Workshop des Welterbemanagements beleuchtet die Anziehungskraft des Salzkammerguts
Im Jahr 1997 hat das UNESCO Welterbekommitee in Paris den Titel „UNESCO Welterbe Kulturlandschaft Hallstatt – Dachstein / Salzkammergut“ an die Region im Norden des Dachsteins vergeben. Während die Bewohner der Region ohnehin wussten, dass sie in einer der schönsten Landschaften überhaupt wohnten, war die Anerkennung als „Erbe der Menschheit“ als nur eine von 12 Stätten in Österreich die internationale und offizielle Bestätigung des außergewöhnlichen Wertes der Gegend. Um Welterbe zu sein, muss eine Region oder Stätte einzigartige Merkmale bzw. Attribute besitzen, die den OUV (Outstanding Universal Value) beschreiben. Das Salzkammergut zeichnet sich in den Augen der UNESCO unter anderem durch die alpentypische Landschaft, durch die jahrtausendealte Salzindustrie, die Forschung und die Baukultur aus.





Ist der Charme des Salzkammerguts einzigartig?
Das Salzkammergut ist eine lebendige Kulturlandschaft, wir verändern uns mit ihr. Unsere Identität und Lebensqualität schöpfen sich nicht nur aus der archäologischen Forschung oder der Landschaft, die unsere Vorfahren geprägt haben, sondern auch aus den aktuellen Entwicklungen, die wir daraus ableiten. Deshalb ist es im Management der Stätte wichtig, diese aktuellen Merkmale und Attribute auch zu benennen und aufzunehmen. Was war in der Vergangenheit typisch, was prägt sie heute und was wollen wir, dass Sie in Zukunft prägt.
In einem Workshop wurde unter dem Arbeitstitel „Sehnsuchtsort“ die Fragestellung diskutiert, wie die Ausstrahlung des Salzkammerguts sich über die Jahrhunderte entwickelt und gewandelt hat und ob diese Attraktivität prägnant formuliert werden kann.
Der Goiserer Historiker Dr. Michael Kurz hat dazu im Vorfeld eine Dokumentation über die Motivation von Reisebewegungen von Forschern, Künstlern und Kurgästen erstellt, seit mehr als 200 Jahren ins Salzkammergut zu reisen. Das Gespräch mit rund 20 Experten und Insidern fand vor bester Kulisse im Gletscherrestaurant am Krippenstein statt. Dort zeigte sich der Dachstein mit seinen Gletschern in bestem Licht und frisch verschneit, als ob er stolz zeigen wollte: „ich bin hier die Hauptattraktion“.
Die Erzählungen und Diskussionen der Teilnehmer zum Thema waren äußerst fruchtbar. Die positive Anziehungskraft der regionalen Natur und Kultur wurde in vielen Facetten und von vielen Seiten beleuchtet. In der Überzeugung, dass das Salzkammergut einen einzigartigen Zauber auf Menschen ausübt, stimmten alle Teilnehmer überein. Tourismusexperte Reinhard Lanner aus Abtenau leitete den Workshop so, dass greifbare Thesen für die weitere Bearbeitung im Welterbemanagement entstanden
Welterbe-Projektmanager und Organisator des Workshops Karl Posch – selbst aus Gosau – zeigte sich zufrieden:
„Es war heute spannend, die unterschiedlichen Standpunkte und Erfahrungen der Teilnehmer aus vielen verschiedenen Fachbereichen zu hören. Denn am Ende scheint es eine große Gemeinsamkeit zu geben, nämlich die hohe persönliche Identifikation der Bewohner mit dem Salzkammergut. Das ist es, was das außergewöhnliche Kapital der regionalen Natur und Kultur erst wertvoll macht. Der sprichwörtliche Stolz der Bewohner, im Salzkammergut leben und wirken zu dürfen, ist gerechtfertigt. Diese Qualität auch für Generationen nach uns zu erhalten, dafür sind Veranstaltungen und Netzwerke wie dieser Workshop wichtig.“
Wie geht es weiter
Nun geht es für das Welterbemanagement an die Aufarbeitung der erarbeiteten Inhalte. Die Erkenntnisse aus dem Workshop werden mit den Landes- und Bundesverwaltungen diskutiert und sollen am Ende des Prozesses im Rahmen der verpflichtenden Berichterstattung nach Paris gemeldet werden. Diese Verdichtung des OUVs soll eine verbesserte Grundlage für eine lebendige Kulturlandschaft bilden, die eine nachhaltige Entwicklung möglich macht.











