Land Salzburg auf mögliche Energielenkung vorbereitet

Koordinierte Vorgangsweise / Spezialisierter Einsatzstab und Expertengremium / Umfassende Informationen

Die kommende kalte Jahreszeit und die internationale Situation machen Energie zu einer knappen Ressource. Daher sind alle Salzburgerinnen und Salzburger schon jetzt aufgerufen, im persönlichen Bereich Energie zu sparen. Spitzt sich die Versorgungsknappheit in den Wintermonaten zu, werden die Vorgaben des Bundes erfüllt werden müssen. Genau dafür hat man sich in den vergangenen Monaten im Land Salzburg organisatorisch und operativ aufgestellt.

„Die Gasknappheit führt auch zu einer Stromknappheit, das werden wir in den kommenden Monaten zu spüren bekommen. Wir haben uns in Salzburg bestmöglich darauf vorbereitet. Falls es zu Energiesparvorgaben des Bundes kommt, wird Salzburg diese umsetzen – wenn nötig mit gezielter Energielenkung, die aber die allerletzte Maßnahme ist. Gleichzeitig werden wir alles daransetzen, dass der Alltag der Salzburgerinnen und Salzburger so weit wie möglich bewältigbar bleibt, und die Versorgung gesichert ist. Genau dafür wurden die Strukturen mit allen Beteiligten geschaffen“, erklärt Landesrat Josef Schwaiger, Vorsitzender des Energielenkungsbeirates in Salzburg.

Rechtzeitig sparen, um gut über den Winter zu kommen

Landesrat Josef Schwaiger sieht die kommenden Wochen und Monate als entscheidend, denn: „Je mehr wir alle jetzt gemeinsam Energie sparen und bewusst mit den Ressourcen umgehen, umso eher kommen wir ohne weitere Maßnahmen über die kalte Jahreszeit. Jetzt haben wir noch vieles selber und freiwillig in der Hand bevor sich die Energielage womöglich zuspitzt und die Einschränkungen verstärkt werden müssen“, so Schwaiger und er fügt hinzu: „Diese Situation ist für die meisten von uns neu, aber bewältigbar – gemeinsam.“

Pressegespräch Land Salzburg Versorgungssicherheit Energie Im Bild v.l.: Dominik Rosner, Leiter Abteilung 7, Leiter spezialisierter Einsatzstab, Landesrat Josef Schwaiger, Vorsitzender des Energielenkungsbeirates und Siegfried Müllegger, Leiter Energietechnik Salzburg AG
(C) Land Salzburg / Franz Neumayr

Drei Stufen des Energiesparens

Den Verbrauch von Energie zu senken und damit das alltägliche Leben möglichst in gewohnter Weise aufrecht zu erhalten, wird je nach Lage und Dringlichkeit in drei Stufen erfolgen:

  • Freiwilliges Sparen: Dazu ist die Bevölkerung Salzburgs bereits jetzt aufgerufen. Wertvolle und praktische Energiespartipps für den Alltag: www.salzburg.gv.at/energiesparen
  • Angeordnetes Sparen: öffentliche Gebäude, gewerbliche Betriebe, Industrie und so weiter.
  • Energielenkung durch abgestimmte Abschaltung von Großverbrauchern und dann gegebenenfalls gezielte und koordinierte Flächenabschaltung des Stroms als allerletzter Weg, wenn die Stufen 1 und 2 nicht ausreichen. Ziel: Die Sicherheit und Versorgung der Bevölkerung und die Aufrechterhaltung des Alltags soweit wie möglich zu gewährleisten.
  • Ziel aller drei Eskalationsstufen: Der Bevölkerung und auch der Volkswirtschaft nur so viel zuzumuten wie absolut nötig.

Prioritäre Bereiche

Kritische Infrastruktur – wie zum Beispiel Krankenhäuser, Seniorenwohnhäuser, Lebensmittelproduzenten, öffentlicher Verkehr, Schulen, Kindergärten und andere – hat im Fall der Energielenkung Vorrang so wie die Versorgung der Privathaushalte. Aber: „In einem gewissen Maß würde in diesem Fall in das Leben der Menschen eingegriffen, unter anderem als letzter Schritt durch gezielte und koordinierte Flächen-Stromabschaltungen, wenn diese absolut nötig sind. Je besser wir alle vorbereitet und darauf eingestellt sind, umso besser werden wir mit der Situation umgehen können“, erklärt Landesrat Josef Schwaiger, Vorsitzender des Energielenkungsbeirates in Salzburg.

Energielenkung ist kein Blackout

Dass Energie sparen, Energielenkung und Blackout drei völlig unterschiedliche Dinge sind, darauf weisen die Experten des Landes und der Stromversorger noch einmal ganz deutlich hin. Hier die Eckpunkte:

  • Energie sparen: Macht jeder im eigenen und auch persönlichen Bereich (Privathaushalte, Unternehmen, Institutionen). Hilft, um Reserven zu sparen und möglichst gut über den Winter zu kommen. Schont außerdem das eigene Budget und kann jederzeit von jedem individuell angewendet werden.
  • Energielenkung: Hat eine gewisse Vorlaufzeit, ist geplant und strategisch zielgerichtet, Experten gehen davon aus, dass eine Vorlaufzeit von drei bis fünf Tagen realistisch ist. Energielenkung hat das Ziel, die wichtigsten Strukturen (zum Beispiel Krankenhäuser, kritische Infrastruktur, etc.) aber auch die Privathaushalte ausreichend mit Strom zu versorgen. Das Alltagsleben soll damit so gut wie möglich gewährleistet werden und die Grundversorgung sicher sein.
  • Blackout: Ist eine Krisen- und Katastrophensituation, kommt unerwartet und betrifft alle.

Schwaiger: „Halte Energielenkung für möglich.“

Der ressortzuständige Landesrat betont: „Ich bin ganz offen: Dass wir im Laufe des Winters zur gezielten und strategischen Energielenkung greifen müssen, halte ich aus derzeitiger Sicht durchaus für möglich. Der Krieg in der Ukraine, der versäumte Ausbau der Strominfrastruktur in Europa und die Wartung der französischen Atomkraftwerke führen zu einer Kombination, die durchaus zu beispielsweise zeitweisen und gestaffelten Stromabschaltungen führen könnten. Um dem bestmöglich vorzubeugen, ist jeder jetzt schon aufgerufen zu sparen. Reicht das nicht und bekommen wir einen harten Winter, gibt der Bund bei Bedarf Sparziele vor, die von den Bundesländern umgesetzt werden müssen – durch angeordnete Sparmaßnahmen oder als letzter Schritt die Energielenkung.“

Strategie, Organisation, Ausführung

Wird die Energie knapp und muss in die wichtigen Bereiche „eingeteilt“ werden, hat das Land Salzburg einen spezialisierten Einsatzstab gebildet. Dieser wird ähnlich wie im Katastrophenfall strategisch (Energielenkungsbeirat), organisatorisch (Abteilung 7 der Landesverwaltung) und operativ (Salzburg AG und Salzburg Netz GmbH) arbeiten. Einbezogen sind alle zuständigen Abteilungen sowie Referate der Landesverwaltung und betroffenen Stakeholder wie zum Beispiel die Salzburg AG, Salzburg Netz GmbH, Zivilschutzverband, aber auch die Bildungsdirektion.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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