LR Steinkellner/GF Kubasta: Weiterer Meilenstein beim Regional-Stadtbahn – Projekt Linz erreicht

Erste Testmöglichkeit der neuen TramTrain–Fahrzeuge an einem 1:1 Modell (Mockup) in Karlsruhe

„Bitte einsteigen“ heißt es dieser Tage im baden-württembergischen Karlsruhe.

In den Hallen der Karlsruher Verkehrsbetriebe, dem Konsortialführer des TramTrain-Fahrzeugbeschaffungsprojektes, an dem auch Oberösterreich beteiligt ist, steht derzeit ein 22 Meter langes 1:1 Modell (Mockup) eines Halbzuges der neuen TramTrain – Fahrzeuge zur Besichtigung bereit. Diese werden zukünftig auch auf den geplanten beiden neuen S-Bahnlinien des Regional-Stadtbahnprojektes Linz unterwegs sein. Unter dem Motto „Testen, Fühlen, Probesitzen“ können die Vertreter/innen des deutsch-österreichischen Projekt-Konsortiums erste konkrete Blicke auf die neue Schienenfahrzeuggeneration werfen. Begleitet von einer Delegation des Landes Oberösterreich waren auch Infrastrukturlandesrat Mag. Günter Steinkellner sowie Schiene OÖ Geschäftsführer DI Herbert Kubasta vor Ort.

Mit dem 1:1 Modell eines Halbzuges zum Anfassen wurde ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg hin zu einer neuen modernen Schienenfahrzeuggeneration in Oberösterreich erreicht. Bereits im Herbst 2022 wurde ein Modell eines TramTrain – Fahrerstandes für Testzwecke produziert, nun steht auch das Mockup eines kompletten Halbzuges samt Fahrgastraum zur Besichtigung bereit. Im Mockup sind der bereits optimierte Fahrerstand, die Sitzbereiche, der Multifunktionsbereich für die barrierefreie Abstellung von Kinderwagen und Rollstühlen, Haltestangen, Displays und Türöffner originalgetreu nachgebildet.

Eine oberösterreichische Delegation, angeführt von Infrastrukturlandesrat Mag. Günter Steinkellner und Schiene OÖ Geschäftsführer DI Herbert Kubasta, war vor kurzem in Karlsruhe vor Ort, um sich selbst ein Bild vom aktuellen Entwicklungsstand der neuen TramTrains zu machen. Anhand des Modells konnte die Delegation wertvolle Eindrücke des vorgesehenen Konstruktions- und Raumkonzeptes einholen. Die Rückmeldungen fließen direkt in die Entwicklung der neuen Schienenfahrzeuggeneration ein und stellen sicher, dass die neuen TramTrains für Oberösterreich nicht nur optimalen Fahrgastkomfort bieten werden, sondern auch auf die Bedürfnisse der Lenker/innen abgestimmt sind.

Das Mockup für die Partner aus den sechs teilnehmenden Regionen, verteilt auf Deutschland und Österreich, ist einzigartig und steht stellvertretend für das zukunftsweisende gemeinsame Fahrzeugbeschaffungsprojekt. Allen Partnern gemein ist die Nutzung des sogenannten TramTrain-Konzepts, bei dem Fahrzeuge zum Einsatz kommen, die zugleich Eisenbahn und Straßenbahn sind und somit umsteigfreie Verbindungen aus der Region direkt in die Innenstädte ermöglichen. Die Partner haben im Rahmen des Projekts mit dem Hersteller Stadler-Rail zusammen ein Standardeisenbahnfahrzeug entwickelt, welches in den wesentlichen Elementen gleich ist. Aus diesem Standardeisenbahnfahrzeug werden für die teilnehmenden Regionen sechs individuelle Fahrzeugvarianten mit unterschiedlichen Einstiegshöhen, individuellem Design und Ausstattungsmerkmalen wie beispielsweise dem Einbau von Toiletten abgeleitet.

„Die aktive Rolle des Landes Oberösterreich am gemeinsamen Beschaffungsprojekt bringt zahlreiche Vorteile für alle Beteiligten. Diese liegen nicht nur in der Reduktion der Beschaffungs- und Erhaltungskosten, sondern alle Partner profitieren vom jeweiligen Fachwissen des anderen. Es wurde ein gemeinsamer Fahrzeugstandard geschaffen, der es aber auch ermöglicht, auf die individuellen Bedürfnisse der einzelnen Regionen einzugehen. Profiteure sind schlussendlich nicht nur die Verkehrsunternehmen und Länder. Besonders die Bevölkerung, die Pendlerinnen und Pendler und Schülerinnen und Schüler können sich auf hochmoderne, barrierefreie und komfortable Fahrzeuge freuen, die den Bedürfnissen des Öffentlichen Verkehrs in Oberösterreich gerecht werden“, so Landesrat für Mobilität und Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner.

„Für das TramTrain-Fahrzeugbeschaffungsprojekt war ein grenzüberschreitender Kraftakt aller Partner erforderlich. Die dadurch erreichten hohen Stückzahlen, das hohe Ausmaß an Standardisierung und die lange Verfügbarkeit bringen allen Beteiligten Kostenvorteile und den Zugang zur modernsten Generation von Mehrsystemnahverkehrstriebwagen in Europa. Durch die Präsentation des Mockups wird dieses Projekt erstmals greifbar, und wir kommen dem Einsatz der Fahrzeuge in Oberösterreich dadurch wieder einen spürbaren Schritt näher“, freut sich Dipl.-Ing. Herbert Kubasta.

Erste Tram-Train – Fahrzeuge ab 2026 unterwegs

Ab 2026 werden die ersten Tram-Train – Fahrzeuge an die Schiene OÖ ausgeliefert und auf der Linzer Lokalbahn zum Einsatz kommen. Insgesamt werden bis 2030 20 solcher Fahrzeuge zum Einsatz kommen. Mit einer Option auf weitere 50 TramTrain-Fahrzeuge hat sich das Land Oberösterreich den Fuhrpark für das aktuell in Planung befindliche Regional-Stadtbahnprojekt Linz gesichert, bei dem dieselben Fahrzeuge zum Einsatz vorgesehen sind.

Foto: OÖVV

Dipl.-Ing. Martin Pöcheim (Direktor Straßenbau und Verkehr), Landesrat für Infrastruktur und Mobilität Mag. Günther Steinkellner und Dipl.-Ing. Herbert Kubasta bei der Besichtigung des Mockups in Karlsruhe.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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