Oberösterreichs und Salzburgs Tourismus blickt mit Zuversicht in die Wintersaison

Ergebnisse der Landestourismusreferent/innen-Konferenz

„Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen blickt die Tourismuswirtschaft mit Zuversicht in die kommende Wintersaison. Die Tourismusreferentinnen und -referenten der Bundesländer zeigten sich im Rahmen ihrer Konferenz in St. Wolfgang optimistisch, dass das Tourismus-Comeback des heurigen Sommers nun auch im bevorstehenden Winter fortgesetzt werden kann. Es zeigt sich ganz klar: Die Menschen sehnen sich nach Winterurlaub, internationale Gäste haben großes Interesse an Österreich und Corona spielt bei den Buchungsabsichten keine wesentliche Rolle mehr“, betonten OÖ. Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner, Tourismus- Staatssekretärin Mag.Susanne Kraus-Winkler, MRICS, und Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer, Tourismusreferent Land Salzburg, im Anschluss an die Landestourismusreferent/innen-Konferenz in St. Wolfgang.

Eine aktuelle Potenzialstudie in den wichtigsten europäischen Wintermärkten Österreichs hat erfreuliche Ergebnisse gebracht:

  • Die Anzahl der „festen Österreich-Planer/innen“, also jenen Menschen, diehöchstwahrscheinlich einen Winterurlaub in Österreich planen, ist mit 17Millionen wieder auf Vor-Corona-Niveau.
  • Das Gesamtpotenzial liegt bei 83 Millionen >> Winterurlaub in Österreichkommt „höchstwahrscheinlich“, „ziemlich sicher“ oder „generell“ in Frage,„Schon für die abgelaufenen Herbstferien war die Stimmungs- und Buchungslage durchwegs zuversichtlich. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch für die Weihnachtsferien und die Semesterferien. Die erhöhte Inlandsnachfrage führt offenbar dazu, dass die Gäste vermehrt frühzeitig buchen, um sicherzugehen, dass sie ihren Urlaub im geplanten Zeitraum und in der gewünschten Unterkunftskategorie absolvieren können. Zugleich sind die kommenden Monate aufgrund der aktuellen Entwicklungen auch mit Unsicherheiten behaftet. Daher haben wir bei dieser Landestourismusreferent/innen-Konferenz auch Unterstützungen und Maßnahmen für die Tourismuswirtschaft in den Fokus gestellt, insbesondere im Bereich Energiekosten und Fachkräftebedarf “, stellte OÖ. Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus Achleitner fest.

„Die Sommerergebnisse im Tourismus sind erfreulich positiv ausgefallen, trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnten wir unsere Gäste für Urlaub in Österreich begeistern. Damit uns das auch im Winter gelingt, haben wir gemeinsam mit den Bundesländern die aktuellen Herausforderungen diskutiert und uns bei entscheidenden Tourismusthemen auf ein enges Miteinander geeinigt. Der Tourismus ist bereits seit Jahrzehnten bestrebt, noch nachhaltiger zu werden. So konnte etwa der Energieverbrauch pro Nächtigung in der Beherbergung seit 2008 um 54 Prozent reduziert werden. Gemeinsam widmen wir uns der Digitalisierung, der Modernisierung der Privatzimmervermietung, dem verantwortungsbewussten Umgang mit Energie, der Arbeitsmarktpolitik sowie derNachhaltigkeit“, erklärte Tourismus-Staatssekretärin Kraus-Winkler.

„Der Ausblick auf die allgemeine Buchungslage im Winter lässt uns erneut zuversichtlich in die Zukunft blicken. Dass der Tourismus trotz internationaler Krisen performt, hat er in den vergangenen Jahren eindrucksvoll bewiesen. Das könnte auch einen mittel- und langfristigen Effekt haben. Nichtsdestotrotz bleibt der Tourismus auch weiterhin stark gefordert, hinsichtlich möglicher Einflussfaktoren wie beispielsweise der Fachkräftemangel oder die Energieversorgung Antworten zu finden und Konzepte zur nachhaltigen Sicherung von Qualität und Wertschöpfung zu entwickeln“, so Landeshauptmann Wilfried Haslauer.

Wirtschafts- und Tourismus-Landesrat Markus ACHLEITNER:

Energiekosten und Fachkräftebedarf erfordern weiterhin Unterstützung für Tourismuswirtschaft

„Die Tourismuswirtschaft hat zu den am meisten von der Corona-Krise betroffenen Branchen gezählt. Der heurige Sommer hat gezeigt, dass der Tourismus sich gut davon erholt und ein erfolgreiches Comeback gefeiert hat. So wie viele andere Wirtschaftsbereiche sieht sich auch die Tourismusbranche großen Herausforderungen gegenüber, insbesondere die explodierenden Energiekosten und der Fachkräftebedarf. Hier haben die Tourismusreferentinnen und -referenten der Bundesländer gemeinsam mit Tourismus-Staatssekretärin Kraus-Winkler über Lösungen diskutiert undentsprechende Beschlüsse gefasst“, unterstrich Wirtschafts- und Tourismus- Landesrat Markus Achleitner in seiner Funktion als Gastgeber der Landestourismusreferent/innen-Konferenz.

Die Tourismusbranche arbeitet bereits seit längerem daran, noch energieeffizienter zu wirtschaften und noch stärker in erneuerbare Energiequellen zu investieren. So ist es dem Tourismus gelungen, den Energieverbrauch zu reduzieren und andererseits die Energieträger zu diversifizieren:

  • Dies zeigt sich einerseits am Anteil der erneuerbaren Energie, der laut Statistik Austria von 36 % im Jahr 2008 auf 54 % im Jahr 2019 gestiegen ist. Damit liegen diese Bereiche deutlich über dem österreichischen Durchschnittswert (2019: 34 %) sowie über dem Zielwert der EU-Vorgabe, bis 2030 einen Anteil von 50 % zu erreichen. Andererseits konnte der Energieverbrauch pro Nächtigung in der Beherbergung seit 2008 um 54 % reduziert werden (Stand 2019).
  • Das hat dazu geführt, dass die Sektoren Beherbergung, Gastronomie und Seilbahnen – die Kernbranchen im heimischen T ourismus – laut Umweltbundesamt nur einen Anteil von 1,6 % am österreichischen Endenergieverbrauch (Ø 2017 – 2019) haben.
  • Beim Gasverbrauch haben Beherbergung, Gastronomie und Seilbahnen laut Statistik Austria einen Anteil von nur 0,6 % des österreichischen Endverbrauchs an Erdgas (Ø 2017 – 2019).„Die Betriebe bemühen sich weiterhin, alles zu tun, um Energie dort zu sparen, wo es die Gäste nicht spüren. Dessen ungeachtet ist es erforderlich, die Tourismuswirtschaft bei den Energiekosten auch im kommenden Jahr seitens des Bundes finanziell zu unterstützen, insbesondere mit einer Verlängerung desEnergiekostenzuschusses“, hob Landesrat Achleitner hervor. „Weiters gilt es, den Tourismusbetrieben den Umstieg auf erneuerbare Energien bzw. den Ausbau noch mehr zu erleichtern“, so Landesrat Achleitner. Die Landestourismusreferent/innen fassten dazu folgenden Beschluss:
  • Der von der Bundesregierung beschlossene Energiekostenzuschuss ist eine wichtige Entlastung für die Tourismusbetriebe. Die Bundesregierung wird ersucht, bei der detaillierten Ausgestaltung dieser Fördermaßnahme und auch bei weiteren Unterstützungsmaßnahmen die Besonderheiten der Tourismusunternehmen entsprechend zu berücksichtigen.
  • Die Konferenz der Landestourismusreferentinnen und Landestourismusreferenten bekennt sich zum ambitionierten Ausbau von Photovoltaik sowie zielgerichtetem Einsatz bei der Vergabe von Fördermitteln. Die Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie wird jedoch zu einer Abänderung des Fördersystems ersucht – mit dem Ziel, einer vermehrten Anzahl an Förderwerbern Zugang zu Investitionszuschüssen, losgelöst von Förderstichtagen, ganzjährig zu ermöglichen. Dadurch soll eine kontinuierliche Unterstützung aller geplanten PV-Projekte, vorbehaltlich der budgetären Bedeckung, sichergestellt werden.

Maßnahmen gegen Arbeits- und Fachkräftemangel im Tourismus:

Die Beschäftigtensituation im Tourismus hat beinahe wieder das Vorkrisenniveau von 2019 erreicht. Zugleich wird der Arbeits- und Fachkräftebedarf, wie auch in anderen Bereichen, hier immer stärker spürbar:

  • Oberösterreich (Oktober 2022): 2.141 offene Stellen in Beherbergung undGastronomie
  • Österreich (Oktober 2022): 12.491 offene Stellen in Beherbergung undGastronomieOffene Lehrstellen / Lehrstellensuchende:
  • Oberösterreich (Oktober 2022): 31 Lehrstellensuchende können aus 372offenen Lehrstellen in Beherbergung und Gastronomie auswählen
  • Österreich (Oktober 2022): 381 Lehrstellensuchende können aus 2.476offenen Lehrstellen in Beherbergung und Gastronomie auswählen„So wie in der Arbeitsmarktpolitik generell müssen wir auch im Tourismus an allen Stellschrauben drehen. Es konnten bereits Verbesserungen bei der Rot-Weiß-Rot- Karte und mit Stammsaisonnier-Regelung erreicht werden. Trotzdem braucht es hier weitere Schritte und insbesondere Unterstützung auch vom Bund“, erläutert Landesrat Achleitner: Dies sollte einerseits Initiativen umfassen, um Neu-, Wieder-, Rück- und Quereinsteiger für diese Branche gewinnen zu können.
  • Andererseits sind aber auch strukturelle Maßnahmen, wie z.B. Erleichterungen von Drittstaatenkontingenten, Veränderungen vor allem in arbeits- und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen erforderlich.
  • Ebenso muss es Imagekampagnen, neue Kooperationsmodelle, Schulungs- programme, eine Attraktivierung der touristischen Lehre und des Jobs im Tourismus, Qualitätssicherung bei der Ausbildung geben.
  • Weiters sollte verstärkt auf innovative Mitarbeiterbenefits, flexible Arbeitszeitmodelle und Maßnahmen zur Imageverbesserung gesetzt werden.

Die Landestourismusreferent/innen fassten dazu folgenden Beschluss:
o Die Bundesregierung wird ersucht, weitere Schritte zur Attraktivierung

touristischer Berufe einzuleiten.
o Anzudenken sind dafür Initiativen auf Bundesebene zur Unterstützung von

leistbarem Mitarbeiter/innen-Wohnraum in den Destinationen oder die Förderung von Konzepten zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Tourismus.

o Zudem sind weitere Maßnahmen zur Verbesserung des Images des Tourismusberufs erforderlich.

o AuchdietouristischeAusbildungvonFachkräftenvonmorgenistgemeinsam mit den Ländern weiter zu forcieren.

Tourismus-Staatssekretärin Mag.Susanne KRAUS-WINKLER:

Digitalisierung trägt dazu bei, Urlaub in Österreich noch attraktiver zu gestalten

„Digitalisierung kann dazu beitragen, den Urlaub in Österreich noch attraktiver und nachhaltiger zu gestalten. Ein digitales Gästeblatt würde 100 Mio. An- und Abmeldevorgänge pro Jahr beschleunigen und dadurch Behörden, Betriebe und Gäste entlasten. Ich freue mich, dass wir heute eine prinzipielle Einigung mit den Bundesländern erzielt haben, wonach wir die Arbeit am bundesweiten digitalen Gästeblatt gemeinsam und beschleunigt fortsetzen werden“, erklärte Tourismus-Staatssekretärin Mag.a Susanne Kraus-Winkler, MRICS.

Jeder Gast, der in einem Beherbergungsbetrieb nächtigt, muss sich melden – auf Basis des Meldegesetzes und gemäß Tourismus-Statistik-Verordnung. Auch die Berechnung der Ortstaxen bzw. Nächtigungsabgaben stützt sich auf dieses Meldesystem. Die Digitalisierung bietet gerade im Tourismus unglaubliche Chancen. Insbesondere eine Digitalisierung des Gästeblatts würde Vorteile für das Meldewesen, die Tourismusstatistik, die Erhebung der Ortstaxen, die Betriebe und v.a. auch für die Gäste bringen.

Eine mögliche Umstellung der Gästemeldung von Papier bzw. elektronischer Erfassung auf eine digitale Lösung ist ein komplexes Projekt. Das Bundesministerium für Arbeit und Wirtschaft hat daher das Bundesrechenzentrum mit der Durchführung einer Machbarkeitsstudie als Entscheidungsgrundlage für eine mögliche Umsetzung beauftragt.

Die Machbarkeitsstudie ist noch nicht abgeschlossen, aber der sich abzeichnende Lösungsansatz beruht auf zwei neuen Services, einem Beherbergungsregister für alle Beherbergerinnen und Beherberger (gewerblich und privat) und einem Gästeregister. Von einer tagesaktuellen End-to-End Digitalisierung der Gästemeldungen sowie der vollständigen Erfassung der österreichischen Beherbergungsbetriebe würden sowohl der Bund (BMAW, BMI, BMF, Statistik Austria) aber auch die Bundesländer, Gemeinden, Tourismusverbände, Betriebe und vor allem die Gäste profitieren. Durch eine sichere, aber offene Schnittstelle würde bei dieser Lösung sichergestellt werden, dass bestehende digitale (Gästeblatt-) Lösungen für Beherbergungsbetriebe unterschiedlichster Anbieter anschlussfähig bleiben.

Die Landestourismusreferent/innen fassten dazu folgenden Beschluss:
o Wir begrüßen diesen Lösungsansatz und ersuchen die österreichische Bundesregierung in einem nächsten Schritt – gemeinsam mit den Bundesländern und allen weiteren Stakeholdern – Fragen zum rechtlichen Rahmen, insbesondere Aufgabenteilung Bund, Länder, Gemeinden, zum

vorgeschlagenen Modell zu klären, eine Kostenindikation zu erstellen.
o Weiters soll ein Proof of Design (Bestätigung der technischen Realisierung

durch einen Prototyp) durchgeführt werden.
o Die Bundesländer werden den Bund bei diesen Arbeiten aktiv unterstützen.

© Land OÖ / Andreas Maringer

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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