Die Studie des Instituts für Höhere Studien (IHS) im Auftrag der AK OÖ hat gezeigt, dass Patient:innen durch den Besuch einer Privatordination oder durch informelle Zuzahlungen die Wartezeit auf eine geplante OP in unserem Bundesland verkürzen können. „Patientinnen und Patienten, die sich das nicht leisten können, müssen lange Wartezeiten vielfach mit Schmerzen in Kauf nehmen. Diese Praktiken müssen sofort unterbunden werden. Wir fordern, dass Operationen innerhalb von zwölf Wochen durchgeführt werden“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.
Bis zu 80 Wochen muss man in Oberösterreich beispielsweise auf eine Hüft-Endoprothese warten. Das ist die zweitlängste Wartezeit hinter Niederösterreich für eine solche OP in ganz Österreich. Die kürzeste Wartezeit gibt es in Kärnten mit bis zu 22 Wochen. Mehr als ein Viertel der Patient:innen (27,8%) müssen durch die lange Wartezeit auf geplante Operationen mit beruflichen Verschlechterungen kämpfen. So gehen etwa rund zehn Prozent der Befragten in Krankenstand oder kündigen sogar von sich aus das Arbeitsverhältnis.
Rund vier Prozent der Arbeitnehmer:innen werden von ihrem Arbeitgeber gekündigt, entlassen oder das befristete Arbeitsverhältnis wird nicht verlängert.
Die Forderungen der Arbeiterkammer Oberösterreich
Die Wartezeiten auf Leistungen der öffentlichen Gesundheitsversorgung müssen in allen Bereichen drastisch reduziert werden.
Ähnlich wie in Schweden ist in Österreich ein Patientenrecht gesetzlich zu verankern, das eine zeitnahe medizinische Versorgung garantiert. So soll eine elektive Operation innerhalb von zwölf Wochen nach der medizinischen Indikation durchgeführt werden.
Die Landespolitik muss für eine transparente und vergleichbare Umsetzung des Wartelisten-Managements in Oberösterreich sorgen. Vorreihungen auf geplante Operationen aus nicht-medizinischen Gründen in Landes- oder Ordensspitälern müssen sofort unterbunden werden. Die zentrale, landesweite Übersicht muss zu einer interaktiven Plattform weiterentwickelt werden. Sie soll die tatsächlichen Wartezeiten nach Operation, Standort und Fach sowie die Anzahl der vorgemerkten Patient:innen, der Sonderklasse-Patient:innen, inklusive Differenzierung nach Dringlichkeitsstufen darstellen und monatlich aktualisiert werden.
Es soll eine von Krankenhausträgern unabhängige Beschwerdestelle eingerichtet werden, an die sich Patient:innen bei Verdacht auf mögliche Unregelmäßigkeiten im Bereich des Wartelisten-Managements wenden können.











