VCÖ-Spritpreisbilanz 2023: Benzin und Diesel waren heuer deutlich billiger als im Vorjahr

VCÖ (Wien, 21. Dezember 2023) – Während insgesamt die Preise heuer um rund acht Prozent gestiegen sind, sind die Preise für Eurosuper und Diesel heuer im Jahresschnitt um fast neun Prozent niedriger als im Vorjahr, wie die aktuelle VCÖ-Spritpreisbilanz zeigt. Mit durchschnittlich 1,66 Euro war ein Liter Diesel um 16 Cent billiger als im Vorjahr. So wie im Jahr 2022 war auch heuer Eurosuper günstiger als Diesel. Ein wesentlicher Hebel zur Reduktion der Spritkosten ist eine Verringerung des Spritverbrauchs, betont die Mobilitätsorganisation VCÖ.

„Tanken war heuer deutlich billiger als im Vorjahr und die Preise verzeichneten geringere Schwankungen als im Vorjahr. So wie im Jahr 2022 war auch heuer Eurosuper günstiger als Diesel“, fasst VCÖ-Expertin Lina Mosshammer die Spritpreisbilanz zusammen. Im Schnitt war heuer für einen Liter Diesel 1,66 Euro zu zahlen, um 16 Cent weniger als im Jahr 2022. Der Preis für einen Liter Eurosuper war mit durchschnittlich 1,58 Euro etwas niedriger als jener von Diesel und lag um 15 Cent unter dem Durchschnitt des Vorjahres, informiert der VCÖ.

Während nominal die Spritpreise um fast neun Prozent gefallen sind, war der reale Rückgang unter Berücksichtigung der Inflation noch größer. Die Differenz zwischen Höchst- und Tiefstpreis, die im Vorjahr noch bei rund 70 Cent lag, war heuer mit 31 Cent bei Diesel und 23 Cent bei Eurosuper deutlich geringer, so ein weiteres Ergebnis der VCÖ-Spritpreisbilanz.

Für die jährlichen Spritkosten ist der Verbrauch ein größerer Einflussfaktor als der Spritpreis, stellt der VCÖ fest. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 6,4 Liter Diesel betragen die Spritkosten pro Kilometer 10,6 Cent, wer im Schnitt nur 5 Liter pro 100 Kilometer verbraucht senkt die Kosten auf 8,3 Cent pro Kilometer, was bei einer durchschnittlichen Jahresfahrleistung von 12.200 Kilometer eine Ersparnis von 280 Euro bringt. „Wäre das bereits in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts von den Herstellern versprochene 3-Liter Auto heute der Standard , dann hätten Österreichs Haushalte nur halb so hohe Spritkosten “, verdeutlicht VCÖ-Expertin Lina Mosshammer den großen Einfluss des Spritverbrauchs auf die Kosten. Umso wichtiger sind niedrigere CO2-Grenzwerte für Neuwagen, damit die Hersteller mehr spritsparende Modelle auf den Markt bringen.

Durch das eigene Fahrverhalten kann der Verbrauch um 15 bis 20 Prozent reduziert werden. Besonders wirksam ist gleiten statt rasen, also Tempo reduzieren und vorausschauend und gleichmäßig fahren. Zudem rasch in den nächsthöheren Gang schalten, um niedrig tourig zu fahren.

Neben dem Fahrverhalten kann das Mobilitätsverhalten die Spritkosten deutlich reduzieren. Pro Kilometer ist auf Kurzstrecken der Verbrauch besonders hoch. Wer kurze Strecken zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurücklegt, spart Geld und tut zudem der eigenen Gesundheit gutes. Weiters schonen Fahrgemeinschaften die Geldbörse. Und wer ein gutes öffentliches Verkehrsangebot in der Nähe hat, kann mit den regionalen Klimatickets viel Geld sparen. Mit diesen kann ein Jahr lang der Öffentliche Verkehr im jeweiligen Bundesland genutzt werden, sie kosten zwischen 365 Euro und 550 Euro. Wird das amtliche Kilometergeld von 42 Cent zugrunde gelegt, dann kommt man mit dem Auto mit 550 Euro lediglich 1.309 Kilometer und mit 365 Euro nur 869 Kilometer. Die Erstautos der privaten Haushalte sind im Schnitt etwas mehr als 1.000 Kilometer im Monat im Einsatz.

VCÖ: Diesel war heuer billiger als im Vorjahr, aber erneut teurer als Eurosuper (Durchschnittlicher Spritpreis)

Jahr 2023: 1,66 Euro

Jahr 2022: 1,82 Euro

Jahr 2021: 1,24 Euro

Jahr 2020: 1,05 Euro

Jahr 2019: 1,21 Euro

Jahr 2018: 1,22 Euro

Jahr 2017: 1,11 Euro

Jahr 2016: 1,03 Euro

Jahr 2015: 1,12 Euro

Jahr 2014: 1,30 Euro

Jahr 2013: 1,36 Euro

Jahr 2012: 1,41 Euro

Quelle: EU-Kommission, VCÖ 2023

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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