Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner: „Kurze Wege von der Forschung bis zur Umsetzung: Fachhochschule OÖ setzt auf individuelle Lösungen für Oberösterreichs Wirtschaft“
Oberösterreich ist auf dem Weg zum Hotspot für Künstlichen Intelligenz (KI). Immer wieder sorgen oberösterreichische Forschungsleistungen und Unternehmen für überregionale Aufmerksamkeit, die heimische KI-Szene steht im internationalen Schaufenster. Einen wesentlichen Beitrag zur KI-Forschung in Oberösterreich leistet die Fachhochschule OÖ, wie sich einmal mehr bei einer Veranstaltung in Linz zeigte. „Eine besondere Stärke Oberösterreichs ist die enge Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft unter dem Dach der anwendungsorientierten Forschung. Die FH Oberösterreich serviciert auf dem Feld der KI nicht nur die großen Leitbetriebe, sondern vermittelt auch den KMU die notwendigen Kompetenzen, um sie zur Integration von KI-Lösungen zu motivieren. Das hilft uns, die KI rasch in die Breite zu bringen“ hob Wirtschafts- und Forschungslandesrat Markus Achleitner im Rahmen dieses KI-Events der FH OÖ hervor.
Rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft kamen bei dieser KI-Veranstaltung der FH Oberösterreich in der Wirtschaftskammer OÖ in Linz zusammen, um konkrete Kooperationen auf den Weg zu bringen. Mehr als 120 Forschungsprojekte an der FH Oberösterreich weisen derzeit einen KI-Bezug auf. Die Fachhochschule konzentriert sich in der KI-Forschung auf Themenfelder, welche dem Wirtschaftsstandort Oberösterreich in besonderer Weise Impulse verleihen. Stichwörter sind hier Industrie, Produktion & Logistik, Life Sciences und Prozessoptimierung in der Wirtschaft.
Unternehmen tragen konkreten Forschungsbedarf an die FH Oberösterreich heran
Die Wirtschaftsvertreterinnen und -vertreter nahmen an themenspezifischen Workshops teil, um die jeweiligen Expertinnen und Experten der FH Oberösterreich direkt über ihren Forschungsbedarf zu informieren. So gab es etwa beim Workshop zur „KI in der industriellen Produktion“ rund 60 Teilnehmende: Fragen wie „Kann man mit Hilfe der KI Markteinflüsse analysieren, wie die Produktion optimal auf die Energiepreise abstimmen oder die Qualität der Endprodukte trotz schwankender Rohmaterialeigenschaften erreichen?“ wurden behandelt. „Die Unternehmen brachten zur Sprache, was ihnen in der betrieblichen Praxis unter den Nägeln brennt. Das hilft uns abzuleiten, welche Forschungsleistungen die Wirtschaft braucht und auch welche Ausbildungsinhalte wir in den KI-relevanten Studiengängen verankert müssen“ resümiert FH-Prof. DI Dr. Michael Rabl MBA, Hochschulpräsident der FH Oberösterreich.
FH-Prof PD DI Dr. Michael Affenzeller, Akademischer Leiter und einer der führenden Köpfe der KI-Forschung an der FH Oberösterreich, setzt in Sachen KI auf individuelle Lösungen „made by FH Oberösterreich“: „Der Wettbewerbsvorteil für die Unternehmen entsteht durch passgenaue Lösungen und nicht durch eine KI von der Stange.“ FH-Prof. PD Affenzeller sieht die FH Oberösterreich auch deshalb gut gerüstet, weil „an der Fakultät Hagenberg die Methodenkompetenz entwickelt wird und die anderen Fakultäten in Wels, Linz und Steyr in die jeweiligen Anwendungsfelder gehen“. Ein Kernstück ist die von Affenzeller selbst geleitete Hagenberger Forschungsgruppe HEAL (Heuristic and Evolutionary Algorithms Laboratory).
KI populär machen
Um zu zeigen, dass KI auch zum Staunen bringen kann, engagierte die FH Oberösterreich den bekannten Simulationsforscher Dr. Niki Popper für eine Keynote: „Was passiert warum? KI in Kombination mit Simulation hilft uns bei der Antwort auf diese Frage entscheidend weiter. Sie kann das aber nur auf der Basis historisch vorhandener Daten tun“ sagte Popper, der zwei Beispiele aus seiner eigenen Tätigkeit als Forscher und Unternehmer erläuterte. In einem Fall ging es um die Analyse von Verspätungen im Bahnnetz der ÖBB mit dem Ziel, solche möglichst zu vermeiden. Dazu vermittelte Popper, der insbesondere in der Zeit der Corona-Pandemie einer breiten Öffentlichkeit wissenschaftliche Sachverhalte eingängig präsentiert hatte, KI-gestützte Simulationen zur Priorisierung von Impfungen und den dafür einsetzten Budgetmitteln.
„Komplexe Entscheidungssituationen finden sich in allen Bereichen der Gesellschaft, auch in der Politik. Experten wie Niki Popper helfen mit, Berührungsängste vor neuen Technologien wie der KI abzubauen, weil sie in der Lage sind, ihre Anwendung anhand von lebensnahen Beispielen schlüssig zu erklären“, unterstrich Landesrat Achleitner.

v.l.: FH-Prof. DI Dr. Michael Rabl MBA, Präsident der FH Oberösterreich, Simulationsforscher Dr. Niki Popper, Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner und MMag. Isolde Perndl, Kaufmännische Geschäftsführerin FH OÖ.
Foto: Margot Haag







