Welttierschutztag: Rückgabewelle und Teuerungen bringen Tierheime ans Limit

Wovor viele Tierschutz-Expert/innen immer wieder gewarnt haben, ist leider tatsächlich eingetreten: Während der Pandemie und der Lockdowns hatten sich viele Menschen zum Zeitvertreib Haustiere angeschafft. Seit dem Abklingen der Pandemie und dem Wegfall von Homeoffice und Kurzarbeit haben diese Tierhalter/innen nun häufig nicht mehr genug Zeit, sich um die Tiere zu kümmern oder sind ganz einfach überfordert. Dazu kommt, dass vor allem aus dem Ausland stammende oder via Internet bestellte Tiere häufig krank und verhaltensauffällig sind. Viele dieser unüberlegt angeschafften Tiere werden nun wieder abgegeben, und viele von ihnen landen letztendlich in Tierheimen.

Dr.in Cornelia Rouha-Mülleder, Tierschutzombudsfrau OÖ, betont, dass der Welttierschutztag dazu dient, die Anliegen des Tierschutzes besonders in den Mittelpunkt zu stellen. „Es sollte gar nicht dazu kommen, dass so viele Tiere in den Tierheimen sitzen, weil sie unüberlegt gekauft und dann wieder abgegeben wurden. Ein Tier aufzunehmen, bedeutet eine tierlebenslange Verantwortung zu übernehmen. Die Tierheime leisten unglaubliche Arbeit in der Betreuung der vielen Tiere, die auf einen guten Platz bei verantwortungsbewussten Tierhalterinnen und Tierhaltern warten.“

Tierschutzbudget muss für das Jahr 2023 dringend erhöht werden

Die Tierheime sind aber nicht nur platztechnisch am Limit. Ihnen macht auch die steigende Inflation zu schaffen. Die Krise hat nicht nur die Preise für Strom, Gas und Wasser dramatisch in die Höhe getrieben. Auch die Kosten für die Produktion von Futtermitteln und Unterbringung haben sich erheblich verteuert.

 „Bereits im vergangenen Jahr wurden mit vielen Tierheimen langfristige Leistungsverträge anstelle der bisherigen Förderungen abgeschlossen, was den Vereinen eine stabilere und langfristiger planbare finanzielle Basis sichert. Doch das gleicht natürlich noch nicht die Verluste durch höhere Energiekosten und steigende Futterkosten aus. Daher wurde von mir für den Tierschutz beantragt, das Budget für das Jahr 2023 um 500.000 Euro zu erhöhen“, erklärt Tierschutz-Landesrätin Birgit Gerstorfer.

Bildtext: Landesrätin Birgit Gerstorfer bei einem Besuch im Tierheim Linz.

Foto: Land OÖ/Denise Stinglmayr

Über den Autor

Dr. Rainer Hilbrand
Medieninhaber u. Geschäftsführer

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