Oberösterreichs Straßenmeistereien sind auch in diesem Winter stark gefordert. Vor allem Wetterlagen mit Temperaturen rund um den Gefrierpunkt, milden Phasen am Tag und leichten Minusgraden in der Nacht führen vermehrt zu Straßenglätte, mit der viele Verkehrsteilnehmer nicht rechnen. Das erhöht den Streu- und Kontrollaufwand deutlich und erfordert eine besonders aufmerksame Einsatzplanung.
„Gerade diese wechselhaften Bedingungen sind für den Winterdienst besonders anspruchsvoll. Unser Ziel ist es, Gefahren möglichst frühzeitig zu erkennen und rasch zu reagieren, um die Verkehrssicherheit auf Oberösterreichs Landesstraßen bestmöglich zu gewährleisten“, betont Infrastruktur-Landesrat Mag. Günther Steinkellner.
Rund 550 Mitarbeiter im Wintereinsatz
Rund 550 Mitarbeiter der 31 Straßenmeistereien stehen in Oberösterreich im Winterdiensteinsatz. Je nach Region fallen im Schnitt zwischen 50 und 150 Winterdiensttage pro Saison an. Bis zum 22. Jänner 2026 wurden bereits rund 80.000 Einsatzstunden geleistet – mehr als im Vergleichszeitraum des vergangenen Winters.
Zentrale Rolle der Winterdienstkoordinatoren
Eine Schlüsselrolle bei der Einsatzsteuerung übernehmen die Winterdienstkoordinatoren in den Straßenmeistereien. Sie entscheiden auf Basis aktueller Daten, ob und in welchem Umfang ein Einsatz erforderlich ist. Oft genügt es, mit ein bis zwei Fahrzeugen exponierte Streckenabschnitte zu kontrollieren und gezielt zu streuen. Bei flächendeckender Glätte oder Schneefall werden sämtliche Fahrzeuge der Straßenmeistereien alarmiert. Bei extremen Wetterereignissen kommen zusätzlich Fahrzeuge von Frächtern und Gemeinden im Auftrag des Landes zum Einsatz.
Moderne Technik unterstützt Einsatzplanung
Für eine präzise und vorausschauende Einsatzplanung stehen den Winterdienstverantwortlichen moderne Hilfsmittel zur Verfügung:
Eine regional sehr fein aufgelöste Wetterprognose mit Warnungen vor Eisregen, Schneefall oder Sturmböen bildet die Grundlage für die Einsatzentscheidung. Ergänzt wird diese durch ein landesweites Netz von 110 Glättefrühwarnmessstellen, die an neuralgischen Punkten automatisch Alarm auslösen, sobald Vereisung droht.
Darüber hinaus liefern 285 Straßenzustandskameras an 129 Standorten laufend Live-Bilder von besonders sensiblen Streckenabschnitten und ermöglichen eine laufende Lagebeurteilung in Echtzeit.
Höherer Salz- und Soleverbrauch durch Witterung
Bis zum 22. Jänner wurden in dieser Wintersaison bereits 33.500 Tonnen Streusalz sowie rund 11,2 Millionen Liter Solelösung verbraucht. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres lagen die Verbräuche bei 26.400 Tonnen Salz und 9,5 Millionen Litern Sole.
Für den gesamten Zeitraum von 1. November 2025 bis 31. März 2026 wird aktuell ein Gesamtverbrauch von 40.000 bis 45.000 Tonnen Streusalz sowie 15 bis 20 Millionen Litern Sole erwartet.
Effiziente Streutechnik schont Ressourcen
Seit rund zehn Jahren setzen die Straßenmeistereien in Österreich überwiegend auf Feuchtsalzstreuung. Dabei wird dem trockenen Streusalz ein Anteil von 30 bis 70 Prozent Salzsole beigemischt. Bei präventiven Einsätzen kann auch ausschließlich mit Sole gestreut werden.
Diese Technik verbessert die Haftung des Streumittels auf der Fahrbahn, reduziert Verluste durch Verwehung und ermöglicht einen gezielteren und sparsameren Einsatz. Präventivstreuungen verhindern zudem die Entstehung von Reifglätte und schaffen bei angekündigtem Schneefall eine Trennschicht zwischen Asphalt und Schnee, was die anschließende Schneeräumung erleichtert.
Rund 6.000 Kilometer Landesstraßen im Winterdienst
Insgesamt werden in Oberösterreich rund 6.000 Kilometer Landesstraßen B und L mit einer Fläche von etwa 39,3 Millionen Quadratmetern im Winter betreut. Diese sind auf 233 Winterdienst-Routen aufgeteilt:
151 Routen mit rund 4.650 km werden von den Straßenmeistereien betreut,
52 Routen mit rund 1.200 km von privaten Unternehmen im Auftrag des Landes,
30 Routen mit rund 150 km von Gemeinden im Auftrag des Landes.
Umfangreiche Lager- und Fahrzeugkapazitäten
Für eine sichere Versorgung stehen landesweit 105 Salzsilos mit einer Gesamtkapazität von rund 24.500 Tonnen zur Verfügung. Zusätzlich gibt es interne Salzhallen in Ansfelden, Bad Ischl und Uttendorf mit rund 3.000 Tonnen Lagerkapazität sowie eine externe Salzhalle im Ennshafen mit weiteren 6.000 Tonnen.
Für den Soleeinsatz stehen 37 Solemischanlagen und 56 Solelagertanks mit einer Gesamtkapazität von rund 2,7 Millionen Litern bereit.
Der Fuhrpark der Straßenmeistereien umfasst 150 LKW und Unimog mit Pflug- und Streuausrüstung sowie 37 Schneefräsen und Schneeschleudern für starke Schneefälle und Verwehungen. Drei landeseigene Werkstätten in Linz, Ried und Gmunden sorgen für rasche Reparaturen. Zusätzlich stehen 10 LKW und 4 Unimog als Reservefahrzeuge bereit, um Ausfälle sofort kompensieren zu können.
„Der Winterdienst in Oberösterreich ist technisch modern, personell gut aufgestellt und organisatorisch effizient. Ich danke unseren Mitarbeitern für ihren hervorragenden Einsatz. Unser Anspruch ist klar: sichere Straßen für die Menschen in unserem Land – auch unter herausfordernden winterlichen Bedingungen“, so Landesrat Steinkellner abschließend.







