LH Stelzer: „Realitätsfremde Richtlinie für Wohnbau-Kreditvergaben muss dringend entschärft werden“

„Wie sollen sich junge Menschen so noch Wohnungseigentum finanzieren können?“

„Überschießend, eigentumsfeindlich und ein massiver Eingriff in die Marktwirtschaft“.  So urteilt Landeshauptmann Thomas Stelzer am Rande der Konferenz der Landesfinanzreferenten in Wien über die aktuellen Regelungen für private Wohnbaukredite. Konkret geht es um Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-Verordnung) des Finanzmarktstabilisierungsgremiums, die deutliche Erschwernisse für die private Wohnraumfinanzierung vorsieht.

Seit 1. August muss man 20 Prozent Eigenmittel für einen Immobilienerwerb vorweisen können, um einen Kredit zu bekommen. Und die Kreditrate darf nicht mehr als 40 Prozent des verfügbaren Haushaltseinkommens ausmachen, die Kreditlaufzeit darf 35 Jahre nicht überschreiten. „Der Schutz der Kreditnehmerinnen und -nehmer und der Banken ist wichtig, aber es ist ja nicht so, dass die Banken vor dieser Richtlinie im rechtsfreien Raum agieren und wahllos Kredite vergeben hätten. Nein, es gibt ja auf europäischer Ebene vernünftige und risikominimierende Eigenkapitalvorschriften, was auch zahlreiche Expertinnen und Experten bestätigen. Die Lehren aus der internationalen Finanzkrise wurden gezogen“, betont Landeshauptmann Thomas Stelzer und bringt ein Beispiel, wie die Richtlinie an den Lebensrealitäten vorbei geht: „Wenn jemand einen Kredit für einen Hausbau aufnehmen möchte, dann kann er seine bestehende Eigentumswohnung, die er nach dem Hausbau verkaufen will, nicht mehr als Eigenmittel anrechnen.“

Die Richtlinie mache für viele Familien aber nicht nur den Traum der eigenen vier Wände zu Nichte, sondern würge den konjunkturellen Moter der heimischen Bauwirtschaft, der ohnehin schon stottert, endgültig ab. Nicht zuletzt würden kreditwillige Bürger/innen in die Hände ausländischer Banken getrieben. „Ich fordere daher die zuständigen Gremien auf Bundesebene auf, endlich tätig zu werden und die Richtlinie zu entschärfen.“

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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