Wie – Was – Wo? – Alpenverein gibt Tipps für sicheren Skitouren-Saisonstart

Der Winter steht vor der Tür, die Zeichen stehen nach wie vor ungebrochen auf Bewegung und Erholung in der Bergwelt. Auch für diese Saison rechnet der Alpenverein wieder mit einem hohen Aufkommen von Tourengehern. Nach wie vor sterben jedoch jeden Winter durchschnittlich 22 Menschen unter einer Lawine – damit diese Zahl nach unten geht, hat sich der Österreichische Alpenverein bereits seit Jahrzehnten der Präventions- und Aufklärungsarbeit verschrieben. Einfache Tipps helfen, das Lawinenrisiko zu reduzieren.

Die Berge tragen wieder weiß, die Temperaturen fallen, die Motivation für Skitouren nimmt zu. Doch anders als in gesicherten Skigebieten lauern im freien Gelände zusätzliche Gefahren, die eigenverantwortliches und risikobewusstes Handeln erfordern. „Drei Fragen sollte jeder, der im freien Skiraum unterwegs ist, immer im Kopf haben: Wie? Was? Wo?“, informiert Michael Larcher, Leiter der Abteilung Bergsport beim Österreichischen Alpenverein.


• Wie gefährlich ist es heute? Welche Gefahrenstufe gibt der Lawinenlagebericht aus?
• Was ist heute das Lawinenproblem? Ist es Triebschnee, Altschnee, oder etwas anderes?
• Wo, in welcher Höhenlage und Hangrichtung sind die Gefahrenstellen?

„Mit diesen elementaren Fragen und einem Entscheidungstool wie der „Stop or Go“-Methode kann
ich dann fundierte Entscheidungen treffen“, sagt Michael Larcher. Vor der ersten Skitour sollte man
sich zudem Gedanken über die Ausrüstung machen.

Skitour: Notfallausrüstung

Zum obligatorischen LVS-Training am Beginn der Saison gehört auch ein Materialcheck: In das LVS-Gerät kommen frische, hochwertige Batterien. Bei der Lawinen-Schaufel kontrollieren wir, ob alle Verschlussmechanismen einwandfrei funktionieren. Hier kommt es immer wieder vor, dass die Verriegelungs-Knöpfe verrostet sind und stecken bleiben – diese einfach reinigen und etwas schmieren. Bei der Sonde stellt ebenso der Verschlussmechanismus die Schwachstelle dar. Nach dem Zusammenbau muss der Verschluss zuverlässig halten, die Segmente der Sonde dürfen kein Spiel haben.

Zusätzlich zur essentiellen Notfallausrüstung Schaufel/Sonde/LVS-Gerät spricht der Alpenverein
eine Empfehlung für Airbag-Rucksäcke aus. So vorhanden, sollte die empfohlene Probeauslösung
getätigt werden. Hier informiert Michael Larcher: „Bei diesem Ausrüstungsgegenstand wird
immer deutlicher, dass die Zukunft elektrisch sein wird. Der Superkompensator ist die Technologie,
die dem Zweck am besten dient“. Zusätzlich gehören immer auch ein Biwaksack und ein ErsteHilfe-Packet in den Rucksack. Auch ein Skiservice zu Saisonbeginn ist gut investiertes Geld,
denn ein guter Belag und scharfe Kanten sind durchaus Sicherheitsfaktoren.

Planung: Neue Ära am Horizont

Neben der funktionierenden Ausrüstung und der körperlichen Fitness kommt auch der sorgfältigen Tourenplanung eine entscheidende Rolle zu. Neben den klassischen Skitourenführern kommen auch immer öfter Apps wie alpenvereinaktiv.com zum Einsatz, die bei jeder Skitour eine detaillierte Tourenbeschreibung, einen GPS-Track und Fotos bieten. Sehr praktisch: Der aktuelle Lagebericht wird für das Gebiet jeweils eingeblendet.
Eine völlig neue Dimension der Planung von Skitouren bietet die Website skitourenguru.com. „Die Wahl der Tour wird dabei durch einen Algorithmus unterstützt, der sowohl geländespezifische als auch schneespezifische Einflussfaktoren in seinem Kalkül mitberücksichtigt. Das ist der Anfang einer neuen Ära der Skitourenplanung“, sagt Michael Larcher. Das aus der Schweiz stammende Tool hat mittlerweile auch 2.000 Skitouren in Österreich im Programm und gleicht diese täglich mit den aktuellen Infos der Lawinenwarndienste und dem digitalen Höhenmodell ab. Dabei wird ein Risikoindikator errechnet, der dann in den Symbolfarben grün/gelb/rot angezeigt wird.

Respekt am Berg

Für die Tatsache, dass wir als Tourengeher im Gelände nur Gäste sind, versucht der Alpenverein mit
der Kampagne RespektAmBerg zu sensibilisieren. Die Beunruhigung des Wildes ist ein wichtiges
Thema, Lenkungsmaßnahmen zum Schutz der Wildtiere sind bis dato nur für wenige Gebiete
installiert. Ganz wichtig ist hier die erste Spur nach einem Neuschneefall auf den Berg, diese gilt es
bedacht und risikominimiert anzulegen.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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