Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024: Zu Besuch in den Ateliers Alte Weberei in Ebensee

Heidi Zednik sichtete die Filterpapiere aus dem Traunsee für das transdisziplinäre Kunstprojekt „Acta Liquida“

Seit Jahrzehnten sammelt Künstlerin und Projektträgerin Heidi Zednik das Filterpapier aus der Fischbruthütte am Traunsee, die der Verein „Rettet den Traunseefisch“ aus Überzeugung und Notwendigkeit betreibt. Ohne die Nachzucht wäre die Fischerei am Traunsee kaum mehr möglich, da sich die Populationen aufgrund von Umwelteinflüssen und menschlichem Zutun in einem kritischen Zustand befinden. Die langen Filterpapiere klären das Traunseewasser, das für die Brut-Tanks benötigt wird, sie zeigen ein direktes Abbild des Sees zwischen November und April. Das ParaMoll Filtermedium wurde von Heidi Zednik letzte Woche aus dem Archiv enthoben, um es zu sichten. Alkalischen Schlamm vom Traunsee sammelt und arrangiert sie in antiken Petri Schalen, die 2024 auch Teil der Installation sein werden. Die Projektleitung seitens der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 hat Christina Jaritsch inne.

„Die Farbtöne variieren je nach der Beschaffenheit des Wassers. Während der Fichtenblüte sind sie zum Beispiel gelb schimmernd, wenn viele Sedimente aufgewirbelt werden, gehen sie ins Rötliche oder Bräunlich-Schlammige. Das Filterpapier nimmt in Echtzeit auf, wie es dem See gerade geht“, so die Künstlerin.

Künstlerin Heidi Zednik und Salzkammergut 2024 Projektleiterin Christina Jaritsch im Atelier in Ebensee. © WirLiebe

Acta Liquida

Das Projekt vereint Installationen aus ParaMoll (Filtermedium), Zeichnungen, Objekten, Sound-, Video-, Foto- und Textelementen. Ein künstlerisches Diptychon setzt zukunftsrelevante Inhalte wie Klimawandel, Generationenwechsel, Anthropozän und die Relevanz der kleinstrukturierten Fischerei in Beziehung. Gemeinsam mit dem Multimedia Künstler Elza Grimm und dem Fotokünstler und Autor S. Holzbauer werden diese abstrakt wirkenden Themen in konkrete Arbeiten übersetzt. Heidi Zedniks Objekt-Installationen werden mit dem Hauptmedium ParaMoll umgesetzt. Elza Grimm entwickelt Kurzfilme, die mit Aufnahmen direkt aus der Fischbruthütte spielen. Unter dem Namen „Generation Futter“ verarbeitet er das Heranwachsen der Reinanken im Brutbecken filmisch. S. Holzbauer beschäftigt sich mittels mehrfachbelichteter Polaroids und assoziativer Texte mit kulturellen Konnotationen von Fisch im weiteren Sinne. Die Ausstellung wird im Frühjahr 2024 zu besichtigen sein, die genauen Orte und Öffnungszeiten werden über den Veranstaltungskalender der Kulturhauptstadt Europas Bad Ischl Salzkammergut 2024 kommuniziert.

Die Ateliers Alte Weberei befinden sich in Ebensee am Traunsee im Hauptfabriksgebäude der ehemaligen Weberei und Spinnerei. Heidi Zendnik nutzt das Gemeinschaftsatelier gemeinsam mit den Künstlerkolleg*innen Ferdinand Reisenbichler, Donna E. Price und Petra Kodym.

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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