Einbruch der heimischen Wirtschaftsleistung droht

2023 bringt deutlichen Konjunkturabschwung
Nach zwei Jahren mit Wachstumsraten über 4 Prozent, in denen die Unternehmen allmählich die pandemiebedingten Einbußen aufholen konnten, hat in der zweiten Jahreshälfte 2022 ein Konjunkturabschwung die oberösterreichische Wirtschaft erfasst. Die Zukunftserwartungen haben sich spürbar eingetrübt. Laut WKOÖ-Wirtschaftsbarometer rechnet der Großteil der Unternehmen für die nächsten 12 Monate mit einer Verschlechterung der Auftragslage. 2023 wird die heimische Wirtschaftsleistung laut aktuellen Prognosen der Forschungsinstitute stagnieren. Das WIFO rechnet mit einem realen BIP-Wachstum von lediglich 0,3 Prozent.

WKOÖ-Präsidentin fordert Gegenmaßnahmen
Die politische Lage weltweit, verbunden mit hohen Energie- und Rohstoffpreisen sowie nach wie vor in vielen Bereichen herrschende Lieferkettenprobleme verhindern Planungssicherheit. Viele Unternehmen sind stark verunsichert und schrauben daher ihre Investitionen zurück. „Wenn wir jetzt nicht handeln, droht uns nicht nur konjunkturell ein verlorenes Jahr 2023, ein Mangel an Neuinvestitionen würde auch dem gesamten heimischen Wirtschaftsstandort über viele Jahre hinweg schaden“, gibt WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer zu verstehen.

„Wir müssen daher bereits jetzt über eine ‚Investitionsprämie Neu‘ nachdenken“, mahnt Hummer, nicht zu lange zuzuwarten und die Weichen rechtzeitig richtig zu stellen. Die Investitionsprämie war bereits in Zeiten der Pandemie ein Erfolgsrezept, um den Konjunktureinbruch abzumildern. Oberösterreich war dabei einer der größten Profiteure dieser Maßnahme der Bundesregierung. Zur Investitionsprämie-Neu konkretisiert Hummer: „Wir brauchen Anreize, um vor allem Investitionen im Bereich der Nachhaltigkeit und Energieeffizienz zu forcieren. Dasselbe gilt für die Digitalisierung und für die Produktivitätssteigerung insbesondere im Produktionsbereich. Das würde nicht nur die heimische Wirtschaft kurzfristig beleben, sondern über längere Sicht vor allem die Abhängigkeit von Energie aus dem Ausland reduzieren und somit dem Wirtschaftsstandort Oberösterreich mehr Resilienz verleihen.“ Die Höhe der Investitionsprämie sollte wie zuletzt in den Jahren 2020/2021 bewährt, 14 Prozent betragen.


Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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