Handel ist zentraler Wirtschaftssektor in Oberösterreich

„Der Handel stellt für Oberösterreich einen zentralen Wirtschaftssektor dar. Rund 14.160 Handelsunternehmen mit Sitz in Oberösterreich erwirtschafteten im Jahr 2021 Netto-Jahresumsätze von rund 49,3 Milliarden Euro. Tatsächlich ist der oberösterreichische Einzelhandel ein Wirtschaftsbereich mit großen Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekten, wie eine aktuelle Studie vom Economica Institut für Wirtschaftsforschung für das Gesamtjahr 2021 belegt“, sagt Ernst Wiesinger, Obmann der Sparte Handel der WKO Oberösterreich.

„Allerdings sind aktuell die Unsicherheiten vor dem heurigen Winter groß. Und wir wissen: Unsicherheit hemmt die Kauflust. Der heimische Einzelhandel leidet daher sowohl unter zunehmender Konsumzurückhaltung als auch unter den steigenden Energiekosten, die zu einer Erosion der geringen Gewinnmargen führen. Der österreichische Einzelhandel schafft viele Arbeitsplätze, ist ein wichtiger Lehrlingsausbildner und auch stark mit anderen Branchen der österreichischen Wirtschaft verwoben. Diese wichtige Funktion des Handels darf nicht gefährdet werden“, warnt Wiesinger.

Im zweiten Covid-19-Pandemiejahr ist laut Studie die Zahl der Handelsunternehmen mit Sitz in Oberösterreich per Saldo (Unternehmensgründungen abzüglich -schließungen) auf rund 14.160 angestiegen, nach rund 13.540 im Jahr 2020 und rund 13.750 im Vor-Corona-Jahr 2019. 7210 Unternehmen sind dabei schwerpunktmäßig im Einzelhandel tätig. Auf den Großhandel entfallen 4380 und auf die Kfz-Wirtschaft 2570 Unternehmen. In allen drei Handelssektoren zeigt sich 2021 ein Anstieg der Unternehmenszahlen.

1790 Gründungen im oö. Handel 2021
Die Gründungszahlen im oö. Handel überstiegen 2021 deutlich das Vor-Corona-Niveau. Insgesamt sind 2021 rund 1790 Handelsunternehmen gegründet worden, nach rund 1630 im Jahr 2020 und rund 1570 im Jahr 2019. Alle drei Handelssektoren (Einzelhandel, Großhandel und Kfz-Wirtschaft) verzeichneten 2021 steigende Gründungszahlen.

99.690 Handelsbeschäftigte in Oberösterreich 2021
Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Handel in Oberösterreich lag im Jahresdurchschnitt 2021 bei rund 99.690 und somit über dem Vorkrisenniveau 2019. Davon waren rund 50.220 im Einzelhandel beschäftigt. Im Großhandel waren rund 37.110 unselbstständig Beschäftigte tätig und in der Kfz-Wirtschaft rund 12.360. Im Einzelhandel und Großhandel waren mehr Mitarbeiter als vor der Krise beschäftigt, in der Kfz-Wirtschaft weniger. Der Anteil der weiblichen Beschäftigten lag 2021 im Handel in Oberösterreich bei etwa 55 Prozent (an allen unselbstständig Beschäftigten), wobei dieser im Einzelhandel mit 76 prozent deutlich höher als im Großhandel (37 Prozent) und in der Kfz-Wirtschaft (23 Prozent) ausfiel.

3730 offene Stellen im Handel in Oberösterreich 2021
Im Jahresdurchschnitt 2021 sind rund 3730 Jobs im Handel in Oberösterreich unbesetzt geblieben. Besonders stark betroffen war hier der Einzelhandel mit rund 2580 offenen Stellen, gefolgt vom Großhandel (rund 800) und der Kfz-Wirtschaft (rund 350). In allen drei Handelssektoren zeigte sich 2021 ein deutlicher Anstieg der offenen Stellen gegenüber dem Vorjahr.

49,3 Mrd. Netto-Umsatz der oö. Handelsunternehmen
Die Handelsunternehmen mit Sitz in Oberösterreich erwirtschafteten 2021 Netto-Umsätze in Höhe von rund 49,3 Mrd. Euro. 28 Prozent bzw. rund 13,6 Mrd. Euro entfielen dabei auf den Einzelhandel. Der Großhandel erzielte rund 29,8 Mrd. Euro (60 Prozent der gesamten Handelsumsätze), die Kfz-Wirtschaft rund 5,9 Mrd. Euro (Anteil von 12 Prozent).

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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