Oö. Bildungskonto: AK-Präsident Stangl fordert höhere

Förderungen für Ausbildungen in Zukunftsbranchen

Die neu gestalteten Richtlinien für das Oö. Bildungskonto sind aus Sicht der Arbeiterkammer zu wenig treffsicher: Weder tragen sie dazu bei, gegen den Mangel an Fach- und Arbeitskräften entschieden aufzutreten, noch wurden die über die Jahre angehäuften finanziellen Kürzungen bei den Förderbudgets zurückgenommen. „Die Förderungen beim Oö. Bildungskonto sind weiterhin zu niedrig und die Adaptierungen gehen nicht weit genug. Ziel muss es sein, dass Menschen, die sich weiterbilden wollen, bestmöglich unterstützt werden“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl.

Mit dem Oberösterreichischen Bildungskonto fördert das Land Oberösterreich Arbeitnehmer/-innen, die berufsorientierte Weiterbildungen oder Angebote zur beruflichen Umorientierung nutzen. Ziel ist es, Weiterqualifizierung und mehr Karrierechancen zu ermöglichen.

Die von der Landesregierung beschlossenen Richtlinien für das Oberösterreichische Bildungskonto 2023-2026 werden den aktuellen Entwicklungen, wie etwa dem Mangel an Arbeitskräften besonders in Zukunftsberufen, keineswegs gerecht. In Zeiten der höchsten Inflation seit 70 Jahren ist das ein verheerendes Zeichen für Arbeitnehmer/-innen: „Bei all den Teuerungen, mit denen besonders Arbeitnehmer/-innen zu kämpfen haben, braucht es jetzt eine deutliche finanzielle Unterstützung durch das Land Oberösterreich. Qualifizierung ist einer der Schlüssel zu besserem Einkommen und mehr Chancen am Arbeitsmarkt“, sagt AK-Präsident Andreas Stangl. Er kritisiert weiter, dass die einzelnen Förderungen in den kommenden Jahren nicht an die Entwicklung der Inflation angepasst werden und auch die 40-prozentigen Kürzungen in den letzten Jahren bei den Förderungen nicht vollständig zurückgenommen wurden.


Um das Oö. Bildungskonto zukunftsfit zu gestalten, fordert die AK Oberösterreich:

  • Die Förderungen für Weiterbildungen im Zeitraum 2023 bis 2026 sollen deutlicher erhöht werden.
  • Die 40-prozentige Kürzung bei den Förderungen in den letzten Jahren soll zurückgenommen werden.
  • Die 60-prozentige Förderung bis zu einem Maximalbetrag von 4.000 Euro, die derzeit für hochwertige digitale Ausbildungen gewährt wird, soll auf alle Fachausbildungen in den Zukunftsbranchen Energie, Umwelt- und Klimaschutz sowie Soziales und Pflegeberufe ausgedehnt werden. Gerade hier fallen für Arbeitnehmer/-innen besonders hohe Aus- und Weiterbildungskosten an.
  • Die Einkommensgrenze für Personen über 50 Jahren soll auf 3.000 Euro angehoben werden. Hier gilt aktuell weiterhin eine Grenze von 2.400 Euro, während für Akademiker/-innen und Selbständige eine Einkommensgrenze von 3.000 Euro gilt. Das ist nicht nachvollziehbar.
  • Kostenintensive und dringend notwendige Vorbereitungen für den Zugang zu Ausbildungen im Bereich Elementarpädagogik, wie etwa die Studienberechtigungsprüfung, sollten auch mit zumindest 60 Prozent bis zu einem Maximalbetrag von 4.000 Euro gefördert werden. Angesichts der im August 2022 groß angekündigten Ausbildungs-Unterstützung für die Elementarpädagogik könnte diese Maßnahme sofort realisiert werden.

„Beim Oö. Bildungskonto ist ein kräftiger Ausbau notwendig! Alles andere ist aus Sicht der Arbeiterkammer für die Beschäftigten und den Wirtschaftsstandort kontraproduktiv“, so der AK-Präsident.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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