Das brachte 2022 für Salzburgs Naturschätze

Antheringer Au angekauft / „Natur in Salzburg“ verlängert / Amphibienprojekte / Naturvermittlung

Salzburger Landeskorrespondenz, 28. Dezember 2022

(LK)  2022 sind für die Natur im Bundesland wichtige Weichenstellungen vorgenommen worden. „Mit dem Ankauf der 520 Hektar großen Antheringer Au ist uns heuer ein echter Meilenstein für den Schutz dieses wichtigen Ökosystems gelungen, aber auch viele kleine Projekte wurden im Lauf des Jahres umgesetzt oder begonnen“, bilanziert Landesrätin Daniela Gutschi.

„Unser Ziel ist es, gemeinsam Lebensqualität zu erhalten und die Artenvielfalt zu fördern. Viele Entscheidungen sind langfristige Investitionen in den Erhalt unserer ökologischen Schätze. Es ist immer schön zu beobachten, wenn der Funke der Begeisterung überspringt und immer mehr sich aktiv für den Naturschutz einbringen“, so Landesrätin Daniela Gutschi.

Weitere drei Jahre „Natur in Salzburg“

Naturnah, ohne Pestizide, das ist „Natur in Salzburg“, die Aktion des Landes Salzburg mit vielen Partnern aus der Branche. „Die wichtigsten Mitstreiter sind allerdings die Salzburgerinnen und Salzburger, die leidenschaftlich und voller Energie der Flora und Fauna auf die Sprünge helfen. ‚Natur im Garten‘ bringt sie vor den Vorhang“, sagt Landesrätin Gutschi. Die Förderung der Artenvielfalt in Salzburg ist aber bei weitem nicht auf den eigenen Garten reduziert. Mit „Natur in der Schule“ und „Natur in der Gemeinde“ sollen so viele Menschen wie möglich erreicht werden. „Je mehr, desto vielfältiger wird Salzburgs Flora und Fauna“, so die Landesrätin.

Feuchtwald statt Fichten in Dorfbeuern

Mit dem Grundankauf und der Renaturierung eines 4.000 Quadratmeter großen Fichtenwalds in Dorfbeuern können nun an der Oichten ein natürlicher Feuchtwald und ein artenreicher Amphibientümpel entstehen. Vorbild ist ein vergleichbares, bereits vor einigen Jahren erfolgreich umgesetztes Projekt auf der Nachbarparzelle. Die Maßnahmen sind mit der Forstbehörde vorbesprochen.

Bedrohtes Blaukehlchen im Fokus

Das rotsternige Blaukehlchen ist die Flaggschiff-Art des Europaschutzgebietes Hundsfeldmoor in Obertauern. Seit Jahres gibt es immer weniger dieser Art, die massiv vom Aussterben bedroht ist. Jährlich wird der Bestand nun per Monitoring kontrolliert.

Wissenschaftliche Begleitung für Saalach-Aufweitung

Für die wissenschaftliche Begleitforschung bei der Saalach-Aufweitung gibt es ein über die Universität Salzburg organisiertes Projekt. Damit werden weitere Erkenntnisse gewonnen, was in Zukunft bei Wasserbauprojekten aus naturschutzfachlicher Sicht berücksichtigt werden soll.

Kooperation schafft Akzeptanz

Die Schutzgebietsbetreuung unterstützt den behördlichen Naturschutz beim Management geschützter Gebiete im Flachgau, Tennengau und Pongau sowie im Natura 2000-Gebiet Salzachauen. Es geht vor allem um Bewusstseinsbildung, die Mitwirkung bei der Umsetzung von Landschaftspflege- und Managementplänen sowie das Gebietsmonitoring. „Die Schutzgebietsbetreuung leistet damit einen wesentlichen Beitrag, damit es der Natur in den betreuten Schutzgebieten gut geht. Unsere Fachleute arbeiten eng wird mit Beteiligten und Betroffenen zusammen, dass erhöht die Akzeptanz für die Maßnahmen“, weiß Gutschi.

„Fluchtleitern“ für Amphibien

Auch für Erdkröte, Grasfrosch und Lurch gibt es Verbesserungen. Rund 600 Weideroste im ganzen Bundesland Salzburg wurden eingebaut. Die Tiere haben damit neue Aufstiegshilfen, wenn sie in eine Viehsperre gefallen sind, die sonst zu einem tödlichen Gefängnis für sie wird.

Schutz für Salzburgs wilde Gehölze

Der Erhalt der genetischen Vielfalt der regionalen Wildgehölzflora wurde 2022 vorangetrieben. Erreicht wird dies durch geschütztes Pflanzmaterial, die Verbindung von Lebensräumen durch Gehölzstrukturen und die Sensibilisierung der Bevölkerung

Mehr Raum für den Kiesbankgrashüpfer

Im Europaschutzgebiet Tauglgries in den Gemeinden Kuchl und Bad Vigaun im Salzburger Tennengau wird an der Verbesserung der Lebensräume für seltene Heuschrecken, vor allem Kiesbankgrashüpfer gearbeitet.

Kinder sind Lebensräumen auf der Spur

Die Natur- und Umweltbildung im Bundesland Salzburg wird seit Anfang des Jahres vom Verein „Haus der Natur“ im Auftrag des Landes abgewickelt. Die neu errichtete Auenwerkstatt Weitwörth spielt dabei als Bildungszentrum eine zentrale Rolle. Spielerisch und erlebnisreich vermitteln geschulte Pädagogen Kindern Lebensräume wie einen alten Baum, eine Feuchtwiese oder einen Teich. „Die junge Generation lernt anschaulich die biologische Vielfalt ihrer Heimat kennen und schätzen, ein Be-‚greifen‘ der Natur wird möglich und weckt nachhaltige Begeisterung“, sagt Landesrätin Daniela Gutschi.


(c)Land Salzburg/Sophie Huber-Lachner
Amphibienschutz an Landesstraßen, Wanderschaft von Kröten, Fröschen und Molche, im Bild: Landesrätin Daniela Gutschi und Robert Müller (Berg- und Naturwacht, Wacheorgan, Einsatzgruppe Puch)

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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