Mit Holz und Herz: Sozialbetreuung verhilft zu mehr Selbständigkeit


Der Zivildienst öffnete Paul Reingruber aus Gmunden die Tür in den Sozialbereich – geblieben ist er aus Überzeugung. An der Caritas-Schule für Sozialbetreuungsberufe Josee in Ebensee am Traunsee absolvierte der 24-Jährige die Ausbildung zum Fach-Sozialbetreuer Behindertenbegleitung. Wer, wie Paul Reingruber, einen Beruf mit Sinn sucht, ist in der Sozialbetreuung genau richtig. Infos gibt’s beim Online-Infoabend am 19. März 2026 um 18 Uhr, Anmeldung: www.josee.at
Die Ausbildung an der Caritas-Schule kombiniert den Unterricht mit Praktika in Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialbereich. So kann das theoretisch erworbene Wissen in der Praxis erprobt, angewendet und vertieft werden. Ein Praktikum absolvierte Paul Reingruber in einer Einrichtung für Menschen mit mehrfacher Beeinträchtigung, wo auch der 29-jährige Andreas in der Fähigkeitsorientierten Aktivität arbeitet.
Als eines Tages das Unternehmen GoodGoods anfragte, ob in der Einrichtung robuste Holzklammern aus Ahornholz produziert werden können, war für Paul Reingruber klar: Diese Aufgabe eignet sich ideal für sein Abschlussprojekt an der Caritas-Schule. „Die Vorgabe lautete: Mindestens 80 Prozent der Arbeitsschritte sollten von Menschen mit Behinderungen selbstständig durchgeführt werden. Andreas und ich nahmen diese Herausforderung an und stellten uns gemeinsam dieser Aufgabe“, erzählt Paul Reingruber. Mit viel Geduld, Struktur und Einfühlungsvermögen führte er Andreas an die Holzarbeit heran. Paul Reingruber erklärte die Maschinen Schritt für Schritt, bereitete den Arbeitsplatz sorgfältig vor und stimmte die Anforderungen genau auf Andreas’ Fähigkeiten ab. Durch regelmäßige Wiederholungen, klare Anleitungen und ein geschütztes Arbeitsumfeld gelang es, Sicherheit und Vertrauen aufzubauen. So konnte Andreas die Aufgabe schließlich selbstständig und mit sichtbarem Stolz bewältigen.
„Holz ist für mich ein lebendiger und ehrlicher Werkstoff – genauso wie dieses Projekt. Es ging nicht nur ums Produkt, sondern um das Entdecken von Fähigkeiten und echte Selbstwirksamkeit“, erzählt Paul Reingruber. Die Holzklammern wurden für die beiden zum Symbol für Selbstständigkeit, für das Zutrauen in eigene Fähigkeiten – und für die Bedeutung von Begleitung, die stärkt statt zu überfordern. „Ich habe gelernt, wie wichtig es ist, kleine Fortschritte bewusst wahrzunehmen und durch Lob weiter zu motivieren“, resümiert Paul Reingruber. „Als Andreas die fertigen Produkte an GoodGoods übergeben durfte, war seine Freude unbezahlbar – für ihn und für mich.“

Foto: Caritas

Über den Autor

Markus Raich
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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