75 Einsätze im Juli 2026, tägliche Alarmierungen seit 22. Juli
Die Bergrettung Oberösterreich blickt auf einen außergewöhnlich einsatzreichen Juli zurück. Mit 75 Einsätzen wurden im vergangenen Monat mehr als doppelt so viele Alarmierungen verzeichnet wie im Juli 2025, als die Bergrettung zu 33 Einsätzen ausrückte. Besonders auffällig war die Entwicklung in der zweiten Monatshälfte: 40 der insgesamt 75 Einsätze entfielen auf den Zeitraum zwischen 20. und 31. Juli. Allein am 29. Juli wurden die Bergretterinnen und Bergretter in Oberösterreich zu sechs Einsätzen an einem einzigen Tag alarmiert.
Trotz dieser Entwicklung zeigt die Gesamtstatistik ein differenziertes Bild: Im ersten Halbjahr 2026 war die Summe aller Einsätze im Vergleich zum Vorjahr sogar leicht rückläufig. Das hohe Einsatzaufkommen konzentriert sich bislang vor allem auf die Sommermonate. Auch im August setzt sich diese Entwicklung fort. Seit dem 22. Juli bis einschließlich 6. August, ging kein Tag ohne Alarmierung über den Alpin-Notruf 140 vorbei.
Fehleinschätzungen und Hitze als häufige Ursachen
Die Bergrettung Oberösterreich beobachtet heuer vermehrt Einsätze aufgrund von Fehleinschätzungen bei der Tourenplanung. Immer häufiger geraten Wanderer durch in Online-Apps eingezeichnete Steige in alpines und oftmals wegloses Gelände, das ihre persönlichen Fähigkeiten übersteigt. Zusätzlich sorgt die anhaltende Hitze für eine erhöhte Belastung am Berg. Kreislaufprobleme, Erschöpfungszustände und Dehydrierung führen vermehrt zu Notfällen.
Aktuelle Beispiele aus dem Bergrettungsalltag
Die Bandbreite der Einsätze zeigt, mit welchen Herausforderungen die Bergrettung in diesem Sommer konfrontiert ist:
- Grünau im Almtal (24. Juli): Ein 18-jähriger Bergsteiger verirrte sich im Toten Gebirge und geriet in unwegsames Gelände. Aufgrund starker Winde war eine Hubschrauberbergung nicht möglich. Der nur leicht bekleidete und bereits unterkühlte Mann musste nach einem mehrstündigen Sucheinsatz zu Fuß ins Tal begleitet werden.
- Böhmerwald (30. Juli): Innerhalb von nur zwei Stunden wurden die Einsatzkräfte zu zwei Einsätzen alarmiert. Eine Wanderin erlitt bei großer Hitze einen Kreislaufkollaps, kurz darauf musste ein orientierungsloser Wanderer am Plöckenstein lokalisiert und sicher ins Tal begleitet werden.
- Hallstatt (5. August): Ein 24-jähriger Wanderer stürzte auf einem unmarkierten Steig am Vorderen Hirlatz rund 50 Meter durch steiles Gelände und erlitt schwere Verletzungen. Nach der Erstversorgung erfolgte die Rettung mittels Notarzthubschrauber.
Regionale Einsatzschwerpunkte
Zu den aktuellen Hotspots zählen vor allem die Regionen Gosau und Gmunden. Aber auch die Ortsstellen in Ebensee, Bad Ischl, Grünau im Almtal und Hallstatt verzeichnen derzeit zahlreiche Alarmierungen.
Neben den alpinen Einsätzen beschäftigt die Einsatzkräfte auch die anhaltende Trockenheit. Die daraus resultierende Waldbrandgefahr führt ebenfalls zu Unterstützungsleistungen der Bergrettung. So standen die Ortsstellen Ebensee, Bad Goisern und Steyr-Losenstein zuletzt bei Waldbränden im Einsatz.
Appell der Bergrettung Oberösterreich
Die Bergrettung Oberösterreich appelliert an alle Bergsportlerinnen und Bergsportler, ihre Touren sorgfältig vorzubereiten, sich ausreichend über die geplante Route zu informieren und die tatsächlichen Anforderungen einer Tour realistisch einzuschätzen.
Besonderes Augenmerk sollte derzeit auf die Hitzeentwicklung und aktuelle Wetterprognosen gelegt werden. Ausreichend Getränke, passende Ausrüstung sowie eine verantwortungsbewusste Tourenplanung können wesentlich dazu beitragen, Notfälle zu vermeiden. - Im Notfall gilt: Alpin-Notruf 140.


















