Engagierter Einsatz für den Schutz von Kindern und Jugendlichen

Anlaufstellen in allen Bezirken / 2.900 Gefährdungsmeldungen im Vorjahr

Die Kinder- und Jugendhilfe des Landes ist die zentrale Anlaufstelle in allen Bezirken, um den Schutz und das Wohl von Kindern und Jugendlichen sicherzustellen. Mit 2.900 Gefährdungsmeldungen im Vorjahr und 430 Kindern, die außerhalb der Familie in sozialen Einrichtungen betreut werden müssen, ist das Thema nach wie vor von großer praktischer Relevanz.

Der Kinder- und Jugendhilfebeirat, der als beratendes Gremium eine wichtige Rolle bei der Erarbeitung von Zukunftsstrategien spielt, tagte heute im Chiemseehof. Die Expertinnen und Experten des Landes und zahlreicher sozialer Einrichtungen sind sich darin einig, dass es weiterhin großer Anstrengungen bedarf, um den Schutz von Kindern vor körperlicher oder psychischer Gewalt sowie vor Vernachlässigungen sicherzustellen.

Sitzung des Kinder- und Jugenhilfebeirates im Chiemseehof Salzburg Im Bild Landeshauptmann-Stellvertreterin Martina Berthold und Andrea Holz-Dahrenstaedt (Kinder- und Jugendanwältin Land Salzburg)
(C) Land Salzburg / Franz Neumayr

Berthold: „Sichere Umgebung wichtig.“

Wie wichtig die Arbeit der Behörden und ihrer Partnerorganisationen ist, belegen die Zahlen: Die Gefährdungsmeldungen stiegen von rund 2.200 Fällen im Jahr 2019 – also vor Beginn der Corona-Pandemie – auf knapp 2.900 im Jahr 2021 an. „Gerade im jungen Alter ist eine sichere Umgebung wichtig. Die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen leisten dabei einen wichtigen und guten Job“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Martina Berthold.

430 Kinder in Wohneinrichtungen

Die Zahl der Kinder in der „vollen Erziehung“ in Pflegeeinrichtungen, zum Beispiel in sozialpädagogischen Wohngemeinschaften, ist dagegen mit rund 430 seit Jahren stabil und sogar leicht sinkend. Im Jahr 2017 lag sie noch bei 489, ein Jahr später bei 477. „Mit ein Grund dafür ist vor allem der Ausbau der ambulanten Hilfe in den Familien durch gut geschulte Fachkräfte“, so Roland Ellmer, Referatsleiter für Kinder- und Jugendhilfe.

Fachkräfte gesucht

Der geplante weitere Ausbau der ambulanten Hilfe wird jedoch durch fehlendes Personal gebremst, wie viele andere Bereiche ist auch die Kinder- und Jugendhilfe von einem Fachkräftemangel betroffen. Das liegt unter anderem an der begrenzten Zahl an Studienplätzen. „Bei der letzten Sozialreferententagung der Länder wurde hier gegenüber dem Bund der klare Wunsch nach mehr Ausbildungsplätzen und flexibleren Modellen formuliert“, so Berthold.

Kampagne sensibilisiert

Eine Kampagne des Landes gegen Gewalt in der Erziehung sensibilisiert seit dem Vorjahr die Bevölkerung. „Sollten Sie Zeuge von familiärer Gewalt an Kindern oder Jugendlichen werden, so zögern Sie nicht die Kinder- und Jugendhilfe – Anlaufstellen gibt es in allen Bezirken – oder die Polizei zu verständigen“, so Berthold, die ergänzt: „Jedes Kind braucht ein sicheres und gewaltfreies Dach über dem Kopf.“

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Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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