Bildungssprecher Reinhard Ammer: Den Gmundner Tagesmütter-Verein hat man offensichtlich gegen die Wand laufen lassen

Warum wurde die offenbar in Aussicht gestellte Überarbeitung der Tagesmütter-Verordnung nicht umgesetzt – auch Tagesmütter-Vereine sind Kinderland OÖ und müssen finanziell abgesichert sein

„Hier hat man einen Tagesmütter-Verein offensichtlich gegen die Wand laufen lassen. Das Aus für den Verein in Gmunden kommt nicht überraschend und es ist wahrlich nicht ausgeschlossen, dass weiter folgen. Wenn man von Landesseite die finanziellen Mittel straff kürzt und nur einmal sanft erhöht, das ist zwangsweise die Folge. Tageseltern sind eine wichtige Ergänzung zur institutionellen Kinderbildungs- und -betreuung. Auch sie sind Kinderland OÖ und müssen finanziell abgesichert sein. Dass sich der Verein in Gmunden von den Entscheidungsträger:innen im Stich gelassen fühlt, ist wohl nachvollziehbar”, meint der Grüne Bildungssprecher LAbg. Reinhard Ammer zur laufenden Debatte. 

Ihre Finanzmittel schöpfen die Tagemüttervereine aus dem Verwaltungsbeitrag, wie in der Tagesmütterverordnung 2014 festlegt. Aus diesem Beitrag werden sämtliche Kosten bestritten. Von den Personal-, über die Betriebskosten bis zu Instandhaltungskosten und externen Honoraren. „Dass die Teuerung auch diesen Tagesmütterverein finanziell extrem belastet hat, ist wohl klar. In dieser Situation hätte man die Alarmrufe der Vereinsverantwortlichen einfach hören und darauf reagieren müssen. Sollte ihnen eine Überarbeitung der Tagesmütter-Verordnung für diesen Sommer in Aussicht gestellt worden sein, stellt sich die Frage, warum dies nicht geschehen ist. Ein Versäumnis mit Folgen”, betont Ammer. 

Dass für die Familien an einer Betreuungslösung gearbeitet wird, ist ein gutes Zeichen. Es nimmt das Land aber nicht aus der Pflicht. „Viele Familien sind aus unterschiedlichen Gründen auf Tagesmütter angewiesen. Bei aller Konzentration auf den so überfälligen Ausbau der institutionellen Kinderbildung- und -betreuung, darf die Absicherung der Tagesmütter-Betreuung nicht vernachlässigt werden. Der Fall in Gmunden muss eine Lehre sein”, betont Ammer.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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