Maßnahmen zur Reduktion schwerer Lkw-Unfälle umsetzen
VCÖ (Wien, 22. Mai 2026) – Die Zahl der tödlichen Lkw-Unfälle hat sich in der Steiermark im Vorjahr verdoppelt: Acht Menschen verloren bei Kollisionen mit Lkw ihr Leben, um vier mehr als im Jahr 2024, weist die Mobilitätsorganisation VCÖ auf Daten der Statistik Austria hin. In den vergangenen zehn Jahren starben in der Steiermark 97 Menschen bei Verkehrsunfällen mit Lkw. Es braucht verstärkte Maßnahmen, um die Zahl schwerer Lkw-Unfälle zu reduzieren, betont der VCÖ. Neben mehr Lkw-Kontrollen sowie der Ausrüstung von Lkw mit Assistenzsystemen sind auch Maßnahmen zur Verlagerung von mehr Gütern auf die Schiene und zur Vermeidung von Lkw-Verkehr durch eine bessere Logistik notwendig.
“Lkw sind oft ein tödlicher Unfallgegner. Das wurde leider auch im Vorjahr wieder deutlich sichtbar”, macht VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk aufmerksam. Die Zahl der Todesopfer stieg im Vorjahr um vier auf acht Menschen. Fünf Todesopfer waren Pkw-Insassen, drei waren Motorradfahrer. Damit war in der Steiermark rund jeder achte Verkehrstote im Vorjahr die Folge einer Kollision mit einem Lkw.
Der Anteil der Lkw an tödlichen Verkehrsunfällen ist dreieinhalbmal so hoch wie deren Anteil an Verkehrsunfällen insgesamt, wie die VCÖ-Analyse zeigt. Wenn es zu einem Unfall mit einem Lkw kommt, dann ist das Risiko fataler Folgen sehr hoch. Beteiligung heißt nicht, dass die Unfälle von Lkw verursacht wurden, betont der VCÖ. Aber aufgrund ihrer Masse sind Lkw oft ein tödlicher Unfallgegner. Während insgesamt in der Steiermark im Vorjahr pro 82 Verkehrsunfälle mit Personenschaden ein Todesopfer zu beklagen war, endete jeder 23. Lkw-Unfall tödlich, wie die VCÖ-Analyse auf Basis von Daten der Statistik Austria zeigt.
Im Bundesländer-Vergleich hatte Niederösterreich im Vorjahr mit 25 die mit Abstand höchste Opferzahl durch Lkw-Unfälle. Die Steiermark hatte gemeinsam mit Tirol nach Oberösterreich die dritthöchste Zahl an Todesopfern.
Um die Zahl der tödlichen Lkw-Unfälle zu senken, braucht es ein Maßnahmenpaket, betont der VCÖ. In Städten und Gemeinden sind besonders rechts abbiegende Lkw für alle gefährlich, die zu Fuß oder mit dem Rad mobil sind. Lkw sollten daher verpflichtend mit Abbiegeassistenten nachgerüstet werden. Gleichzeitig sind gefährliche Kreuzungen zu entschärfen, die Sichtbereiche sind zu verbessern. In größeren Städten, wie Graz, kann mit verstärkter urbaner Logistik die Anzahl der Lkw-Fahrten reduziert werden.
Für das Transitland Österreich sind aber auch Maßnahmen gegen die massive Zunahme des Lkw-Verkehrs auf den Autobahnen nötig. Wesentlich ist, dass die Einhaltung der bestehenden Gesetze und Regelungen viel stärker kontrolliert wird. So gilt für Lkw auf Autobahnen und Schnellstraßen ein Tempolimit von 80 km/h. Die bestehende hohe Toleranzgrenze beim Überschreiten von Tempolimits führt aber dazu, dass die meisten Lkw deutlich schneller fahren. Der VCÖ fordert eine deutliche Reduktion der Toleranzgrenze und verstärkte Geschwindigkeitskontrollen.
Zudem sind insgesamt die Lkw-Kontrollen zu erhöhen, um jene Lkw rechtzeitig aus dem Verkehr zu ziehen, die gravierende technische Mängel aufweisen oder Lenk- und Ruhezeiten missachten. “Lkw mit technischen Mängeln oder übermüdete Lenker sind eine Gefahr für alle Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer. Umso wichtiger ist es, mehr Lkw-Kontrollen durchzuführen”, stellt VCÖ-Expertin Klara Schenk fest.
VCÖ: Viele Todesopfer bei Verkehrsunfällen mit Lkw in der Steiermark
(Tödlich Verunglückte und Verletzte in der Steiermark bei Verkehrsunfällen mit Lkw-Beteiligung)
Jahr 2025: 8 Todesopfer und 282 Verletzte
Jahr 2024: 4 Todesopfer und 207 Verletzte
Jahr 2023: 10 Todesopfer und 250 Verletzte
Jahr 2022: 13 Todesopfer und 228 Verletzte
Jahr 2021: 7 Todesopfer und 296 Verletzte
Jahr 2020: 10 Todesopfer und 210 Verletzte
Jahr 2019: 11 Todesopfer und 271 Verletzte
Jahr 2018: 13 Todesopfer und 326 Verletzte
Jahr 2017: 12 Todesopfer und 301 Verletzte
Jahr 2016: 9 Todesopfer und 264 Verletzte
Quelle: Statistik Austria, VCÖ 2026
