Ausbau der Zusammenarbeit von Lawinenwarndienst Salzburg und ZAMG

Der Lawinenwarndienst Salzburg und die ZAMG intensivieren<> ihrer Zusammenarbeit. Eckpunkte sind das Erstellen des täglichen Lawinenberichts, der Ausbau der Arbeit im Gelände und des Schulungsangebots für Lawinenwarnkommissionen sowie die Entwicklung von Schneedeckenmodellen und Produkten zur Warnung und Kommunikation.
Mit 1. Dezember startet die operationelle Erstellung der Lawinenberichte.

Das Land Salzburg und die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) arbeiten seit den 1960er-Jahren in vielen Bereichen zusammen, unter anderem bei Wetterwarnungen.

Ebenfalls seit Jahrzehnten arbeiten die Meteorologinnen und Meteorologen der ZAMG im Lawinenwarndienst für Salzburg, der eine entscheidende Rolle für die Sicherheit in den Bergen und auf Verkehrswegen spielt. Ab diesem Winter wird die Zusammenarbeit ausgebaut.

Bewährtes Team für Theorie und Praxis

Im Team des Lawinenwarndienstes sind der Leiter der ZAMG Kundenservicestelle Salzburg/Oberösterreich Michael Butschek und Claudia Riedl, beide Meteorologen und seit vielen Jahren auch im Einsatz für den Lawinenwarndienst Salzburg. Neu dabei sind Veronika Krieger, Meteorologin und ausgebildete Trainerin des Deutschen Alpenvereins, sowie Matthias Walcher, der nach dem Studium an der TU Dresden und BOKU Wien mehrere Jahre für Lawinenwarndienste in Österreich, Italien, Kanada und Chile arbeitete.

„Extrem wertvoll ist, dass alle im Team sehr umfangreiches Wissen aus Theorie und Praxis einbringen“, sagt Michael Butschek, „denn für die Einschätzung der Lawinengefahr ist die Analyse der neuesten Wetter- und Schneedaten genauso wichtig, wie das Wissen um Besonderheiten des Geländes sowie über die Entwicklung des Schneedeckenaufbaus in den einzelnen Regionen im Laufe des Winters.“

Über 900 Ehrenamtliche in den Lawinenwarnkommissionen

Auch die Zusammenarbeit mit den Beobachterinnen und Beobachtern und den über 900 größtenteils ehrenamtlichen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der 93 Lawinenwarnkommissionen Salzburgs ist ein wichtiger Teil der Arbeit des Lawinenwarndienstes. „Wir erhalten hier aktuellste Informationen aus allen Regionen Salzburgs und wir freuen uns, dass wir im Rahmen der erweiterten Zusammenarbeit auch unsere Schulungsangebote für Lawinenwarnkommissionen ausbauen können“, sagt Michael Butschek von der ZAMG.

Weiters ermöglicht der neue Kooperationsvertrag ein umfassendes Dokumentations- und Qualitätsmanagement, permanente Arbeit im Gelände sowie das Entwickeln von Schneedeckenmodellen und von Produkten, die die Kommunikation mit den Lawinenwarnkommissionen und den Wintersportlerinnen und Wintersportlern weiter verbessern.

Start der Lawinenberichtserstellung am 1. Dezember

Mit 1. Dezember 2022 startet die Lawinenwarnzentrale in Salzburg mit der operationellen Erstellung von Lawinenberichten. Die Lawinenberichte wurden in den letzten Saisonen deutlich ausgebaut: Bis vor wenigen Jahren wurde die Gefahreneinstufung für sechs fix definierte Regionen von der Osterhorngruppe im Norden bis zu den Nockbergen im Süden vorgenommen. Der neue Lawinenbericht ermöglicht eine flexible Regionseinteilung auf Basis von 21 Kleinstregionen, die situationsbezogen kombiniert werden können.

Österreichweite Zusammenarbeit mit Lawinenwarndiensten

Die ZAMG betreibt im Auftrag der jeweiligen Länder die Lawinenwarndienste für Salzburg, die Steiermark, Niederösterreich und die Niederösterreichischen Landesbahnen (NÖVOG). Mit den anderen Lawinenwarndiensten Österreichs besteht eine enge Zusammenarbeit bezüglich Wetterdaten, Vorhersagen und Warnungen.

Foto: M. Kammerlander

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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