Leichter Aufwind im Gewerbe und Handwerk Pessimismus geht zurück, ein Viertel beurteilt die Geschäftslage mit „gut“

„Die 58.000 oberösterreichischen Gewerbe- und Handwerksbetriebe beurteilen ihre Geschäftslage im 2. Quartal 2026 besser als im 1. Quartal. Die Erwartungen in Hinblick auf Auftragseingänge und Umsätze für das nächste Quartal sind verglichen mit dem Vorjahr gestiegen“, fasst der Installationsunternehmer Markus Redl, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk in der WKOÖ, die Stimmung in den 28 Fachorganisationen seiner Sparte zusammen.

„Die vergangenen Monate waren für unsere Betriebe alles andere als leicht, da so viele Unwägbarkeiten und Disruptionen aufgetreten sind, an die man sich immer wieder anpassen musste. Nachdem nun einiges überstanden ist, hat sich die Stimmung vorsichtig gebessert und die Betriebe sehen etwas optimistischer in die Zukunft“, berichtet Redl. 

Laut aktueller Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria beurteilen 26 Prozent der Betriebe die Geschäftslage mit „gut“, wobei es im Vorquartal nur 19 Prozent waren. Ebenso 26 Prozent bezeichnen die Geschäftslage als „schlecht“, dies sind um zwei Prozentpunkte mehr als im Vorquartal. Bei den Auftrags- bzw. Umsatzerwartungen überwiegen zwar die pessimistischen Einschätzungen um 4 Prozent (19 Prozent erwarten für das nächste Quartal Steigerungen und 24 Prozent erwarten Rückgänge), im Vergleich zum Vorjahr, wo die negativen Einschätzungen noch um 7 Prozent überwogen, ist der Pessimismus jedoch geringer. 

Redl: Weitere Entlastung wichtig

Spartenobmann Redl stellt fest, dass bereits einige Maßnahmen umgesetzt wurden, die die Betriebe unterstützen: „Wir sind froh über die geplante Lohnnebenkostensenkung und erwarten uns hier kurz- und mittelfristige Entlastung. Indirekt könnten einige Branchen der Sparte auch vom Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz profitieren und auch die Regierungsbeschlüsse zur Reformpartnerschaft geben Hoffnung auf positive Auswirkungen“, so Redl. 

Weiters fordert er die Einführung einer Sachbezugspauschale für Privatfahrten mit Montagefahrzeugen im Handwerk, die Übernahme der Kosten durch die ÖGK für Arbeitsverbote bei Schwangeren und die Ermöglichung einer freiwilligen 4-Tage-Woche in der Lehrlingsausbildung. Damit könnte Bürokratie verringert und viele Betriebe und deren Mitarbeiter spürbar entlastet werden.

Ganz zentral sind für Redl Impulse für die Konjunkturlokomotive Bau: „Die längerfristigen Auftragsbestände in den investitionsgüternahen Branchen, dazu gehören Bau- und Baunebengewerbe sowie Metalltechnik, Tischler und Kunststoffverarbeiter, sind zwar gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen, 42 Prozent der Betriebe könnten jedoch sofort zusätzliche Aufträge ausführen, das sind um 4 Prozent mehr als im Vorjahr.“ Die Bundes- und Landespolitik müsse daher weiter alles tun, um Impulse und Entlastung zu bringen. Vor allem bei Steuern und Abgaben, Bürokratie und Verwaltung, Arbeitskosten und Rohstoffpreisen könnten noch viele weitere Verbesserungen für unsere Unternehmen herausgeholt werden.

„Die Ereignisse der letzten Zeit haben uns stark gefordert“, betont Redl. „Jetzt beginnt sich die Stimmung langsam aufzuhellen, von Euphorie kann jedoch keine Rede sein. Um die Silberstreifen am Konjunkturhimmel nicht zunichte zu machen, brauchen wir Entlastung, auch um eventuelle weitere negative Einflüsse von außen wie jüngst durch Zollpolitik und Lieferkettenprobleme, abfedern zu können.“

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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