WKOÖ: KV-Abschluss der Metaller verschlechtert Wettbewerbsfähigkeit massiv



WKOÖ-Vizepräsident Malina-Altzinger: „Produktionsstandort
Österreich kommt in Gefahr — Politik muss handeln!“

Die Kollektivvertragsverhandlungen für die mehr als 130.000 Beschäftigten in der metalltechnischen Industrie wurden heute am frühen Abend mit einem vorläufigen Abschluss beendet. In der achten Verhandlungsrunde haben sich die Vertreter der Arbeitgeber und der Gewerkschaften erstmals auf einen Zweijahresabschluss geeinigt. Dieser beinhaltet, rückwirkend ab 1. November 2023, Lohn- und Gehaltserhöhungen um 10 Prozent, max. jedoch 400 Euro pro Monat. Das bedeutet im Durchschnitt aller Beschäftigungsgruppen in der metalltechnischen Industrie ein Plus von 8,6 Prozent. Der Abschluss für 2024 sieht eine Lohn- und Gehaltserhöhung auf Basis des Durchschnitts-Verbraucherpreisindex (VPI) + 1 Prozent vor. Die KV-Entgelte, Zulagen, Diäten und Aufwandentschädigungen steigen in Höhe des VPI. Auch eine Wettbewerbssicherungs-Klausel für Betriebe mit hoher Personalkostenbelastung wird zur Anwendung kommen.

Vorangegangen waren diesem Abschluss eine aggressive Tonalität der Gewerkschaften, Streiks, Straßenblockaden und die Drohung eines Generalstreiks. „Die enorm überzogene Ausgangsforderung der Gewerkschaften und der Ruf nach einem Inflationsabgleich zulasten unserer Betriebe haben schon von Beginn an das Gesprächsklima auf einen Tiefpunkt sinken lassen. Den Verhandlern auf Arbeitgeberseite, allen voran Christian Knill, ist es mehr als hoch anzurechnen, dass sie in diesen schwierigen Wochen die Contenance bewahrt haben“, zollt WKOÖ-Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger dem Verhandlungsteam großen Dank und Respekt.

„Im Vergleich zu Deutschland und Europa ist das Verhandlungsgergebnis eine weitere, massive Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit. Angesichts der seit Monaten anhaltenden Rezession und Überinflation in Österreich sowie einer Wachstumsprognose für das kommende Jahr von knapp über 1 Prozent stehen viele klassische Produktionsbetriebe hinsichtlich ihrer Wettbewerbsfähigkeit bereits mit dem Rücken zur Wand. Der nunmehrige KV-Abschluss bringt weitere enorme Kostensteigerungen mit sich, die so ohne Weiteres nicht zu verkraften sein werden“, sieht Malina-Altzinger den kommenden Monaten mit größter Sorge entgegen. „Jetzt ist die Politik gefordert und muss schleunigst Investitionsmaßnahmen und -förderungen in die Gänge bringen, um größeren Schaden für den Produktionsstandort Österreich abzuwenden. Geschieht dies nicht, wären die Verlagerung der Produktion in andere Länder und damit verbunden der Verlust von tausenden Arbeitsplätzen die unausweichliche Folge. Und nicht zuletzt wäre Österreich mit einem Schlag für Investoren uninteressant“, warnt WKOÖ-Vizepräsident Clemens Malina-Altzinger vor diesem Szenario.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

error: (c) by salzTV