VCÖ: Verkehrssicherheit erhöhen, auch durch eigenes Fahr- und Mobilitätsverhalten
Die Zahl der Verkehrstoten ist in der Steiermark im 1. Quartal gestiegen, informiert die Mobilitätsorganisation VCÖ. 15 Menschen kamen seit Jahresanfang bei Verkehrsunfällen in der Steiermark ums Leben, um sechs mehr als m 1. Quartal des Vorjahres. Österreichweit gab es in den ersten drei Monaten nach vorläufigen Daten 64 Verkehrstote zu beklagen. Damit Österreich sein Verkehrssicherheitsziel erreichen kann, braucht es verstärkte Maßnahmen, wie mehr Tempo 80 statt 100 auf Freilandstraßen, verstärkte Kontrollen sowie die Aufnahme von Handy am Steuer ins Vormerksystem.
Seit Jahresanfang kosteten Verkehrsunfälle in der Steiermark bereits 15 Menschen ihr Leben, berichtet der VCÖ. Im 1. Quartal 2025 kamen neun Menschen im Straßenverkehr ums Leben, im 1. Quartal 2024 13 Menschen. Die drei größten Opfergruppen im heurigen Jahr waren Pkw-Insassen (fünf Todesopfer), Motorradfahrer und Fußgänger (jeweils drei). Im Bundesländer-Vergleich verzeichnete die Steiermark nach Niederösterreich (22) die zweithöchste Anzahl an Verkehrstoten.
Durch das eigene Fahrverhalten kann man das Unfallrisiko deutlich reduzieren. Aufmerksam und rücksichtsvoll fahren, keine riskanten Überholmanöver machen sowie das Motto “Gleiten statt Rasen” beherzigen, ebenso “Don’t Phone & Drive” und “Don’t Drink & Drive”. Grundsätzlich ist man mit öffentlichen Verkehrsmitteln sicherer unterwegs als im Pkw. “Mehr Bahn- und Busverbindungen sind nicht nur eine wirksame Maßnahme, um der Bevölkerung bei steigenden Spritpreisen kostengünstige Mobilität zu ermöglichen, sondern auch um die Verkehrssicherheit zu erhöhen und die Zahl der schweren Unfälle zu verringern”, stellt VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk fest.
Österreichweit wurden heuer im 1. Quartal 64 Menschen im Straßenverkehr getötet – um eine Person mehr als im 1. Quartal des Vorjahres, berichtet der VCÖ. Damit ist die Zahl der Verkehrstoten in Österreich weiterhin hoch, anstatt deutlich zu sinken. Bereits für das Jahr 2020 hatte sich Österreich zum Ziel gesetzt, die Zahl der Verkehrstoten auf weniger als 312 zu reduzieren. Dieses Ziel wurde seither in keinem einzigen Jahr erreicht. Im Vorjahr kamen laut vorläufigen Daten des Innenministeriums 397 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben. Der Handlungsbedarf ist groß, umso mehr als Österreichs Verkehrssicherheitsziel für das Jahr 2030 weniger als 207 Verkehrstote lautet, erinnert der VCÖ.
Dieser Zahl kam die mit Österreich gut vergleichbare Schweiz bereits im Vorjahr mit 214 sehr nahe. Die Schweiz hat niedrigere Tempolimits. Auf Autobahnen gilt Tempolimit 120, auf Freilandstraßen ist 80 km/h als Höchstgeschwindigkeit die Regel. “Niedrigeres Tempo verkürzt den Anhalteweg, reduziert das Unfallrisiko und im Fall des Unfalls die Unfallschwere”, erinnert VCÖ-Expertin Klara Maria Schenk. Ein Pkw, der auf einer Freilandstraße mit 80 km/h fährt, steht nach rund 51 Metern Anhalteweg (Reaktions- plus Bremsweg). Bei Tempo 100 km/h hat er hingegen einen Anhalteweg von etwa 74 Metern. An dem Punkt, an dem ein Pkw also bei 80 km/h bereits stehen würde, ist er bei Tempo 100 noch mit rund 66 km/h unterwegs.
In der Schweiz ist zudem die Toleranz beim Überschreiten von Tempolimits mit rund 5 km/h deutlich geringer, während sie in Österreich teilweise bis zu 15 km/h beträgt. Untersuchungen zeigen, dass in der Schweiz Tempolimits deutlich häufiger eingehalten werden als in Österreich. Auch die in der Schweiz höheren Strafen tragen zu mehr Disziplin im Straßenverkehr bei.
Auch sind in Österreich verstärkte Maßnahmen gegen Handy am Steuer nötig. Im Vorjahr hat die Exekutive 112.317 Lenkerinnen und Lenker beim Handy-Telefonieren am Steuer erwischt, in der Steiermark 16.269. Wer mit dem Handy am Ohr telefoniert reagiert so langsam wie ein Alkolenker mit 0,8 Promille, verdeutlicht der VCÖ. Auch deshalb sollte Handy am Steuer in Österreich endlich ins Vormerksystem aufgenommen werden, wie es in der Mehrzahl der EU-Staaten bereits der Fall ist.
VCÖ: In der Steiermark ist heuer im 1. Quartal die Zahl der Verkehrstoten gestiegen (Anzahl Verkehrstote in der Steiermark, jeweils 1.1. – 31.3.)
1.Quartal 2026: 15 Verkehrstote (vorläufige Daten)
1.Quartal 2025: 9 Verkehrstote (endgültige Daten)
1.Quartal 2024: 13 Verkehrstote
1. Quartal 2023: 11 Verkehrstote
1.Quartal 2022: 19 Verkehrstote
1.Quartal 2021: 6 Verkehrstote
1.Quartal 2020: 10 Verkehrstote
1.Quartal 2019: 10 Verkehrstote
Quelle: Statistik Austria (2019-2025), BMI, VCÖ 2026








