Sonntag: „Ein wichtiger Schritt zu gleichen Rahmenbedingungen
für inner- und außereuropäische Händler“
Der Rat der Europäischen Union hat nun die Abschaffung der 150-Euro-Zollfreigrenze für Pakete aus Drittstaaten gebilligt. „Das ist ein wichtiger und dringend notwendiger Schritt zu gleichen Rahmenbedingungen für inner- und außereuropäische Händler, denn internationale Billiganbieter fluten mit anonymen Abläufen, unklaren Qualitätsversprechen und schwer erreichbarem Service den Markt und setzen somit den heimischen Handel immer mehr unter Druck. Es ist erfreulich, dass die EU nun offensichtlich das Problem erkannt hat und zumindest ein erstes Zeichen für mehr Fairness setzt“, sagt Martin Sonntag, Obmann der Sparte Handel der WKOÖ.
Nach Angaben der Europäischen Kommission hat sich die Menge kleiner Pakete, die in die EU eingeführt werden, seit 2022 jedes Jahr verdoppelt. 2024 gelangten 4,6 Mrd. solcher Pakete auf den EU-Markt. 91 Prozent davon stammen aus China. „Wenn das Wachstum so weitergeht wie bisher und sich die Zahl der Pakete von Temu, Shein und Co. abermals jährlich verdoppelt, dann gelangen 2025 bereits 8,34 Mrd. und 2026 mehr als 16 Mrd. Paketsendungen aus China nach Europa. Zudem gibt es Hinweise auf einen systematischen Missbrauch der Zollfreigrenze von 150 Euro. Hochwertige Bestellungen werden in mehrere Sendungen mit einem Wert unter 150 Euro aufgeteilt, um in den Genuss der Zollbefreiung zu kommen“, warnt Sonntag.
„Ursprünglich war die Abschaffung der 150-Euro-Zollfreigrenze erst für 2028 geplant, jetzt kommt sie richtigerweise doch schon früher, um die herrschende Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der heimischen Händler wieder etwas auszugleichen“, so Sonntag. Mit Inbetriebnahme des EU Customs Data Hub im Jahr 2028 werden Zölle für alle Waren erhoben, die in die EU eingeführt werden. Bis dahin ist ab 1. Juli 2026 bis 1. Juli 2028 ein Pauschal-Zoll von 3 Euro auf Pakete mit einem Wert von weniger als 150 Euro anzuwenden, die direkt an Verbraucher in der EU versandt werden. „Auch wenn drei Euro nicht viel sind, ist es ein erster Schritt. Doch dieser ersten Maßnahme gegen die Paketflut aus China müssen weitere folgen“, ist Sonntag überzeugt.
Auch der heimische Endverbraucher kann viel zur Stärkung des regionalen Handels beitragen. „Jeder Euro, der im heimischen Geschäft ausgegeben wird, wirkt mehrfach. Er sichert faire Arbeitsplätze nach österreichischem Recht, fließt in Sozialabgaben und kehrt über Steuern in die heimische Infrastruktur zurück. Regionale Händler bilden Lehrlinge aus, zahlen faire Löhne und Gehälter und stehen Konsumenten und Behörden vor Ort Rede und Antwort. Der Handel in Oberösterreich bietet die lange bewährte Sicherheit: geprüfte Ware, kurze Wege, persönliche Beratung und Lösungen vor Ort. Das schafft Vertrauen und hält Wertschöpfung in der Region“, unterstreicht Sonntag.









