Österreich erreicht Rekordstand bei Steuern und Gebühren

Klinger: „Abschaffung der kalten Progression war wichtig, aber weitere Steuersenkungen sind dringend notwendig“

„Dem Staatshaushalt floss im ersten Halbjahr 2022 eine Rekordsumme von 49,8 Milliarden Euro an Steuereinnahmen zu. Österreich ist und bleibt damit ein Hochsteuerland. Das belastet die Wirtschaft und die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Auch nach der Abschaffung der kalten Progression werden wir weiterhin einen Spitzenplatz als Hochsteuerland einnehmen. Von im internationalen Vergleich hohen Löhnen kommt aufgrund der hohen Abgaben zu wenig bei den Mitarbeitern an“, sagt Anette Klinger als Vorsitzende der Strategiegruppe „Steuern & Finanzierung“ der Sparte Industrie der WKOÖ.

Mit einer Abgabenquote von 42,9 Prozent für 2022 liegt Österreich 0,8 Prozent über dem Wert der Eurozone und 1,5 Prozent über dem EU-Durchschnitt. Besonders problematisch für den Standort ist dabei, dass auch viele Nachbarstaaten – und damit unmittelbare Standortkonkurrenten – deutlich besser abschneiden als Österreich. Nur fünf Länder haben im EU-Vergleich eine höhere Abgabenquote als Österreich.

„Positiv ist, dass die Bundesregierung bereits erste Schritte zur Senkung der Abgabenquote und der Lohnnebenkosten gesetzt hat, wie etwa die Abschaffung der kalten Progression. Jetzt geht es vor allem darum, dass weitere Senkungen bei der Einkommensteuer, der Körperschaftsteuer aber vor allen auch bei den Lohnnebenkosten umgesetzt werden“, so Klinger.

„Österreich hat zudem ein massives Problem mit Regulierung und überbordender Bürokratie. Um Unternehmen und ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, müssen Entbürokratisierungsmaßnahmen entschlossen vorangetrieben werden und längst überfällige Reformen so rasch wie möglich umgesetzt werden. Wir sollten in allen Bereichen bürokratische Verpflichtungen abbauen. Dies gilt vor allem auch im Bereich des Steuerrechts. Hier sind etwa mutige Schritte zur Vereinfachung der Lohnverrechnung überfällig“, fordert Steuersprecherin Klinger.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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