Weihnachten: Ein Fest des Genusses

In der Weihnachtszeit gibt es viele Traditionen und Brauchtümer. Sie geben uns Beständigkeit und Geborgenheit. Die Bäuerinnen im OÖ Bauernbund leben die Traditionen der Weihnachtsbäckerei. Vier Bezirksbäuerinnen verraten mit tollen Rezepten ihre liebsten Weihnachtsgebäckstücke.

Was wäre Weihnachten ohne sein Festtagsgebäck?

Christstollen, Apfelbrot, Weihnachtsstriezel und viele mehr – sie alle verbindet der Begriff „Gebildbrote”. Das ist ein Brot oder Gebäck, das in einer symbolischen Form zu religiösen oder traditionellen Anlässen gebacken wird. Die zumeist aufwendig gestalteten Gebäckstücke schmecken hervorragend, werden oft verschenkt und sollen Segen bringen. „Eine Adventzeit ohne ein selbstgebackenes Kletzenbrot wäre für mich eine ungewöhnliche Zeit. Es verbindet uns als Familie, wenn wir es am Sonntag gemeinsam essen”, sagt Landesbäuerin Johanna Haider.

Wichtig für ein gutes Festtagsgebäck sind die Zutaten. Der Apfel vom eigenen Baum, die Trockenfrüchte selbst gedörrt, das Mehl aus der nächstgelegenen Mühle – mit diesen regionalen Zutaten wird das Gebäck zum Geschmacks-Garanten.

Bezirksbäuerin Ried – Monika Rendl: Das saftige Apfelbrot

Mit ihrem Apfelbrot verwertet Bezirksbäuerin Monika Rendl die eigenen Lageräpfel. Das Gebäck wird gerne mit Freunden in der Adventzeit bei einem Häferl Punsch gegessen. Ihr Tipp: „Ein einfaches Mitbringsel, das gerne gegessen wird und eine tolle Apfelverwertung ist.”

Zutaten: 1 kg Äpfel, 200 g Zucker, 300 g Marillen, 300 g Rosinen, 100 g Feigen, 200 g Nüsse, 500 g Mehl, 1,5 Pkg. Backpulver, 1 EL Kakao, 1-2 TL Zimt, ½ TL gemahlene Nelken, 1 Likörglas Rum

Zubereitung: Die Äpfel schälen und grob raspeln. Die Marillen kleinschneiden und mit Zucker und Rum zu den Äpfeln geben und gut vermischen. Die Masse 3-4 Stunden ziehen lassen. Das restliche Dörrobst kleinschneiden und mit Kakao, Zimt und Nelken untermischen. Zum Schluss Mehl und Backpulver unterheben. Die Masse in zwei vorbereitete, mit Backpapier ausgekleidete, Kastenformen füllen und bei 180°C ca.75 Minuten backen.

Bezirksbäuerin-Stv. Grieskirchen – Gertraud Berghammer: Der gelingsichere Christstollen

Mit ihrem Weihnachtsstollen macht Bezirksbäuerin-Stellvertreterin Gertraud Berghammer ihrer Familie in der Adventzeit eine große Freude. Die Zutaten sind schnell verrührt und schon steht dem Genuss nichts mehr im Wege. Ihr Tipp: „Der Christstollen schmeckt auch mit etwas Marzipan hervorragend.”

Zutaten: 500 g glattes Mehl, 150 g Butter, 200 g Staubzucker, 100 g gehackte Mandeln, 250 g Magertopfen, 1 Pkg. Backpulver, 90 g Zitronat und Orangeat, 50g Rosinen, 2 EL Rum, 2 Eier, Zitronenschale, Butter zum Bestreichen, Staubzucker zum Bestreuen

Zubereitung: Das Mehl mit dem Backpulver versieben und mit österreichischer Butter abbröseln. Die restlichen Zutaten untermengen und zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig zu einem Stollen formen und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech bei 170 Grad im Backrohr hell backen. Nach ca. 60 Minuten aus dem Ofen nehmen und noch warm mit flüssiger Butter bestreichen und dick mit Staubzucker bestreuen.

Landesbäuerin Johanna Haider: das heimische Kletzenbrot

Mit ihrem Kletzenbrot leitet Landesbäuerin Johanna Haider die Adventzeit auf ihrem Hof ein. Das Gebäck dauert in der Vorbereitung etwas länger, doch das Ergebnis schmeckt wunderbar. Ihr Tipp: „Halbierte Früchte verwenden und diese im Ganzen lassen.”

Tag 1: In einer Schüssel 100 g getrocknete Apfelspalten in 200 ml Obstbrand einweichen, 1 TL Lebkuchengewürz untermischen, gut verschließen und stehen lassen.

200 g Kletzen in einen Topf geben und mit Wasser bedeckt 2-3 Stunden ziehen lassen, dann die Kletzen weichkochen. Abkühlen lassen und 200 g getrocknete entkernte Zwetschken und 1 TL gemahlener Zimt zu den weichgekochten Kletzen untermischen. Zugedeckt und kühl ziehen lassen.

Tag 2: Die Kletzen mit den Zwetschken und die Äpfel umrühren und wieder gut verschließen.

Tag 3: Zutaten für Teig: 500 g glattes Weizenmehl, 250 g Roggenvollkornmehl, 200 g Sauerteig, 40 g Germ, 20 g Salz, 1 EL Brotgewürz, ca. 500 ml Kletzensud

Zubereitung: Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen das Wasser der gekochten Kletzen hinzufügen und rasch zu einem festeren Teig in einer Rührmaschine verarbeiten – der Teig darf nicht zu weich sein, da die eingeweichten Früchte noch gut untergerührt werden. Der Teig soll mit den Früchten gut vermengt sein und eine schöne braune Farbe haben. Zum Schluss noch 200 g Nüsse in den Teig untermischen. Bei Zimmertemperatur eine Stunde rasten lassen. Aus dem Teig gleichmäßige Striezel (ca. 400g) formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech mit etwas Abstand legen. Nochmals 20 Minuten zugedeckt rasten lassen. Das Backrohr auf 220 Grad aufheizen. Die Kletzenbrote mit Wasser bestreichen und 5 Minuten bei 220 Grad backen, dann die Temperatur auf 175 Grad reduzieren und 35 Minuten backen. Das Kletzenbrot herausnehmen, mit Wasser bestreichen und auskühlen lassen.

Bezirksbäuerin Vöcklabruck – Elisabeth Gneißl: Der flaumige Weihnachtsstriezel

Mit ihrem Weihnachtsstriezel zaubert Bezirksbäuerin Elisabeth Gneißl ihren Kindern ein Strahlen ins Gesicht. Das flaumige Gebäck schmeckt sowohl zum Frühstück, als auch zum Nachmittagskaffee. Ihr Tipp: „Mit regionalen Produkten schmeckt der Striezel einfach am besten!”

Zutaten: 80 g Butter, 250 ml Milch, 500 g Mehl, 100 g Zucker, 1 TL Zimt, 2 TL Lebkuchengewürz, 1 Prise Salz, Zitronenschale, Vanillezucker, 30 g frischer Germ, 2 Dotter, 2 EL Apfelmus, 200 g Rosinen, 100 g Mandelstifte, optional 100 g kleingeschnittene Trockenfrüchte, Eiklar, Mandelblättchen

Zubereitung: Die Milch erwärmen und die Butter darin schmelzen. Alle trockenen Zutaten in die Schüssel geben und gut vermischen. Germ, Milch-Butter Gemisch, Dotter und Apfelmus dazugeben. Entweder mit der Hand und Kochlöffel oder mit der Küchenmaschine so lange kneten, bis der Teig blasen wirft. Den Teig rasten lassen, bis er das doppelte Volumen erreicht hat. Den Teig in drei gleiche Teile teilen und zu einem Zopf flechten, mit Eiklar bestreichen und mit Mandelblättchen bestreuen. Bei 175 Grad ca. 50 Minuten backen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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