ÖSV – Wintersportsplitter: Vier Österreicher in Top Ten beim Neujahrsspringen// Tagessieg in Ljubno und Silvestertour-Gesamtwertung an Eva Pinkelnig

Gleich vier Österreicher haben am Sonntag beim Neujahrsspringen in Garmisch-Partenkirchen (GER) den Sprung in die Top Ten geschafft. Manuel Fettner (4.), Jan Hörl (5.), Daniel Tschofenig (7.) und Michael Hayböck (10.) unterstrichen dabei einmal mehr die mannschaftliche Geschlossenheit der ÖSV-Skispringer. Clemens Leiter (12.) zeigte ebenfalls eine erfreuliche Leistung. 
Enttäuschend verlief der Wettbewerb ausgerechnet für Stefan Kraft, der als Fünfter nach dem Auftakt der 71. Vierschanzentournee in Oberstdorf (GER) noch Außenseiter-Chancen auf den goldenen Tournee-Adler gehabt hatte. Bei starkem Seitenwind auf der Olympiaschanze blieb dem Weltrekordhalter von Garmisch-Partenkirchen aber keine Chance. Stefan Kraft beendete den Bewerb auf dem 18. Platz.
Der Sieg ging erneut an den Oberstdorf-Gewinner Halvor Egner Granerud (NOR) vor Anze Lanisek (SLO) und Dawid Kubacki (POL). In der Tournee liegt der Norweger nun 26,8 Punkte mit komfortablem Vorsprung vor seinem ersten Verfolger aus Polen. 

ÖSV-Adler freuen sich auf Spektakel am Bergisel
Für die ÖSV-Adler richtet sich der Fokus auf die Heimbewerbe in Innsbruck (3./4. Jänner) und Bischofshofen (5./6. Jänner). Die Vierschanzentournee in Deutschland hat mit Riesenstimmung in den ausverkauften Arenen einmal mehr gezeigt, wie sehr Skispringen die Fans begeistert. Ein Hexenkessel am Bergisel und beim Tournee-Finale in Bischofshofen würde die österreichische Mannschaft zu Höchstleistungen anspornen.

Stimmen
Cheftrainer Andreas Widhölzl: „An jedem anderen Tag wären wir mit diesem mannschaftlich wirklich sehr, sehr starkem Ergebnis absolut zufrieden. Aber wir haben ganz knapp keinen Springer am Stockerl und ausgerechnet der Krafti hat bei seinem ersten Sprung fast schon unwirkliches Pech mit dem Seitenwind gehabt, was ja leider bei den Kompensationspunkten auch keinerlei Berücksichtigung findet. Bei der Tournee ist das besonders bitter. Für mich steht deshalb die starke Leistung der Mannschaft im Vordergrund. Wir freuen uns auf die Bewerbe daheim und eines ist auch klar: Je mehr das Feuer unten im Hexenkessel am Bergisel brennt, desto mehr wird es auch unsere Springer packen. Wir hoffen alle auf eine Riesenstimmung daheim in Österreich.“

Manuel Fettner: „Zuerst habe ich mich geärgert über meinen zweiten Sprung, ich hätte über die Hillsize hüpfen können. Rückblickend hätte auch das nicht für das Podest gereicht. Es ist Jammern auf hohem Niveau, aber als Sportler will man immer das Maximum rausholen. Ein vierter Platz ist natürlich ein sehr ordentliches Ergebnis, aber ich wollte schon aufs Stockerl springen.“

Jan Hörl: „Für mich ein cooler Tag. Skispringen kann so leicht sein. Ich bin wirklich happy. Scheint so, als hätte ich über Nacht was gefunden, das mich besser macht. Endlich seit Langem in Garmisch wieder ein gutes Ergebnis für Österreich.“

Daniel Tschofenig: „Insgesamt habe ich mein Ziel bisher bei der Tournee erreicht, bin zweimal in die Top Ten gehüpft. Und es gibt noch Potenzial für weiter oben. Daheim am Bergisel und in Bischofshofen kann es von mir aus ruhig noch weiter nach vorn gehen.“

Michael Hayböck: „Über den zweiten Durchgang habe ich mich sehr gefreut, konnte zeigen, was möglich ist. Cooler Sprung. Dieses gute Gefühl möchte ich nach Österreich mitnehmen. Wir kennen alle unsere Super-Fans in Österreich. Und das was die deutschen Fans können, können unsere schon lange. Das Tourneefinale wird wieder eine Riesenparty werden.“

Stefan Kraft: „Es war schon viel der Wind schuld. Ich bin rausgesprungen und ich habe eigentlich einen guten Druck zustande gebracht, aber ich habe nichts gespürt. Da muss sich auch die Jury bei der Nase nehmen. Es geht um die Vierschanzentournee, und eine Minute warten wäre vielleicht nicht blöd gewesen. Jetzt geht’s mit Wut im Bauch und Vorfreude nachhause zu den Heimbewerben.“

Tagessieg in Ljubno und Silvestertour-Gesamtwertung an Eva Pinkelnig


***Drei Siege, ein zweiter Platz, eine goldene Eule***

Im letzten von insgesamt vier Springen der Silvestertour machte Eva Pinkelnig heute den Sack in Ljubno (SLO) endgültig zu und gewinnt die Silvester-Tour Gesamtwertung. Die Vorarlbergerin holte sich mit dem Tagessieg und einem komfortablen Vorsprung von 26,3 Punkten die begehrte goldene Eule. 

Bereits im ersten Durchgang brillierte Pinkelnig mit der Tageshöchstweite von 93,5 Metern und ging in Führung. Im großen Finale behielt sie dann gekonnt die Nerven und segelte zum Tages- und Gesamtsieg der Tour. Platz zwei geht an Anna Odine Stroem (NOR), Dritte wird Selina Freitag (GER). 

Es ist nach dem letztjährigen Toursieg von Sara Marita Kramer bereits der zweite Titel, den sich eine ÖSV-Sportlerin in Ljubno holt.

„Ich bin einfach überwältigt, das ist zweifelsohne mein Karrierehighlight. Nach sechs Sprungtagen, 3 Siegen und einem zweiten Platz die Eule nun in Händen zu halten ist schon genial. Ich habe es die gesamte Tour über geschafft, bei mir zu bleiben, mich auf mich zu konzentrieren und einfach meinen Job zu machen. Genial, dass es so aufgegangen ist. Nach vielen Rückschlägen ist es der Beweis, dass wenn man an etwas hart arbeitet und etwas wirklich will, es auch erreichen kann. Ich bedanke mich bei meinem gesamten Betreuerteam, die einen super Job gemacht haben. Jetzt freu ich mich auf zwei ruhige Tage zuhause und dann gehts ab nach Sapporo. Die Freude ist groß, in Sapporo konnte ich meinen ersten Weltcupsieg überhaupt feiern“, so Eva Pinkelnig. 

Die anderen rot weiß roten Athletinnen konnten heute nicht überzeugen. Während Hannah Wiegele im KO-Duell scheiterte, kam die restliche ÖSV-Equipe nicht über die Plätze 16 (Kramer), 17 (Kreuzer) und 23 (Seifriedsberger) hinaus.

***Endstand Silvestertour:***
https://medias3.fis-ski.com/pdf/2023/JP/3151/2023JP3151STC.pdf

Der Skisprung-Weltcup der Damen geht bereits kommendes Wochenende in Sapporo (JPN) mit zwei Wettkämpfen von der Großschanze in die nächste Runde. Das Team von Cheftrainer Harald Rodlauer steigt bereits Mittwoch in den Flieger nach Japan.

Stadlober verbessert sich auf Rang 17

Nach dem gestrigen Sprint absolvierten die Damen heute zum Abschluss der Rennen in Val Müstair (SUI) ein 10 km Verfolgungsrennen in der klassischen Technik. Teresa Stadlober, die mit einem Rückstand von 1:12,0 Minuten als 44. in die zweite Etappe der Tour de Ski gestartet war, lieferte dabei eine starke Vorstellung ab, verbesserte sich um insgesamt 27 Plätze nach vorne und belegte am Ende mit einem Rückstand von 1:26,2 Minuten Rang 17.
Die Salzburgerin erwischte nach kleineren Startschwierigkeiten zunächst keinen optimalen Auftakt in das erste Distanzrennen der legendären Wettkampfserie. Die 29-Jährige teilte sich ihr Rennen jedoch sehr gut ein und konnte sich im Laufe der fordernden zehn Kilometer immer weiter steigern. Am Ende gelang der Radstädterin mit einer beherzten Leistung als 17. sogar noch der Sprung unter die Top-20.

Auch Lisa Unterweger startete mit einer ansprechenden Leistung in das neue Jahr. Die Steirerin, die als 29. mit einem Rückstand von 1:06,0 Minuten ins Rennen ging, hielt sich über die gesamte Distanz in den Punkterängen, verbesserte sich ebenfalls um ein paar Plätze nach vorne und belegte im Endklassement nach einem starken Finish mit einem Rückstand von 1:59,7 Minuten den beachtlichen 23. Platz.

An der Spitze setzte sich die Norwegerin Tiril Udnes Weng im Zielsprint hauchdünn gegen die Finnin Kerttu Niskanen (+0,4 sec.) und die Schwedin Frida Karlsson (+0,6 sec.) durch.

STIMME:

Teresa Stadlober (Rang 17): „Das war heute ein cooles Rennen. Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, konnte einige Plätze gutmachen und das ist jetzt eine gute Ausgangsposition für die beiden kommenden Distanzrennen. Der Start beim heutigen Rennen war aufgrund der geringen Abstände ein kleines Durcheinander und ich habe leider gleich zu Beginn ein paar Plätze und Sekunden eingebüßt. Dadurch habe ich am Anfang auch ein wenig Zeit gebraucht, um richtig in das Rennen reinzukommen. In den letzten beiden Runden konnte ich dann aber richtig Gas geben, einige Plätze gutmachen und auch der schlussendliche Rückstand hält sich absolut in Grenzen. Jetzt fahren wir nach Oberstdorf, werden morgen einen lockeren Tag einlegen und dann stehen zwei harte und für mich wichtige Distanzrennen auf dem Programm.“

Weiteres Wettkampfprogramm Tour de Ski 2022/23:
Dienstag, 03.01.2023, Oberstdorf (GER), 10 km Einzelstart Damen (Klassisch), 11.45 Uhr
Dienstag, 03.01.2023, Oberstdorf (GER), 10 km Einzelstart Herren (Klassisch), 14.45 Uhr
Mittwoch, 04.01.2023, Oberstdorf (GER), 20 km Verfolgung Herren (Skating), 11.15 Uhr
Mittwoch, 04.01.2023, Oberstdorf (GER), 20 km Verfolgung Damen (Skating), 14.30 Uhr
Freitag, 06.01.2023, Val di Fiemme (ITA), Sprint Damen und Herren (Klassisch), 12.30 Uhr (Finalläufe)
Samstag, 07.01.2023, Val di Fiemme (ITA), 15 km Massenstart Damen (Klassisch), 11.45 Uhr
Samstag, 07.01.2023, Val di Fiemme (ITA), 15 km Massenstart Herren (Klassisch), 13.30 Uhr
Sonntag, 08.01.2023, Val di Fiemme (ITA), 10 km Massenstart „Final Climb“ Damen (Skating), 11.00 Uhr
Sonntag, 08.01.2023, Val di Fiemme (ITA), 10 km Massenstart „Final Climb“ Herren (Skating), 12.45 Uhr

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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