Was tun bei Mobbing und Gewalt im Klassenzimmer?

Mobbing endet heute nicht beim Schultor: Was in der Klasse beginnt, setzt sich fast immer auch online fort. Kinder und Jugendliche erleben Ausgrenzung, Abwertung und Angriffe zunehmend sowohl im Klassenzimmer als auch in Klassen-Chats und sozialen Netzwerken. Für die Betroffenen ist das eine enorme Belastung – und für Schulen eine große Herausforderung.

Kinder haben ein Recht auf Schutz vor Gewalt – auch und ganz besonders in der Schule, in der sie einen Großteil ihres Alltags verbringen. Schule ist nicht nur ein Ort der Wissensvermittlung, sondern auch ein zentraler Lebensraum für die soziale Entwicklung junger Menschen. Die Erfahrungen aus dem Beratungsalltag der Kinder- und Jugendanwaltschaft des Landes OÖ (KiJA OÖ) zeigen, wie präsent das Thema ist: Mit rund 1.500 Anfragen von Kindern und Jugendlichen, Eltern und Lehrkräften pro Jahr steht Mobbing seit Langem an erster Stelle der Beratungsstatistik.

„Alle Kinder und Jugendlichen, aber auch die Lehrenden, haben das Recht, sich in der Schule sicher zu fühlen“, betont die oberösterreichische Kinder- und Jugendanwältin Christine Winkler-Kirchberger. „Mobbing darf nicht als normale Auseinandersetzung unter Kindern abgetan werden. Es braucht klare Grenzen, Aufmerksamkeit und rasches Handeln – in der Schule ebenso wie im digitalen Raum.“

Nein zu Mobbing und Gewalt – KiJA OÖ-Begegnungstage
Mobbing bedeutet, dass eine Person über einen längeren Zeitraum gezielt abgewertet, ausgegrenzt oder angegriffen wird. Die psychische Belastung für die Betroffenen ist erheblich. Gleichzeitig ist Mobbing kein Problem zwischen zwei Einzelpersonen, sondern immer ein soziales Phänomen. Entscheidend ist daher das Schul- und Klassenklima.

Lehrkräfte tragen dabei besondere Verantwortung: Sie müssen klar Stellung gegen Gewalt beziehen, Mobbing früh erkennen und die Gruppendynamik in der Klasse gezielt beeinflussen. Das gilt auch für den digitalen Raum, denn Cyber-Mobbing endet nicht mit Unterrichtsschluss.

Die KiJA OÖ bietet seit vielen Jahren maßgeschneiderte Angebote für Schulklassen ab der dritten Schulstufe. Rund 250 Präventions-Halbtage werden jährlich an Schulen in ganz Oberösterreich durchgeführt. Bei den „KiJA OÖ-Begegnungstagen“ werden Schülerinnen und Schüler an zwei aufeinanderfolgenden Tagen in ihrer individuellen Lebensrealität begleitet. Die Trainer und Trainerinnen arbeiten prozessorientiert sowie beziehungs- und dialogfördernd.

Für die Buchung der Begegnungstage ist ein telefonisches Clearinggespräch erforderlich.

Neue Broschüre: Konkrete Hilfe für Pädagoginnen Damit Pädagoginnen Mobbing und Gewalt im Schulalltag frühzeitig erkennen und gezielt darauf reagieren können, hat die KiJA OÖ die Broschüre „Was tun bei Mobbing und Gewalt im Klassenzimmer?“ neu aufgelegt und um wichtige praktische Werkzeuge ergänzt.

Eine Checkliste unterstützt Lehrkräfte dabei, die wichtigsten Schritte im Vorgehen gegen Mobbing oder Cyber-Mobbing zu koordinieren. Zusätzlich gibt die Broschüre konkrete Tipps für den Umgang mit Klassen-Chats, einem Bereich, in dem sich Konflikte und Ausgrenzung besonders schnell zuspitzen können.

Denn Mobbing braucht nicht nur Betroffene und Mobbende, sondern immer auch ein Umfeld. Genau dort kann Prävention ansetzen.

Alle Informationen zu den KiJA OÖ-Begegnungstagen sowie die kostenlose Bestellung bzw. der Download der Broschüre: www.kija-ooe.at

Broschüre „Was tun bei Mobbing im Klassenzimmer?“
Fotograf:in: Nadja Meister
Bildrechte: sub.communication design

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

error: (c) by salzTV