Naturschutzbund nominiert: Europäischer Laubfrosch ist Lurch des Monats

Der Laubfrosch ist der Urtyp von Frosch. Er ist in allen österreichischen Bundesländern verbreitet. Er kann ausgezeichnet klettern und hält sich als einziger heimischer Frosch gern auf und zwischen den Blättern von Bäumen, Sträuchern und Hecken auf. Der Naturschutzbund präsentiert über sein Projekt „Netzwerk Amphibienschutz“ den dämmerungs- und nachtaktiven grünen Freund als Lurch des Monats Mai. Schützen kann man ihn, indem man Laubfrosch-Beobachtungen auf naturbeobachtung.at teilt.

Der Laubfrosch, Hyla arborea, besitzt auffällig lange Finger und Zehen mit Haftscheiben, was ihm ermöglicht in Bäumen, Sträuchern und Hecken herumzuklettern. Gerne hält sich der kleine Grüne beispielsweise gut getarnt in Brombeerbüschen auf. Die stacheligen Büsche dienen ihm als geschützter Wohnort und zugleich als Jagdrevier. Zum Ausspannen findet er in luftiger Höhe auf den Brombeerranken einen Sonnenplatz. Das dämmerungs- und nachtaktive Tier ist am häufigsten von April bis Juni anzutreffen. Er liebt strukturreiche, offene Landschaften wie zum Beispiel dynamische Auwälder. Den Sommer verbringen Laubfrösche vorzugsweise in gewässerbegleitenden Gehölzen. Der „Klettermeister“ ist europaweit streng geschützt. Seine typische grüne Färbung, kann – abhängig von Stimmung, Temperatur und Luftfeuchtigkeit – auch gelblich, bräunlich oder gräulich ausfallen. Auffällig ist ein dunkler Streifen, der sich an seiner Seite entlang von der Nase bis hin zur Hüfte zieht. Der Laubfrosch wird bis zu fünf Jahre alt und 3 bis 5 Zentimeter lang.


Laubfrosch als Wetterprophet
Traurige Berühmtheit erlangte der Laubfrosch durch seinen Ruf als Wetterprophet. Nicht selten wurde er in Einmach-gläser gesperrt, um bei schönem Wetter das Leiterchen im Glas hochzusteigen. Eine derartige Fähigkeit, Schönwetter anzuzeigen, konnte wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden. Vermutlich sind die Tiere in ihren beengten Gurkengläsern bei Sonnenschein in höhere Bereiche der Gläser geklettert, weil die Luft oben einfach besser war.


Rufen als Fitnessprogramm
Ab einer Außentemperatur von etwa 10 Grad wandern sie zu ihren Laichgewässern. Dabei bevorzugen sie warme besonnte Gewässer mit einer Flachwasserzone ohne viele Wasserpflanzen. Mit ihrer auffälligen großen mittigen Schallblase können Männchen bis zu 90 Dezibel auf einen Meter Entfernung „Äpp, äpp, äpp“ rufen – und das ist ziemlich laut und energiezehrend: Ein Laubfrosch-Männchen kann während der Paarungszeit durch ausgiebiges Rufen mehr als 10 Prozent seines Körpergewichts verlieren.

Vielfältige Bedrohungen

Doch der grüne Frosch ist gefährdet: In den vergangenen Jahrzehnten ist der Bestand des Laubfrosches stark zurückgegangen. Die Austrocknung von Gewässern, Grundwasserabsenkungen, Begradigung von Bächen und Flüssen, Entfernung von Hecken etc. schränken seinen Lebensraum ein. Der Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln sowie Müllablagerungen, etc. verschmutzen seine Aufenthaltsorte. Auch Fische minimieren sein Vorkommen, indem sie Laich und Larven fressen. Weitere Gefahren lauern durch den Straßenverkehr, Mähmaschinen und Gullys.

Wie man die grünen Freunde schützen kann

Indem man sich für Biodiversität und Umweltschutz einsetzt, kann man dazu beitragen, dass ausreichend viele Laichgewässer und geeignete Landlebensräumen für den Frosch bestehen bleiben. Auch mit Amphibienschutz-vorrichtungen an Straßen​ können zahlreiche Lurchleben gerettet werden. Nicht zuletzt wollen die kleinen Grünen ungestört sein: Das heißt, man sollte sie weder stören, noch fangen oder gar sammeln.

Bildinfo: Die glatte, meist glänzende Haut in Kombination mit den Haftscheiben und den dunklen Seitenstreifen machen den Laubfrosch unverwechselbar.
© Leo Bleeker

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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