Sturmtief bringt große Lawinengefahr

Höhepunkt des Unwetters jetzt und bis zum Abend / Höchste Lawinenwarnstufen für kommende Tage
Salzburger Landeskorrespondenz, 23. Dezember 2023
(LK) Wie der Katastrophenschutz des Landes informiert, findet jetzt rund um die Mittagsstunden der letzte Höhepunkt des Sturmtiefs statt. Es gilt, sich während dieser Zeit in Innenräumen aufzuhalten und nur, wenn es unbedingt sein muss, nach draußen zu gehen. Besonders betroffen ist der Flachgau. Im Hochgebirge sorgen zusätzlich zum Neuschnee Orkanböen für starke Verwehungen, und daher steigt die Lawinengefahr.


Am heutigen Samstag wird der Höhepunkt des Sturmtiefs statt. Nach Möglichkeit sollte man sich während dieser Zeit in Innenräumen aufhalten. Außerdem herrscht große bis teils sehr große Lawinengefahr.
Am heutigen Samstag wird der Höhepunkt des Sturmtiefs statt. Nach Möglichkeit sollte man sich während dieser Zeit in Innenräumen aufhalten. Außerdem herrscht große bis teils sehr große Lawinengefahr.

Geschützte Innenräume aufsuchen sowie Wälder, Alleen und die Umgebung von großen Baumgruppen meiden – das sind die derzeit wichtigsten Verhaltensempfehlungen. Der Sturm hat seinen letzten Höhepunkt erreicht und wird erst gegen Abend langsam weniger. Die Eckpunkte, was die Salzburgerinnen und Salzburger aus aktueller Sicht noch erwartet:

Zeitraum: Stürmische, niederschlagsreiche Wetterlage dauert noch bis heute, Samstag, später Nachmittag an. Am Heiligen Abend dürfte sich das Wetter wieder beruhigen, so die Prognosen.
Sturm: Erwartet wird weiter konstant starker Wind mit 80 bis 90 km/h, teils sind Böen mit mehr als 100 km/h möglich. Am stärksten wird der Zentralraum, das ist die Stadt Salzburg mit dem angrenzenden Flachgau und dem Tennengau, bis hinein ins Lammertal betroffen sein. Auf den Berggipfeln ist weiterhin mit Orkanböen zu rechnen.
Der Niederschlag hält noch etwas länger an und wird erst am späten Nachmittag nachlassen. Schwerpunkt ist hier der Pongau.
Die Schneefallgrenze hat sich auf rund 1.300 Meter Seehöhe eingependelt. Schnee in Kombination mit Wind bringt aber weiter massive Verfrachtungen auf den Bergen.
Wenngleich die Gefahr des spontanen Abgangs von trockenen Lawinen mit Staubanteil bis hinunter in die Täler im Laufe des Nachmittages abnehmen wird, bleibt die Gefahr von Gleitschneelawinen in Kombination mit kleineren Rutschungen und Blaiken in den nächsten Tagen bestehen.
Noch rund 3.000 Haushalte ohne Strom

Derzeit sind noch insgesamt rund 3.000 Haushalte in den Schwerpunkten Flachgau (Teile von Großgmain), Tennengau (Teile von Adnet, St. Koloman, Hallein, Kuchl, Golling) und Pinzgau (Teile von Lofer) ohne Strom. Die Arbeiten dauern an. Ein Ende ist noch nicht abschätzbar. Zeitweise waren bis zu 5000 Haushalte ohne Strom. Rund 1.400 Einsatzkräfte von 75 Feuerwehren waren in den vergangenen 24 Stunden im Einsatz.

Straßensperren

Gesperrt sind mit Stand 8 Uhr folgende Straßen im hochrangigen Straßennetz:

B159 Salzachtalstraße im Bereich Anifer Kreuzung und Maximarkt
B164 Hochkönigstraße im Bereich Dientener Sattel
B165 Gerlosstraße im Bereich Rankental
L114 Großgmainer Landesstraße
L210 Sankt Kolomaner Landesstraße
L216 Dientener Landesstraße zwischen Lend und Dienten
L237 Glanegger Landesstraße von Fürstenbrunn bis Latschenwirt
Butschek: „Vorsicht vor trügerischer Wetterbesserung.“

In den Tagen nach dem stürmischen Wetter und den starken Niederschlägen ist die Gefahr aber noch nicht vorbei. „Das Gegenteil ist der Fall“, betont der Leiter der Lawinenwarnzentrale bei der GeoSphere Austria, Michael Butschek: „Das darauffolgende schöne und sonnige Wetter ist trügerisch und zieht automatisch Bergbegeisterte nach draußen. Aber genau hier liegt die Gefahr, denn die starken Verwehungen sorgen für eine schlechte Schneedeckenstabilität. Lawinen können leicht ausgelöst und gefährlich groß werden, dies bedeutet Lebensgefahr. Wer nicht über die entsprechende Erfahrung verfügt, sollte unbedingt im gesicherten Skiraum bleiben.“

Lawinenwarnstufen 4 und 5

Derzeit geht der Katastrophenschutz des Landes in enger Abstimmung mit dem Lawinenwarndienst von einer weiter steigenden Gefahr aus. Konkret heißt dies, dass sich die Lage von teils „Warnstufe 4: groß“ auf „Warnstufe 5: sehr groß“ (spontane Abgänge auch von extrem großen Lawinen sind möglich) zuspitzen wird. Der nächste Lawinenwarnbericht wird heute um 18 Uhr veröffentlicht. Er gilt für den morgigen Sonntag. Immer dabei ist der Lawinenwarnbericht in der Land Salzburg App.

Verhaltensempfehlungen für die Bevölkerung

Keine unnötige Gefahr eingehen beim Befestigen oder Verräumen von losen Gegenständen wie Terrassen- und Balkongarnituren oder Blumentöpfen und Weihnachtsdekoration.
Insbesondere im Zentralraum, wenn möglich, auf Aufenthalt im Freien und Autofahrten verzichten.
Säubern von Regenwasser-Einlaufschächten.
Schließen der Fenster unter Erdniveau.
Fahrzeuge, wenn möglich in der Garage abstellen.
Kein Aufenthalt im Wald und in Parkanlagen („Gassi gehen“) sowie auf Schi- und Schneeschuhtouren abseits der freigegebenen und gesicherten Pisten.
Beachten des Lawinenwarnberichtes.
Vorsicht im Straßenverkehr, insbesondere beim Überholen (Windböen), und Geschwindigkeit an die Fahrverhältnisse anpassen.
Einplanen von Verspätungen im Straßen-, Schienen- und Flugverkehr.
Keine Reparaturarbeiten während der Sturmspitzen, insbesondere nicht auf Dächer steigen.
Vorkehrungen für mögliche Stromausfälle treffen.
Beachten der gesicherten Informationen über Radio oder Fernsehen sowie des Landes Salzburg unter: www.salzburg.gv.at/ticker und www.salzburg.gv.at/app.

Copyright
Land Salzburg/Grafik
Das Tief „Niklas“ bringt in den kommenden Tagen den Schnee nach Salzburg, die typische Nordstaulage sorgt für rund 50 Zentimeter Neuschnee in den Bergen, teils werden es mehr. Es ist der Startschuss für den ersten Lawinenbericht des Lawinenwarndienstes in Salzburg.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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