Erfolgreicher Test von „alternativem“ Diesel im Winterdienst

Straßenmeisterei Lungau macht erste, gute Erfahrungen mit HVO100

HVO100 nennt sich der Treibstoff aus tierischen Fetten oder auch pflanzlichen Abfällen aus der Lebensmittelindustrie, der diesen Winter von der Straßenmeisterei Lungau erstmals getestet wird. Nach rund einem Monat mit dem klimafreundlicheren Diesel zeigt sich, dass die Fahrzeuge auch weniger Sprit verbrauchen.

Seit Dezember 2022 fährt ein Lastwagen des Winterdienstes der Straßenmeisterei Lungau mit HVO100. Das ist ein Treibstoff, der eine deutlich bessere Klimabilanz aufweist als fossiler Diesel. „Wir wollen als erstes Bundesland einen klimaneutralen Fuhrpark betreiben. Der Praxistest im Lungau ist ein wichtiger Schritt dahin und die ersten Ergebnisse sind durchaus vielversprechend“, so Landesrat Stefan Schnöll.

Erfolgreicher Test von „alternativem“ Diesel im Winterdienst Andreas Steiner (Verkaufsleiter LM Energy), Landesrat Stefan Schnöll, Andreas Brugger (Winterdienst Lungau) und Franz Leikermoser (Geschäftsführer LM Energy)
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Umfangreiche Dokumentation

Ob sich der „alternative“ Treibstoff aus tierischen Fetten oder auch pflanzlichen Abfällen bewährt und auch tauglich für den harten Einsatz im Winterdienst ist, wird genauestens geprüft und dokumentiert. Erste Erkenntnisse: Der Verbrauch ist niedriger, keine Leistungseinbußen und ein ruhig laufender, verlässlicher Motor.

Diesel-Verbrauch sinkt

„Mit herkömmlichem Diesel haben unsere Lastwagen 42,7 Liter auf 100 Kilometern gebraucht, beim neuen Treibstoff sind es bisher 38,8 Liter. Also doch fast vier Liter weniger. Dabei gibt es keine Leistungseinbußen und der Motor läuft ruhiger als mit fossilem Treibstoff. Das können wir jetzt nach rund einem Monat Testphase feststellen“, fasst Franz Bogensperger von der Straßenmeisterei Lungau die ersten Erkenntnisse aus der Praxis zusammen.

Vergleich Lungau und Pongau

Der Testlauf im Winterdienst wird von Salzburg Research als Projektleitung und der TU Graz wissenschaftlich begleitet. „Die Experten in Graz interpretieren alle relevanten Daten des Fahrzeuges, das mit HVO100 betrieben wird und gleichen sie mit einem Vergleichsfahrzeug der Straßenmeisterei Pongau ab, das mit fossilem Diesel fährt. Diese Daten werden im Sekundentakt in den Fahrzeugen aufgezeichnet, übermittelt und ausgewertet“, so Manfred Brunauer von der Landesstraßenverwaltung. Das Projekt läuft noch bis der heurige Winterdienst beendet ist.

Klimafreundlicherer Treibstoff

Laut dem Lieferanten des HVO100-Diesels, der Leikermoser Energiehandel GmbH, wird der CO2-Ausstoß bei dem aus tierischen Fetten oder auch pflanzlichen Abfällen aus der Lebensmittelindustrie hergestellten Treibstoff um bis zu 94 Prozent reduziert, Feinstaubemissionen um bis zu 33 Prozent und Kohlenmonoxid um bis zu 24 Prozent. „Um das zu überprüfen werden von der TU Graz auch noch Abgasmessungen direkt im Echtbetrieb am Versuchsfahrzeug durchgeführt“, so Manfred Brunauer.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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