Gedanken der OÖ Bäuerinnen zu Erntedank

In den vergangenen Wochen wurden in unserem Land die Erntedankfeste gefeiert. 
Aber nicht nur Bäuerinnen und Bauern haben Grund zum Danken. Jede und Jeder hat so vieles um dankbar zu sein:

Dankbar für die Lebensmittel die wir in Hülle und Fülle haben.

Dankbar für den Arbeitsplatz.

Dankbar für das Dach über den Kopf.

Dankbar für die Gesundheit.

Dankbar für Familie und Freunde.

Es ist gelebtes Brauchtum, dass im September und Oktober in unserem Land die Erntedankfeste gefeiert werden. Den Brauch sich für die Früchte des Feldes zu bedanken, kennt man aber nicht nur in Österreich, sondern auf der ganzen Welt. Das wohl gängigste Symbol des Erntedankfestes ist die Erntekrone, die es in den unterschiedlichsten Abwandlungen in ganz Österreich gibt. Meist wird bei einer Prozession die Krone in die Kirche getragen und gemeinsam mit den Erntegaben gesegnet.

Erntedank bedeutet für Landesbäuerin Johanna Haider: „Gesät haben wir ein Korn und geerntet ein Wunder. Es ist jedes Jahr wieder aufs Neue ein wunderbarer Augenblick, wenn die Ernte eingebracht ist und die Natur zur Ruhe kommt. Seien wir dankbar, auch wenn manches gerade nicht so läuft, wie wir es gerne hätten.“

Für Margit Ziegelbäck aus Steinhaus bei Wels ist eine reiche Ernte keine Selbstverständlichkeit.

Da Obst- und Gemüse durch den weltweiten Handel das ganze Jahr über verfügbar sind, ist die ursprüngliche Bedeutung von Erntedank in den Hintergrund gerückt. Das Wissen um den Zeitpunkt der Aussaat, Reife und Ernte ist nicht mehr Jedem bekannt. An Erntedank erinnern wir uns bewusst daran, dass der Einfluss der Menschen auf das Wachsen und Gedeihen in der Natur begrenzt ist. 
Beim Schmücken der Kirche dürfen für mich neben den Feldfrüchten, dem Obst und dem Gemüse natürlich die farbenprächtigen Herbstblumen nicht fehlen. Besonders die Sonnenblume hat eine starke Symbolwirkung. Sie symbolisiert das Strahlen der Sonne und steht für Licht, Fröhlichkeit und Zuversicht – Eigenschaften, die auch wir Bäuerinnen und Bauern gut gebrauchen können.

Monika Rendl, aus Mehrnbach, ist in diesem Jahr zum Erntedankfest sehr nachdenklich.

Die aktuelle Krise und der Krieg zeigen uns wieder einmal wie verletzlich unsere Wohlstandsgesellschaft ist. Vielfach haben wir die Dankbarkeit verlernt und sehen so vieles als selbstverständlich an. Für mich als Bäuerin ist Erntedank ein ganz besonderes Fest. Es zeigt uns, dass es nicht selbstverständlich ist, mit Nahrung im Überfluss und mit der notwendigen Gesundheitsversorgung gesegnet zu sein. In meiner Heimatgemeinde wird dieser besondere Tag gemeinsam mit den Vereinen und den Kindern gefeiert. Denn an diesem Tag danken wir nicht nur der Natur, sondern auch der umsichtigen Arbeit, die Bäuerinnen und Bauern täglich verrichten.  

Für Sabine Sieberer aus Klaus an der Phyrnbahn ist regionaler Einkauf „Erntedank im Einkaufskorb“

Ein Erntedankfest der besonderen Art wird bei uns in Hinterstoder gefeiert. In diesem wald- und wildreichen Gebiet wird auch für die Jagd gedankt. Gemeinsam mit den Bäuerinnen und Bauern sagt die Jägerschaft „Danke“ für ihre Ernte und ein kräftiges „Weidmanns Heil“ für eine unfallfreie Jagd. Die bewirtschafteten Felder, Wiesen und Wälder dienen aber nicht nur der Lebensmittelproduktion, sondern sind auch Lebensraum für viele Wildtiere. Sie sind gelebter Landschaftsschutz und Grundlage für den Erfolg des Tourismus in unserem Land. Aber auch unsere heimischen Lebensmittel leisten viel. Zuallererst sind sie von hervorragender Qualität und sichern viele Arbeitsplätze weit über unsere Bäuerinnen und Bauern hinaus. Deshalb könnte man vereinfacht sagen, wer regionale Lebensmittel kauft, legt Erntedank in den Einkaufskorb.

Bildverweis: OÖ Bauernbund

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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