Mythos Salzkammergut “Heimatleuchten Servus TV” am Freitag, 13.11.2026 ab 20:15 Uhr

Vom weißen Gold und eigenwilligen Menschen

Türkisfarbene Seen, schroffe Berge, kaiserlicher Glanz: Das Salzkammergut ist Sehnsuchtsort und Mythos zugleich. Doch sein Ursprung liegt tief unter der Erde. Seit Jahrtausenden bestimmt das Salz das Leben zwischen Hallstatt, Bad Ischl, Ebensee und dem Ausseerland. Die harte Arbeit im Berg hat Generationen geprägt. Hotelier Gottfried Koller bringt es auf den Punkt: „Im Salzberg drin zu arbeiten, war ein Knochenjob.“ Herausgewachsen seien daraus „charakterstarke Leute“ mit einem gehörigen Maß an Eigensinn.

Ein Land, viele Mittelpunkte

Wo das Herz des Salzkammerguts schlägt, darüber lässt sich trefflich streiten. Für Sternekoch Dominik Utassy von der Geigeralm ist die Sache klar: „Das Herz vom Salzkammergut ist das Ausseerland. Da führt kein Weg vorbei. Ohne Sandling und ohne Hallstatt hätte das Salzkammergut kein Salz und ohne Salz kein Herz.“ Seine Frau Eva Utassy, selbst zugezogen, hat die feinen Unterschiede längst kennengelernt: „Ein Ausseer ist ein Ausseer, aber da muss man auch wieder unterscheiden.“ Altaussee, Bad Aussee und Grundlsee seien jedes für sich eigen, „aber wenn es nach außen geht, dann halten alle zusammen.“

Vom Salzberg auf den Teller

Mit Dominik Utassy führt die Reise tief hinein in den Sandling bei Altaussee, das größte aktive Salzbergwerk Österreichs. Für den Sternekoch ist das kein Ausflug in die Vergangenheit, sondern eine Spurensuche nach einem Produkt, das unmittelbar zu seiner Küche gehört: „Ich verwende ausschließlich das Altausseer Bergsteinsalz.“ Gekocht wird auf der Geigeralm klassisch französisch mit österreichischem Einfluss. Eva Utassy erlebt das Ausseerland wiederum als Gegenentwurf zur schnelllebigen Welt: „Es ist eine analoge Welt. Man redet hier miteinander. Der Postbote klopft noch an die Türe.“

Kaiserlicher Glanz und gelebtes Handwerk

In Bad Ischl führt die Reise zu einem Namen, der seit 1832 untrennbar mit der Stadt verbunden ist: Zauner. Der ehemalige k. u. k. Hoflieferant bewahrt nicht nur Klassiker aus der Kaiserzeit, sondern entwickelt seine Tradition bis heute weiter. Philipp Zauner sieht diese Verbindung als Verpflichtung: „Ischl wäre ohne Zauner nicht das, was es jetzt ist, und umgekehrt.“ Dazu gehören bis heute regionale Zutaten, kurze Wege und eine Backstube mitten im Zentrum. Weiter geht es nach Gmunden zur Kaffeerösterin Marlene Drack und nach Ebensee zu Lederhosenmacher Rudi Daxner. Sie zeigen, dass der Mythos Salzkammergut nicht allein von Hallstatt, Sisi und Postkartenidylle lebt, sondern von Menschen, die ihr Handwerk mit Stolz weitertragen.

Heimatleuchten – Mythos Salzkammergut, Konditorei Zauner in Bad Ischl

© Servus TV / Gerd Kreissl

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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