Achtung Wildwechsel: Alle 45 Minuten stirbt auf den Straßen in der Steiermark ein Wildtier

Fast täglich wird eine Person auf Österreichs Straßen durch einen Wildunfall verletzt. 2025 kamen in der Steiermark 61 Personen zu Schaden. Auf den steirischen Straßen wurden insgesamt 11.636 Wildtiere getötet, die meisten davon im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld, gefolgt von der Südoststeiermark und Leibnitz, zeigt die Fallwildstatistik für das Jagdjahr 2025/26. Alle 45 Minuten stirbt also in der Steiermark ein Wildtier auf der Straße. Besonders an trüben Herbsttagen ist hier Vorsicht geboten und ein an die Witterungen angepasstes Tempo notwendig, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). 38 Prozent aller Wildunfälle in Österreich ereignen sich nämlich aufgrund von nichtangepasster Geschwindigkeit und 54 Prozent aufgrund von Unachtsamkeit und Ablenkung. 

Graz, 22. Oktober 2026. 322 Personen sind im Jahr 2025 bei Wildunfällen verletzt worden, zeigt die aktuelle Unfallstatistik der Statistik Austria, davon 61 Personen in der Steiermark. In Leibnitz und der Südoststeiermark kamen 2025 jeweils 11 Personen zu Schaden, in Hartberg-Fürstenfeld wurden 6 Personen bei Wildunfällen verletzt. Todesfälle gab es im Jahr 2025 keine, aber immer wieder kommt es zu schweren Unfällen. 

Steiermark im Detail: Im Bundesländer-Ranking auf Platz 3

65.036 Wildtiere wurden bei Wildunfällen in Österreich laut der aktuellen Fallwildstatistik als im Straßenverkehr getötet gemeldet (Saison 2025/2026), am häufigsten betroffen sind Rehwild (38.139), Hasen (15.417) und Fasane (4.142). Rund 18 Prozent des Unfallgeschehens betreffen dabei die Steiermark, wo 11.636 Wildtiere ihr Leben auf den steirischen Straßen gelassen haben. Am häufigsten kamen Wildtiere im Straßenverkehr im Bezirk Hartberg-Fürstenfeld (2.023) ums Leben, gefolgt von der Südoststeiermark (1.985) und Leibnitz (1.500). Unter den Bundesländern rangieren bei den getöteten Wildtieren Niederösterreich, gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark an den vordersten Stellen. Zudem ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen, da fälschlicherweise nicht immer die Polizei und Jägerschaft zu einem Wildunfall hinzugezogen werden. 

Stopp, nicht ausweichen!

Bei einer Kollision mit einem Hirsch oder Reh ist die Gefahr besonders groß, dass dabei auch Personen zu Schaden kommen. „Sobald ein Tier vor einem auftaucht, sollte man daher sofort abbremsen, abblenden und gegebenenfalls mehrmals hupen, um das Wild aufzuschrecken und zur Flucht zu veranlassen. Keinesfalls jedoch sollte man Ausweichmanöver einleiten, weil dies in Kollisionen mit dem Gegenverkehr oder mit Bäumen resultieren kann“ so Dr. Johanna Trauner-Karner, Geschäftsführerin des KFV. Weiters sind Wildtiere wie Reh- und Rotwild oft im Rudel unterwegs, weshalb man gleich mit mehreren Tieren rechnen muss, die zudem bei Wechsel des Untergrunds – etwa dem Betreten der Straße – oder dem Blenden mit Scheinwerfern zunächst instinktiv stehen bleiben. Besondere Vorsicht ist auch rund um „Achtung Wildwechsel“-Schildern geboten, die generell an Streckenabschnitten platziert wurden, an denen Jäger und Gemeinden von häufigem Wildwechsel berichten oder auch bereits Wildunfälle vorgefallen sind.

Bei Wildunfall immer die Polizei verständigen          
Falls es trotz aller Vorsichtmaßnahmen zu einem Unfall mit einem Wildtier kommt, sollte man das Fahrzeug möglichst abseits der Fahrbahn abstellen und die Warnblinkanlage einschalten. Für bessere Sichtbarkeit sollte eine Warnweste übergezogen und das Pannendreieck aufgestellt werden. Wurden Personen verletzt, sollte die Rettungskette in Gang gesetzt und Erste Hilfe geleistet werden. Das verletzte Tier sollte nicht berührt oder bewegt werden. Der Wildunfall muss in jedem Fall der Polizei gemeldet werden – nämlich auch dann, wenn keine Personen verletzt wurden und das angefahrene Wild flüchtig ist. Fahrerflucht von der Wildunfallstelle kann rechtliche und versicherungstechnische Fragen nach sich ziehen. „Verständigen Sie im Fall des Falles Polizei und Rettung, ist viel geholfen. Sie retten damit möglicherweise auch Leben“, erklärt Dr. Trauner-Karner.

Eine Grafik des KFV zu den aktuellen Zahlen aus der Wildunfallstatistik und Fallwild im Straßenverkehr nach Bundesländern sowie Sicherheitstipps, um Wildunfälle zu verhindern bzw. im Ernstfall richtig zu reagieren.
Fotograf:in: Stefanie Rosenkranz, Bildrechte: KFV

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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