„Generation Z“ und Konjunktur

OÖ Bautag mit Ali Mahlodji widmete sich Herausforderungen der Branche und den veränderten Arbeits- und Lebenseinstellungen der Jungen

Nach drei Jahren Corona-Pause fand kürzlich wieder der OÖ Bautag der Landesinnungen der Bau- und der Bauhilfsgewerbe im WIFI OÖ statt. 300 Teilnehmer erfuhren Essenzielles und Neues über die herausfordernde Situation am Bau sowie über die „Generation Z“ — das sind die zwischen 1995 und 2010 Geborenen. Nach der Einleitung von WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer zogen Baulandesinnungsmeister Norbert Hartl und Bauhilfsgewerbe-Landesinnungsmeister Martin Greiner ein Resümee über Arbeit und realisierte Projekte der letzten drei Jahre. Trotz der derzeitigen enormen Herausforderungen gebe es genügend Potenziale für die Bauwirtschaft, die nicht nur Konjunkturlokomotive, sondern mit über 100.000 Mitarbeitern mit Abstand größter oö. Arbeitgeber ist.

Herausforderungen meistern
Hartl und Greiner warfen einen Blick auf die Herausforderungen und stellten Forderungen an Sozialpartner und Politik. Man rechnet damit, dass das Wachstum der Branche in nächster Zukunft nachlassen wird. In einigen Teilbereichen werden aufgrund der gegenwärtigen Entwicklungen, wie Teuerungen, zusätzliche CO2-Steuern, hohe Energiepreise, steigende NoVA, Kreditklemmen bei Privaten oder sinkende Kaufkraft durch die hohe Inflation sogar massive Auftragseinbrüche befürchtet. Potenziale, die die Bauwirtschaft stärken, gebe es nur in den Bereichen Bauforschung, Digitalisierung und Weiterbildung. „Ungeachtet der aktuellen Herausforderungen sind wir weiter optimistisch, Krisen im Sinne aller meistern zu können“, unterstrichen Hartl und Greiner.

Wer als Unternehmen keine Antworten parat hat, könnte beim Recruiting leer ausgehen
Ali Mahlodji, Top-Speaker, CEO futureOne, Gründer whatchado, Berater und Autor, zeigte in seinem Vortrag „Generation Z: Führen neuer Generation“ Ideen auf, wie man sich als attraktiver Arbeitgeber positioniert. Die neue Generation stellt nämlich mit ihrem Denken, Handeln und Fühlen die Unternehmen völlig auf den Kopf, was das Recruiting herausfordert. Mahlodji erzählte auch aus seinem Leben. Vom Flüchtling und Schulabbrecher mit über 40 Jobs, auch in der Baubranche, hat er einen erstaunlichen Lebenslauf vorzuweisen, bevor er die Web-Berufsorientierungsplattform whatchado gründete. Seitdem ging es bergauf für den 41-Jährigen, der EU-Jugendbotschafter sowie EU Ambassador For The New Narrative ist.

Seit 2018 arbeitet er als Trendforscher beim renommierten Zukunftsinstitut. Somit ist er immer am neuesten Stand und weiß genau, was die Youngsters heute und zukünftig wollen. Sie nehmen für Geld und Karriere nicht mehr jede Belastung in Kauf, denn Werte hinter der Aufgabe sind wichtiger als Dauerstress und Burnout. Mahlodji: „Sinn darf in einem Betrieb kein Luxusthema sein.“ Die „Generation Z“ fragt nach, was es mit Freizeit, Nachhaltigkeit oder Klimaschutz auf sich hat. Wer als Unternehmen keine Antworten parat hat, könnte beim Recruiting leer ausgehen oder Fachkräfte machen sich schnell auf den Weg zum nächsten Arbeitgeber. Gegensteuern setzt voraus, dass die Verantwortlichen auf die Bedürfnisse der Jungen eingehen, ihre Sichtweise einnehmen und „Haben wir immer so gemacht“-Dogmen aufweichen. Denn die „Generation Z“ ist mit Disruption und Digitalisierung aufgewachsen und lebt Veränderung — und genau von dieser Dynamik können Unternehmen profitieren und sollten deshalb ihre internen Strukturen flexibilisieren.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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