Renaturierung im großen Stil und in der Praxis: Vom Plan zum lebendigen Fluss am Beispiel Traun im Inneren Salzkammergut


Renaturierungen sind mehr als „Öko-Projekte“: sie stärken Biodiversität, reduzieren Hochwasserrisiken, verbessern Wasserqualität, erhöhen die Klimaresilienz der Landschaft und schaffen lokale Wertschöpfung.
Warum Renaturierung? — Vorteile auf einen Blick

  • Hochwasserschutz & natürliche Rückhaltefläche: Weite, Auen und Nebenarme puffern Wellen, reduzieren Spitzenabflüsse und entlasten technische Schutzbauten.
  • Biodiversität & Lebensräume: Mäandrierende Gewässer, Kiesbänke und Totholz schaffen Lebensräume für Fische (Bachforelle, Äsche), Vögel (z. B. Eisvogel) und Insekten.
  • Wasserqualität & Selbstreinigung: Vergrößerte Sohl- und Uferstrukturen verbessern Stoffumsatz und Sauerstoffgehalt.
  • Klimaanpassung & Kohlenstoffspeicher: Feuchtflächen und naturnahe Ufer speichern Kohlenstoff und erhöhen die Landschaftsresilienz gegen Dürre.
  • Ökonomischer Nutzen: Studien und EU-Analysen zeigen hohe Nutzen-Kosten-Raten für Wiederherstellungsmaßnahmen — jeder investierte Euro bringt vielfache volkswirtschaftliche Vorteile (Schätzungen der europäischen Umweltbehörde: zwischen 8€ und 38€ Nutzen je investiertem Euro).
    „Wenn wir Flüssen und Bächen wieder mehr Raum geben, geben wir auch der Natur und damit uns selbst wieder mehr Lebensraum zurück. Renaturierung ist Versicherung in der Landschaft — wer Auen und Nebenarme zurückgibt, gewinnt Hochwasserschutz, Artenvielfalt und Lebensqualität in einem“, betont Umwelt- und Klima-Landesrat Stefan Kaineder.
    Aufweitung bei der Kläranlage Bad Goisern – Obere Traun km 110
    Derzeit werden vom Gewässerbezirk Gmunden sieben Abschnitte entlang der oberen Traun mit dem Ziel der gewässerökologischen Aufwertung bearbeitet.
    Gemäß dem 4. Sanierungsprogramm für Fließgewässer sind an sogenannten Schwerpunktstrecken morphologische Sanierungen für die Wiederherstellung von typspezifischen Lebensbedingungen umzusetzen. Ziel ist die Erreichung bzw. Erhaltung des guten ökologischen Zustands.
    Zur Erreichung dieses Zieles wurden Maßnahmen definiert. Maßnahmen der Kategorie
    „klein“, „mittel“ und „groß“. Gemäß Fachgutachten sind im Flussabschnitt der Traun zwischen km 109,00 bis 115,05 kleine Maßnahmen im Umfang von 300 m und mittlere Maßnahmen im Umfang von 350 m gefordert. Kleine Maßnahmen umfassen den Einbau von zusätzlichen Strukturelementen wie z.B. Buhnen. Mittlere Maßnahmen erfordern eine Aufweitung des Hochwasserabflussprofils um durchschnittlich 50% um eine Annäherung an den natürlichen Gewässertyp zu ermöglichen. Der Reinhaltungsverband Hallstättersee und die Gemeinde Bad Goisern ermöglichten durch die Inanspruchnahme ihrer Grundstücke die Planung für eine dementsprechende Umsetzung.
    Vom Ingenieurbüro HIPI in Vöcklabruck wurde ein Projekt erstellt, welches im Juni 2023 verhandelt wurde.

v.l.: Hansjörg Schenner, Wilhelm Laimer, LR Stefan Kaineder, Direktorin Daniela König, Bgm. Leopold Schilcher, Rudolf Hackl, Alexandra Mayr, Stefan Mitterlehner und LAbg. Mario Haas.
Foto: Denise Stinglmayr
Bildrechte: Land OÖ

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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