Am letzten Freitag verwandelte sich das Ostufer des Traunsees in den Schauplatz einer der bisher umfassendsten Nachwuchsübungen der Region. Auf Initiative der Jugendleitung der Feuerwehren Altmünster, Traunkirchen und Neukirchen sowie der Wasserrettung Gmunden/Altmünster und Traunkirchen absolvierten insgesamt 29 Jugendliche gemeinsam mit zahlreichen Statisten und erfahrenen Einsatzkräften ein hochkomplexes Notfallszenario in Karbach. Ziel dieser gemeinsamen Initiative war es, die organisationsübergreifende Zusammenarbeit im Katastrophenfall bereits im Jugendalter intensiv zu festigen, Schnittstellen zwischen Land und Wasser zu erproben und die Einsatzbereitschaft für die heißen Sommermonate zu stärken.
Die sommerliche Kulisse des Salzkammergutes täuscht oft über die Gefahren hinweg, die der intensive Badebetrieb an den oberösterreichischen Gewässern mit sich bringt.















Aus diesem Grund haben sich die Jugendgruppen der Einsatzorganisationen von Feuerwehr Altmünster, Feuerwehr Traunkirchen, Wasserrettung Traunkirchen und Wasserrettung Gmunden/Altmünster am Freitag zur gemeinsamen Übung getroffen. Magdalena Neumann (Wasserrettung) Simon Hödl (FF Altmünster), Leonie Nussbaumer (FF Neukirchen) und Marcel Geiger (FF Traunkirchen) haben ein Szenario ausgearbeitet, dass den teilnehmenden Jugendlichen alles an Wissen und Können herausfordert. Unterstützt wurden die Einsatzgruppen vom Roten Kreuz, die die verletzten Statisten übernahmen.
Den Auftakt bildete die Bekämpfung eines Waldbrandes im unwegsamen Gelände von Karbach, der direkt von den spezialisierten Einsatzbooten mithilfe leistungsstarker Pumpen unter Kontrolle gebracht werden musste.
Die beiden Einsatzleiter von Wasserrettung und Feuerwehr, erfahrene Jugendliche, führten die eingesetzten Mannschaften durch die Szenarien.
Noch während der Löscharbeiten spitzte sich die Lage weiter zu. Die Einsatzleitung meldete insgesamt achtundzwanzig vermisste Personen im schwer zugänglichen Uferbereich. Darunter befanden sich auch zwei wandernde Familien mit Babys, die vom Feuer überrascht worden waren. Mit beeindruckender Umsicht durchkämmten die jungen Einsatzkräfte das Unterholz, leisteten Erste Hilfe und bereiteten die Verwundeten für den Abtransport vor. Im kontinuierlichen Pendelverkehr brachten die Boote der Wasserrettung die Verletzten sicher über den See nach Traunkirchen, wo das Rote Kreuz die weitere medizinische Erstversorgung übernahm. Zum Abschluss forderte eine parallele Notlage auf Höhe Hoisn, bei der zwei SUP in Seenot geraten waren, nochmals die volle Konzentration der Bootsbesatzungen.
„Solche Übungen sind extrem wertvoll. Ich wünsche mir, dass es sie auch künftig regelmäßig gibt. Dabei arbeitet man mit Menschen zusammen, die man zuvor nicht kannte, und führt sie sicher durch einen realitätsnahen Einsatz“, sagt Klara, die die Einsatzleitung der Wasserrettung übernahm.
Nach knapp drei Stunden intensivster Arbeit erklang schließlich die erlösende Durchsage über die Funkgeräte, dass das geforderte Übungsziel vollständig erreicht sei.
„Die Zusammenarbeit mit der gesamten Mannschaft aus Wasserrettung und Feuerwehr hätte nicht besser funktionieren können. Trotz vieler neuer Gesichter griff ein Rad nahtlos ins andere.“ Betont der FF-Einsatzleiter Vinzenz.
Neben den fachlichen Erkenntnissen stand vor allem das Miteinander im Mittelpunkt. Beim gemeinsamen Eis im Feuerwehrhaus Traunkirchen wurden die Übung analysiert, Erfahrungen ausgetauscht und neue Freundschaften geknüpft.
„Man kann allen Teilnehmenden nur mit großer Bewunderung eine perfekte Leistung attestieren. Solche Übungen sind unverzichtbar, denn am Traunsee kann es in diesen Tagen jederzeit zu gemeinsamen Realeinsätzen kommen.“ so das Resümee von Christian Gruber, Abschnittsfeuerwehrkommando Gmunden.
Bericht und Fotos: Wilfried Fischer













