Bauphase wird ein Abschnitt des Klauswehres mit Spundwänden vom Wasser getrennt. So können die Fachleute im Trockenen arbeiten, alte und beschädigte Holzteile ausbauen und nach den Vorgaben des Bundesdenkmalamts baugleich erneuern. Das heißt: Die Seeklause bleibt in ihrer historischen Form erhalten, aber sie bekommt wieder die Kraft, die sie für die kommenden Jahrzehnte braucht.

Der Handlungsdruck ist hoch. Bereits zuvor war Tor 2 defekt und konnte nicht mehr geöffnet werden. Die Seeklause ließ sich dadurch nicht mehr wie vorgesehen steuern. Die Bezirkshauptmannschaft Gmunden hat daher eine einstweilige Verfügung erlassen, die ein sofortiges Handeln verlangt.

„Ich verstehe jede Sorge, aber eines muss klar sein, nichts tun wäre die riskanteste Entscheidung gewesen. Diese Sanierung schützt nicht nur ein Denkmal, sondern auch die Menschen entlang von See und Traun“, so Kaineder.

Damit erste Arbeiten und Vorbereitungen rasch beginnen konnten, wurde per einstweiliger Verfügung festgelegt, den Wasserstand des Hallstättersees von 1. November 2025 bis 30. April 2026 kontrolliert abzusenken. Im ersten Schritt wird das Baufeld auf der Steegwirt-Seite eingerichtet. Konkret betrifft das den ersten Steinkasten und Tor 11. Dieses Arbeitsfeld wird mit einer Spundwand vom See getrennt. So können die Fachkräfte im Trockenen arbeiten.

Die erste Bauetappe ist auf sechs Monate ausgelegt. Danach folgt die nächste Phase: Von 1. Oktober 2026 bis 31. März 2027 wird der Wasserstand erneut abgesenkt, damit das zweite Baufeld starten kann. Der Ablauf wurde bewusst so gewählt, dass der Abfluss bei der Hallstätterseeklause möglichst wenig beeinträchtigt wird. Gerade im Salzkammergut, wo Wetter und Wasserstände rasch wechseln können, zählt jeder Meter Sicherheit.

Die Generalsanierung der Hallstätterseeklause läuft über rund drei Jahre und soll bis Ende März 2029 abgeschlossen sein. In dieser Zeit wird der Wasserstand jeweils in den Wintermonaten – von 1. Oktober bis 31. März – abgesenkt.

„Das Ziel ist klar: Die Arbeiten sollen sicher ablaufen, das Hochwasserrisiko während der Bauzeit niedrig bleiben und die Hallstätterseeklause auch künftig verlässlich ihren Dienst leisten. Hier passiert eine Höchstleistung von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, quasi ein ein chirurgischer Eingriff am offenen Herzen des Salzkammerguts“, bedankt sich Kaineder beim Projektleiter Dipl. Ing. Rudolf Hackl und dem ganzen „OP-Team“ des Gewässerbezirkes Gmunden, die für die Sanierung verantwortlich sind.

Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder und Projektleiter Rudolf Hackl vom Land OÖ beim Lokalaugenschein an der Hallstätterseeklause. Das über 500 Jahre alte Bauwerk, das den Wasserstand des Hallstättersees regelt, wird generalsaniert.
Fotograf:in: Werner Dedl, Bildrechte: Land OÖ

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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