“Reden wir über Europa!“ mit Spitzendiplomat Dr. Wolfgang Petritsch

Österreichs Rolle in der Europäischen Union und Europas Stellung in einer globalisierten Welt

Vielfältige Krisen in und um Europa, die Akzeptanz Österreichs in die Europäische Union, und die antidemokratischen Tendenzen in Europa waren einige der Themen eines sehr gut besuchten Gesprächsabends mit Außen- und Sicherheitspolitikexperten, Autor und Diplomat Dr. Wolfgang Petritsch, zu dem Europaabgeordneter Hannes Heide einlud.

Österreich als scheinbare „Insel der Seligen“ und die Bedeutung der Neutralität angesichts der Zeitenwende im Fokus:

„Die Bevölkerung Österreichs hat nach 1945 die große historische Erfahrung gemacht, dass es ihnen trotz Zeiten des Kalten Krieges immer besser ging. Die aufgedrängte Neutralität wurde verinnerlicht und Österreich hat sie lange Zeit sinnvoll genutzt. Heute scheint scheinbar immer weniger Interesse zu bestehen, sich mit dem auseinderzusetzen, was um uns herum passiert,“ so der Spitzendiplomat, der eine aktive und einem Namen gerecht werdende Neutralitätspolitik fordert, und ergänzt: „Gerade kleinere Staaten können ihre Souveränität nur in einem Gebilde wie der Europäischen Union stärken und ausbauen“.

Die niedrige Zustimmung der Österreicherinnen und Österreicher zur Europäischen Union begründet Europaabgeordneter Hannes Heide: „Die Europäische Union ist ein Mobbingopfer von ÖVP und FPÖ. Wo EU drin ist, steht kaum EU drauf. Wem ist bewusst, dass der wichtigste Europapolitiker Österreichs der Bundeskanzler ist?“

Der Wille nach einer funktionierenden Europäischen Union wurde durch Fragen aus dem Publikum sehr deutlich. Im Hinblick auf die im nächsten Jahr stattfindenden Wahlen zum Europäischen Parlament ist Wolfgang Petritsch überzeugt: „Das Europäische Parlament ist die beste Einrichtung, die die Europäische Union erschaffen hat. Es hat Qualität und ist, im Gegensatz zum Europäische Rat, der nationale Eigeninteressen vertritt, ein Sinnbild der Europäischen Einigung.“

Hannes Heide ruft auf, bei den Wahlen zum Europäischen Parlament teilzunehmen und ein Bekenntnis für eine demokratische Entwicklung abzugeben: „Jede Stimme zählt! Bei der EU-Wahl angesichts von Wahlbeteiligungen unter 50 Prozent sogar doppelt!“

Copyright: Chris Gütl

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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