In den kommenden Tagen wird es vor allem im Osten Österreichs sehr heiß. Wie schon im Juni werden 38 bis 39 Grad erwartet, stellenweise vielleicht sogar 40. Wie lange die aktuelle Hitzewelle dauert, ist jedoch noch ungewiss. Die langanhaltende, extreme Trockenheit in vielen Teilen des Landes wird – trotz vereinzelter Gewitter und Schauer – prolongiert.
Bis Freitag baut sich in ganz Österreich die Hitze zunehmend auf. Der Freitag selbst wird laut aktuellen Prognosen der GeoSphere Austria der heißeste Tag. „Es gibt ein deutliches Ost-West-Gefälle“, erklärt Meteorologe Thomas Turecek. Soll heißen: Heiß wird es zwar im gesamten Bundesgebiet, besonders heiß jedoch erneut im Osten. „Einzelne Stationen im östlichen Flachland können 38 bis 39 Grad erreichen. Vielleicht sogar 40, ähnlich wie im Juni“, sagt Turecek. Damals registrierte die Messstation Wien-Innere Stadt am 28. Juni 40,0 Grad und einen Tag später jene in Bad Deutsch-Altenburg 40,1 Grad. Höchste Hitzewarnung (Stufe Rot) wird es dennoch nicht geben – und das hat zwei Gründe. „Erstens wird am Samstag eine schwache Störung für eine Abschwächung auf 34 bis 35 Grad sorgen. Es ist also lediglich an einem Tag extrem heiß“, betont GeoSphere-Meteorologe Turecek. Und zweitens seien die Frühtemperaturen von 14 bis 22 Grad relativ moderat – mit möglichen höheren Werten in dicht verbauten Gebieten.
Für den Sonntag und Montag zeigen die Vorhersagemodelle einen erneuten Anstieg auf 35 Grad und stellenweise darüber an, die Wetterlage sei allerdings „insgesamt labiler“, sagt Turecek. „Vom Bergland steigt die Schauer- und Gewitterneigung. Ein Ende der Hitzewelle bedeutet das vorerst aber nicht: „Es ist keine massive Wetterumstellung in Sicht. Was im Moment fehlt, ist ein eindeutiger Temperaturrückgang um zehn bis 15 Grad.“
Dritte Hitzewelle des Jahres
Im Westen und Süden des Landes ist die aktuelle Hitzewelle bereits die dritte des Jahres. „Die erste begann am 24. Mai und dauerte fünf bis neun Tage. Die zweite Hitzewelle, die Mitte Juni begann, erfasste ganz Österreich und dauerte in den Niederungen 18 bis 35 Tage – und somit ungewöhnlich lange“, bilanziert Klimatologe Alexander Orlik von der GeoSphere Austria. Mehr noch: Laut Definition nach Kysely dauert diese Hitzewelle in manchen Regionen Österreichs sogar noch an, da hier die Tagesmaxima der Lufttemperatur noch nicht unter 25 Grad bzw. das Mittel der Tagesmaxima nicht unter 30 Grad fielen. Dazu gehören etwa die Wetterstationen in Bregenz und Eisenstadt.
Öfter, länger, heißer
Die Anzahl der Hitzewellentage steigt stärker an als die Anzahl der Hitzewellen. So gab es von den 1940er- bis zu den 1980er-Jahren noch etwa ein bis zwei Hitzewellen pro Jahr, die im Mittel ein bis acht Hitzewellentage brachten. In den 2010er- und 2020er-Jahren gibt es mittlerweile mit zwei bis drei Hitzewellen pro Jahr, die im Mittel fünf bis 25 Hitzewellentage bringen. Die Jahre ohne Hitzewelle gingen hingegen deutlich zurück. „Auch die Saison von Hitzewellen dehnte sich aus. Der früheste Beginn in der Periode 1961 bis 1990 war der 1. Juni, in der Periode 1991 bis 2020 war es aber schon der 29. April“, berechnet Orlik. Die absoluten Maxima der Lufttemperatur in einer Hitzewelle sind von den 1980er Jahren bis zu den 2020er Jahren um etwa drei Grad gestiegen.
Ergänzend zeigt ein Schwereindex, der Dauer und mittlere Höchsttemperatur einer Hitzewelle kombiniert, wie stark sich das Potenzial für Hitzebelastung erhöht hat. Im Mittel der neun Landeshauptstadt-Stationen stieg dieser Index vom Klima um 1975 bis zum aktuellen Klima von 5,3 auf 12,9 Grad-Tage – und damit um den Faktor 2,4. „Hitzewellen treten heute nicht nur häufiger auf, sie dauern vielfach länger und erreichen höhere Temperaturen. Daraus ergibt sich ein deutlich erhöhtes Potenzial für gesundheitliche Belastungen“, erklärt Klimaforscher Marc Olefs von der GeoSphere Austria. Wie stark die Belastung tatsächlich empfunden wird, hängt neben der Lufttemperatur auch von Luftfeuchtigkeit, Wind und Strahlung ab. Diese Faktoren fließen in die Bewertung der gefühlten Temperatur und damit auch in die Hitzewarnungen der GeoSphere Austria ein. Olefs: „Wie stark diese Risiken in Zukunft weiter zunehmen, hängt wesentlich davon ab, wie rasch die globalen Treibhausgasemissionen sinken: Konsequenter Klimaschutz kann die weitere Verschärfung begrenzen, während Anpassungs- und Hitzeschutzmaßnahmen bereits heute unverzichtbar sind.“
Extreme Trockenheit bleibt Dauerthema
Die Hitze verschärft auch die Trockenheit in Österreich, die nun schon seit Monaten andauert. „An den seit Dezember 2025 vorherrschenden niederschlagsarmen Verhältnissen hat sich auch im Juli wenig geändert“, analysiert GeoSphere-Klimatologe Orlik. „Die Regenmengen im Juli waren oft zu gering, um eine weitere Verschärfung der anhaltenden Dürre zu verhindern.“ Nach wie vor fehlen seit Jahresbeginn rund 30 Prozent auf ausgeglichene Niederschlagsverhältnisse: „Im Klimamittel sollten es bis zum 27. Juli im bundesweiten Flächenmittel 609 Millimeter Niederschlag sein. Bis jetzt fiel aber nur eine Regenmenge von 426 Millimeter. Damit war es in Österreich – zumindest seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts – in den ersten sieben Monaten eines Jahres nicht mehr so niederschlagsarm.“
Durch häufiges Hochdruckwetter mit viel Sonnenschein und langen Niederschlagspausen, speziell in der zweiten Mai- und Junihälfte sowie Ende Juli, waren die Verdunstungsraten sehr hoch, was das Feuchtedefizit in den Böden weiter erhöht hat. Ähnlich wenig Niederschlag fiel in den Jahren 1971 und 2003. Dennoch waren die Defizite zum Klimamittel mit minus 27 bzw. minus 25 Prozent etwas geringer als 2026.







