5 Jahre Bienenzentrum Oberösterreich

„In keinem anderen Bundesland gibt es so viele Bienenvölker wie in Oberösterreich. Jeder fünfte Bienenstock Österreichs steht hierzulande und wird von einem bzw. einer der knapp 8.100 oberösterreichischen Imkerinnen und Imker betreut. Eine Erfolgsbilanz, an der das Bienenzentrum Oberösterreich maßgeblichen Anteil hat. Seit nunmehr fünf Jahren schafft es Bewusstsein für Bienen & Biodiversität und fördern das Miteinander von Landwirtschaft & Imkerei.

Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger

Successful Five – Das Bienenzentrum OÖ blickt auf die ersten fünf Arbeitsjahre zurück

Gegründet wurde das in Österreich einzigartige Bienenzentrum OÖ im Jahr 2017 auf Initiative des damaligen Agrar-Landesrats Max Hiegelsberger. Es ist eine unabhängige Informations- und Wissensdrehscheibe, die Akteure aus den Bereichen Bienen- und Landwirtschaft, Bildung, Natur- und Umweltschutz sowie Wissenschaft miteinander vernetzt. Da die unabhängige Institution insbesondere die Zusammenarbeit und das gegenseitige Verständnis von Imker/innen und Landwirt/innen (Stichwort „Imker und Landwirte an einem Tisch“) fördern und den Weg für Kooperationen bahnen soll, wurde das Bienenzentrum an der Landwirtschaftskammer OÖ angesiedelt.

Bewusstseinsbildung als Kernaufgabe

Die Keywords des Bienenzentrums OÖ sind bienen.biodiversität.bildung – diese drei Grundpfeiler bilden den interdisziplinären Ansatz für einen ganzheitlichen Bienenschutz in Oberösterreich. Das vorrangige Ziel des Bienenzentrums OÖ liegt in der Bewusstseinsbildung der Gesellschaft. Gemeinsam mit der Schirmherrin des Bienenzentrums, Agrar-Landesrätin Michaela Langer-Weninger, darf nun auf fünf erfolgreiche und arbeitsintensive Jahre zurückgeblickt werden.

Schnittstelle zwischen Landwirtschaft und Imkerei

Das Bienenzentrum OÖ hat seit 2017 zahlreiche Informations- veranstaltungen abgehalten und sich als eine wichtige Schnittstelle zwischen bodenbewirtschaftender Landwirtschaft und Imkerei als landwirtschaftlichem Erwerbszweig etabliert. „Es konnte ein großer Interessenszuwachs an den Veranstaltungen Imker und Landwirte an einem Tisch‘ verzeichneten werden. Trotz Pandemie fanden bereits 18 Veranstaltungen statt. Dabei vermitteln die Vortragenden kompetent Wissen einerseits zur Anatomie der Biene als eines der wichtigsten Nutztiere im Agrarsektor, andererseits zum Bienen- und Pflanzenschutz“, erläutert Elisabeth Lanzer, Leiterin des Bienenzentrums OÖ.

Gebucht werden die Veranstaltungen gleichermaßen von Ortsbauernschaften als auch Imkervereinen. Ein Umstand, den Agrar- Landesrätin Michaela Langer-Weninger begrüßt: „Das beiderseitige Interesse von Imkerinnen und Imkern sowie Landwirtinnen und Landwirten an der Arbeit des anderen führt immer öfter zu Projekten und Kooperationen, bei denen Synergien genutzt werden. Damit dienen Veranstaltungen wie ‚Imker und Landwirte an einem Tisch‘ nicht nur der gegenseitigen Akzeptanz und Wertschätzung, sie schaffen auch den Boden für eine fruchtbare Zusammenarbeit, beispielsweise von Intensivobstbau und Erwerbsimkerei.“

Das bestätigt den Erfolg der vom Bienenzentrum OÖ organisierten Schwerpunktveranstaltungen zu den Themen:

o Honig
o Bienenförderung in der Landwirtschaft sowie o Kürbis-, Raps- und Apfelblütenbestäubung.

Diese wurden von vielen hunderten interessierten Imker/innen sowie Landwirt/innen aus ganz Oberösterreich online oder in Präsenz besucht. „Besonders erfreulich: Auch aus den anderen Bundesländern sowie aus dem nahen Ausland sind immer wieder interessierte Zuhörer und anerkannte Experten dabei. Das unterstreicht die hohe Relevanz der Arbeit

des Bienenzentrums OÖ!“, so LRin Langer-Weninger.

Vermittelnde Funktion und Aufklärungsarbeit leistet das Bienenzentrum OÖ bei Bienenvergiftungsverdachtsfall. Das Land Oberösterreich unterstützt die Institution dabei, indem die kostenlose Untersuchung von Bienenmaterial bzw. Honigproben für die Imkerinnen und Imker eingeräumt wurde. Auch in diesen heiklen Fällen steht neben der Aufklärung das gemeinsame Gespräch und die Lösung im Mittelpunkt“fügt Agrar- Landesrätin Michaela Langer-Weninger hinzu.

Oberösterreich erblüht durch regional zertifiziertes Saatgut

Seit Beginn an besteht zwischen Bienenzentrum OÖ und Maschinenring OÖ das Kooperationsprojekt „Blühstreifenaktion – mach mit!“, welches zuletzt um das Projekt „Blühpatenschaft – ich mach mit!“ erweitert wurde. „Jährlich erblühen viele Hektar Blühstreifen quer durch ganz Oberösterreich. Bei diesen und zahlreichen anderen Projekten – beispielsweise BioBienenApfel und Blumenkorn mit unterschiedlichsten Kooperationspartnern – wird auf regional zertifiziertes Saatgut der Kärntner Saatbau zurückgegriffen. Über einen Zeitraum von mehreren Jahren finden nach wie vor an unterschiedlichen Standorten Monitorings betreffend Wildbienen, Insekten und Vegetation statt,“ hält Karl Grabmayr, Vize- Präsident der Landwirtschaftskammer Oberösterreich fest.

Die Berichte, die auf der Homepage www.bienenzentrum.at eingesehen werden können, lassen die Bedeutung von Blühstreifen für Biodiversität erkennen. Im Rahmen der „Blühstreifenaktion – mach mit“ sorgten 2021 die oberösterreichischen Landwirtinnen und Landwirte für 37 Kilometer Blühstreifen – vergleichbar mit der Bahnstrecke Linz-Rohrbach – und 48 Hektar Blühflächen, das entspricht einer Größe von mehr als 67 Fußballfeldern.

Alleine aufgrund der Aktion „Blühpatenschaft – ich mach mit!“ (www.maschinenring-bluehpatenschaft.at) erblühten im Kalenderjahr 2021 knapp 4.700 m2 Blühflächen in Oberösterreich.

Pressereise als Möglichkeit aktiver Kommunikation

In den vergangenen fünf Jahren organisierte das Bienenzentrum OÖ zwei Pressereisen – eine 2018 zur EuroTier in Hannover (Institut für Bienenkunde in Celle) und im heurigen Jahr eine Reise unter dem Motto „Auf den Spuren der Bienen in Nord-Italien“.

Die Veranstalter nutzten dabei die Gelegenheit, Fachwissen und Informationen an Journalistinnen und Journalisten zu geben und eine Kommunikationsgrundlage mit den Medien zu schaffen. „Es war spannend zu sehen, wie in Nord-Italien an die aktuellen Herausforderungen in der Imkerei und die Zusammenarbeit zwischen Imkerschaft und Landwirtschaft herangegangen wird“, sind sich Michaela Langer-Weninger, Karl Grabmayr sowie der Fachbeirat des Bienenzentrums OÖ einig.

Wissen als Grundstein für Veränderung im eigenen Verhalten

Unzählige Kinder, Jugendliche, Pädagoginnen und Pädagogen sowie Erwachsene tauchten in zahlreiche Workshops bzw. Lehrgänge in die Themen Bienen und Biodiversität ein. An dieser Stelle seien der „LFI– Lehrgang Wildblumenwiesen – Anlage und Pflege“, „Den Bienen auf der Spur“, Pädagoginnen Fortbildung und Schulworkshop und zuletzt der Nachhaltigkeitsworkshop „Natur:Werkstatt“ erwähnt,“ so Elisabeth Lanzer,Leiterin des Bienenzentrums OÖ. Diese Kurse wurden entweder eigenständig vom Bienenzentrum OÖ abgehalten oder das Bienenzentrum OÖ wirkte mit. Auch der Bewusstseinsbildung im Rahmen von Veranstaltungen wie der Rieder Messe oder dem Erntedankfest kommt große Bedeutung zu. Durch unterschiedlichste Aktionen werden die vielfältigen Leistungen der Bienen für unsere Gesellschaft vor den Vorhang geholt. Erst durch das Bienenzentrum wird breitenwirksam verdeutlicht: Jeder Einzelne kann einen nachhaltigen Beitrag zur Erhaltung des Lebensraumes der Bienen und blütenbestäubende Insekten, sowie zur Artenvielfalt an sich, leisten, betont Agrar-Landesrätin Michaela Langer- Weninger.

Wohin geht die Reise?

„Zahlreiche Anfragen aus verschiedenen Bereichen werden mittlerweile an das Bienenzentrum OÖ herangetragen und bestätigen die erfolgreiche Arbeit, die mit Petra Haslgrübler und Theresa Frühwirth vor fünf Jahren startete,“ so Elisabeth Lanzer und führt in die Zukunft blickend weiter aus, dass „weiterhin das Arbeitsprogramm einmal jährlich gemeinsam mit dem Fachbeirat diskutiert und anschließend beschlossen wird.

Eines aber ist gewiss: Es gibt viele neue Ideen und die Motivation des Bienenzentrums ist ungebrochen. fünf Jahre Bienenzentrum – das war erst der Anfang!

Hinter dem Bienenzentrum OÖ stecken diese drei Powerfrauen (v.l.): Elisabeth Lanzer, Stefanie Payrleitner und Sarah Buchecker.
© Bienenzentrum OÖ

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

error: (c) by salzTV