LR Steinkellner: Zahl der Verkehrstoten in Oberösterreich unverändert auf niedrigem Niveau

Drittniedrigste Anzahl an tödlichen Unfällen seit Beginn der Aufzeichnungen.

Das Jahr 2022 liegt hinter uns. In diesem Kalenderjahr kam es zu 80 tödlichen Unfällen. Verglichen mit dem Vorjahr, eine um 13% geringere Quote. Ebenfalls in einem mittleren Betrachtungshorizont von 2018 bis 2022, in dem sich durchschnittlich 84,4 tödliche Unfälle ergaben, liegt das Jahr 2022 darunter. Seit 1961 werden die tödlichen Straßenverkehrsunfälle in Österreich erfasst. Durch den zunehmenden Mobilitätsgrad ereigneten sich beispielsweise in den 70er[1] Jahren pro Jahr 343 tödliche Personenunfälle. Die voranschreitende technische Entwicklung, aber auch Gesetzte wie beispielsweise die Gurtpflicht hatten erheblichen Einfluss daran, dass das Unfallgeschehen seither deutlich reduziert werden konnte.

„Die Statistik bekräftigt ein geringes Niveau der Unfallzahlen im Straßenverkehr. Dennoch ist jeder tödlich verunglückte Verkehrsteilnehmer schlichtweg einer zu viel. Hinter den 80 tödlichen Unfällen verbirgt sich jede Menge Leid und Schmerz bei den trauernden Familien und Angehörigen“, so Infrastruktur-Landesrat Mag. Günther Steinkellner.

Durchschnittliche Anzahl der jährlichen Unfälle aus dem Betrachtungszeitraum 1970 bis 1979

Bezirksvergleich

Wenn man die Unfallzahlen eine Ebene tiefer auf die Bezirke herunterbricht, ist festzustellen, dass die Bezirke Linz Land mit 9 tödlichen Unfällen, der Bezirk Braunau mit 10- und der Bezirk Vöcklabruck mit 11 Todesopfern die traurigen Spitzenpositionen einnehmen. Den größten Steigerungssprung machte der Bezirk Linz Land. Hier kamen im Vergleich zu 2021 gleich 8 tödliche Unfälle hinzu.

Die Bezirke Wels Land, Urfahr Umgebung, Steyr Land, Ried, Gmunden und Freistadt haben mit lediglich 3 tödlichen Unfällen allesamt eine Reduzierung erzielen können. Der Bezirk Gmunden schaffte mit 9 tödlichen Unfällen weniger, die deutlichste Verbesserung. Im Bezirk Perg kam es zu zwei tödlich verunglückten Verkehrsteilnehmern. Das sind um 6 Personen weniger als im Jahr 2021. Die Statutarstädte Wels und Steyr hatten mit jeweils einem Todesopfer das geringste tödliche Unfallaufkommen im gesamten Land. 

Getötete nach Fahrzeugart bzw. Verkehrsteilnahme

36 Personenkraftwagenlenker bzw. Insassen starben 2022 aufgrund eines Unfalls. Das entspricht rund 45% des Gesamtaufkommens. Danach bilden aber bereits die tödlichen Fahrradunfälle den zweitgrößten Anteil der Gesamtstatistik. Wie bereits im Vorjahr kam es zu 16 tödlichen Unfällen. Somit war jeder fünfte, im Straßenverkehr tödlich verunglückte in Oberösterreich mit dem Fahrrad unterwegs. Im Jahr 2022 starben deutlich weniger Motorradfahrer als noch im Vorjahr. Hier stehen 12 tödliche Verkehrsunfälle zu Buche. Jeweils fünf Fußgänger und Moped-Lenker erlagen ihren tödlichen Verletzungen. Weiteres ereigneten sich 3 tödliche LKW, 1 Leicht-KFZ, sowie 2 sonstige, tödliche Unfälle.

Vorläufige Hauptunfallursachen

Die vorläufigen Hauptunfallursachen zeigen eine Fokussierung auf drei große Bereiche. In rund 19% der sich ereigneten, tödlichen Unfälle war die nichtangepasste Geschwindigkeit die Ursache. Ein hoher Anteil an Vorrangsverletzungen und Rotlichtmissachtungen kam heuer, mit 29%, sehr deutlich zum Vorschein. Der größte Bereich bildet die Ablenkung bzw. Unachtsamkeit die mit rund 31% am gesamten Unfallgeschehen. In Summe sind diese Bereiche für 79% des tödlichen Unfallgeschehens ausschlaggebend.

„Vor zwei Jahrzehnten ereigneten sich jährlich doppelt so viele Unfälle mit Todesfolge wie heutzutage. Zwar ist dieser langfristige Trend für mehr Sicherheit auf unseren heimischen Straßen erkennbar, doch nach wie vor ist eine Vielzahl der Unfälle in unserem Bundesland vermeidbar. Besonders beim Thema Vorrangsverletzungen, gesetzliche Missachtungen sowie Ablenkung wollen wir potentielle Bildungslücken schließen. Durch Bewusstseinsbildung wollen wir einen wesentlichen Beitrag leisten, um die Verkehrssicherheit weiter zu stärken“, unterstreicht Landesrat für Infrastruktur Mag. Günther Steinkellner abschließend.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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