Erdgasfund in Molln: sachliche Prüfung und rasche Entscheidung notwendig

Spartenobmann Frommwald: „Die Prüfung soll sachlich, rasch und
unter Berücksichtigung des lokalen Umweltschutzes erfolgen“


Am vergangenen Wochenende wurde ein großer Erdgasfund in Molln bekannt. An die 22 Mrd. Kubikmeter Erdgas werden in etwa 2000 Metern Tiefe vermutet, mit dieser Menge könnte ganz Österreich fast drei Jahre lang mit Gas versorgt werden. Die Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Oberösterreich ist grundsätzlich über jede Initiative froh, die die Resilienz der heimischen Energieversorgung erhöht.

„Die heimische Gasproduktion ist seit Jahren stark rückläufig. Im Juli 2018 wurde letzmals mehr als 1 TWh pro Monat gefördert. Im Jahr 2022 schwankte dieser Wert zwischen 0,5 und 0,7 TWh. Das entspricht etwa einem Zehntel des österreichischen Verbrauchs und ist somit weniger, als in Österreich alleine für die Stromproduktion verbraucht wird“, so Erich Frommwald, Obmann der Sparte Industrie der Wirtschaftskammer Oberösterreich. „Jede Kilowattstunde Energie, die in Österreich oder in der EU erzeugt wird, reduziert unsere Abhängigkeit von unzuverlässigen Partnern und wirkt zusätzlich dämpfend auf die europäischen Energiepreise. Erdgas ist für die Grundversorgung des Industrielands Österreich eine zwingend notwendige Brückentechnologie. Auch die Europäische Kommission hat Erdgas zu Recht in der Taxonomie-Verordnung berücksichtigt. Für die Stromproduktion und die Industrie sind wir noch viele Jahre auf Erdgas angewiesen. Es muss daher legitim sein, über eine heimische Produktion zu diskutieren“, sagt Frommwald.

„Schließlich ist eine heimische Produktion finanziell, strategisch und klimapolitisch attraktiv. LNG-Gas, das als Ersatz für russisches Gas beschafft wird, wird oft per Fracking gefördert, bei tiefsten Temperaturen verflüssigt, über weite Strecken per Schiff transportiert und schließlich in einem europäischen Nachbarland ins Gasnetz eingespeist. All diese Prozesse sind sehr energieintensiv. Eine heimische Förderung wirkt kostendämpfend, erhöht die nationale Resilienz und wirkt auch positiv auf das Klima, da der Energieaufwand für die Erdgasgewinnung gegenüber ausländischem Fracking beträchtlich geringer ist“, ist Frommwald überzeugt. Er richtet daher einen dringenden Appell an alle Beteiligten, die Genehmigung der Förderung einer sachlichen und strategischen Prüfung zu unterziehen und das Projekt damit rasch einer Entscheidung zuzuführen. „Selbstverständlich ist dabei auf den umfassenden Erhalt der angrenzenden Naturschutzgebiete Rücksicht zu nehmen“, so Frommwald abschließend.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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