Heide fordert Rechtssicherheit für Einheimischen Bonus


Freizeit- und Kulturangebote werden für Familien zunehmend zum Luxus – auch für Einheimische in Tourismusregionen. Nicht nur Skifahren, sondern auch der Besuch von Museen, Theatern und Bädern sind für viele kaum mehr leistbar. Europaabgeordneter Hannes Heide (S&D) fordert daher Rechtssicherheit für Ermäßigungen für Einheimische und setzt sich für eine klare Neuregelung der Geoblocking-Verordnung ein, die bislang Sonderrabatte verbietet.
Um sich Freizeitangebote überhaupt noch leisten zu können, sind Saisonkarten und Vorverkaufsangebote oft die einzigen Möglichkeiten ein paar Euro zu sparen. Spezielle Vergünstigungen für Bewohnerinnen und Bewohner von Tourismusregionen für Bergbahnen, Museen, Kulturveranstaltungen oder Schwimmbäder sind dagegen kaum zu finden. „Es wird Zeit den Einheimischen Bonus wieder zu beleben, und zwar ohne rechtliches Fragezeichen. Viele Familien sind durch die Teuerung bereits stark belastet, das schlägt sich in Tourismusregionen, wo das Preisniveau ohnehin sehr hoch ist, noch verstärkt nieder“, sagt der sozialdemokratische Europaabgeordnete Hannes Heide.
Grund für die fehlenden Rabatte für Einheimische ist die seit 2018 geltende Geoblocking- Verordnung der Europäischen Union. Konzipiert wurde das Gesetz primär für den Onlinebereich mit dem Ziel allen EU-Bürger gleichberechtigten Zugang zu Dienstleistungen, Plattformen und Onlineshops zu ermöglichen. „Für den europäischen Onlinehandel und den Binnenmarkt war das ein wichtiger Schritt. Die negativen Auswirkungen auf die regionale Freizeit- und Tourismusinfrastruktur wurden aus meiner Sicht nicht ausreichend ernst genommen“, kritisiert Heide, der sich seit 2019 für Gemeinden und Regionen im Europäischen Parlament stark macht.
Die EU-Kommission prüft derzeit eine Anpassung der Dienstleistungsrichtlinie und der Geoblocking-Verordnung. Laut EU-Tourismuskommissar Apostolos Tzitzikostas sollen Sondertarife für Ortsansässige künftig nicht mehr sanktioniert werden, sofern die Preisunterschiede auf „objektiven Erwägungen beruhen, die von der Staatsangehörigkeit unabhängig sind“. Für Betreiber von Bergbahnen, Museen, Kultureinrichtungen oder Freizeitanlagen bietet diese Formulierung allerdings noch keine ausreichende Rechtsbasis.
„Wir brauchen jetzt klare Regeln und Rechtssicherheit von der EU-Kommission. Im Sinne eines nachhaltigen Tourismus, hinter dem die betroffene Bevölkerung steht, müssen lokale Angebote für die Menschen in den umliegenden Gemeinden wieder möglich sein“, fordert Heide. Einige Gemeinden gehen bereits neue Wege und knüpfen durch Zuschüsse aus dem Gemeindebudget zusätzliche attraktive Angebote an die Saisonkarten der Bergbahnen. Gemeinden wie Großarl, Gastein, Maria Alm oder Dienten haben zum Beispiel Freizeitangebote, wie die Nutzung im Sommer, die Schwimmbäder und die öffentlichen Verkehrsmittel inkludiert. „Diese Modelle zeigen, wie regionale Lebensqualität durch einfache Mittel gestärkt werden kann. Eine klare europäische Rechtsgrundlage ist wichtig, um die Initiativen in den Gemeinden zu unterstützen“, so Heide.

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Europaabgeordneter Hannes Heide setzt sich für die Regionen Europas ein und fordert Rechtssicherheit für Ermäßigungen für Einheimische.

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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